Bayerische Janus

Eine Halbkugel aus Glas, die eingeschmolzene Silberplättchen enthält. In der Mitte ein Doppelkopf aus Metall. Der Kopf zeigt ein altes und ein junges Gesicht. Er ist herausnehmbar. Das gesamte Konstrukt wird von einem Metallsockel getragen. Dieser Beschreibung entspricht der „Bayerische Janus“, ein Preis, der anlässlich des 6. Bayerischen Archivtages in Kaufbeuren an Dr. Reinhard Dörfler, ehemaliger Geschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, verliehen wurde. Diese einzigartige Kleinplastik haben Helena Schlegel (21), Gracia Wanski (24) und Samuel Behringer (18) von der Staatlichen Berufsschule für Glas und Schmuck in Neugablonz extra für den diesjährigen Archivtag angefertigt.

Etwa 200 ArchivarInnen aus Bayern und den benachbarten Regionen versammelten sich vergangenes Wochenende, um sich in einer Fachtagung besonders mit der Thematik „Kompetenzzentrum Archiv. Die Archive in der vernetzten Welt“ auseinander zu setzen. Während am Samstag unter anderem beim Vortrag von Professor Dr. Helmut Trischler, Forschungsdirektor des Deutschen Museums in München, „Vernetzte Welt: Leer- oder Leitformel“ diskutiert wurde, ging dem Fachkongress am Freitag die traditionelle Verleihung des Bayerischen Janus voraus. Der altrömische Gott Janus Der Preis ist nach dem doppelköpfigen, altrömischen Gott Janus benannt. Dieser blicke sowohl vorwärts als rückwärts und steht somit auch für den Archivar, der die Vergangenheit, aber auch die Zukunft im Blick haben muss. Mit Dr. Dörfler geht die Auszeichnung „zum zweiten Mal an eine Person, die sich um das Bayerische Wirtschaftsarchiv verdient gemacht hat“, sagte Dr. Margit Ksoll-Marcon, Leiterin der Generaldirektion der Staat- lichen Archive Bayerns, in ihrer Rede. 2001 habe den Preis Dr. Angela Toussaint erhalten. Dr. Dörfler freute sich besonders über diese Auszeichnung, da „Archive dieser Art eher weniger im Gedächtnis“ seien. Doch gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise zeige sich, wie wichtig „eine floriende Wirtschaft“ sei, denn „ohne Moos, nix los“. Die Laudatio hielt Dr. Fried-rich Wilhelm Rothenpieler, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, der Dr. Dörfler noch aus früheren Zeiten kennt. Beide waren vor vielen Jahren an der Staatskanzlei bei Franz Josef Strauß als Referenten. Jahre später erhält Dr. Dörfler nun den Bayerischen Janus, weil er das Bayerische Wirtschaftsarchiv auf eine sichere und solide finanzielle Basis gestellt habe, wie Rothenpieler betonte. Dr. Dörfler sei auch die räumliche Ausweitung des Archivs sowie der eigene und professionelle Internetauftritt zu verdanken. Des weiteren führte er das Qualitäts- management für das Wirtschaftsarchiv ein und sorgte für die nötige „Transparenz der IHK-Geschichte“, so Rothenpieler weiter. Auch die hohe Akzeptanz des Bayerischen Wirtschaftsarchivs bei den bayerischen Unternehmen sei Dr. Dörfler zu verdanken. „Die großartige Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart“ sei auch in Neugablonz allgegenwärtig, so Oberbürgermeister Stefan Bosse. Denn die Flüchtlinge aus Gablonz an der Neise haben damals viele Traditionen mitgebracht, was auch an der Staatlichen Berufsschule für Glas und Schmuck sichtbar würde. Daher passe es besonders gut, dass dort auch der Preis gefertigt wurde. Mitte März sei der „Bayerische Janus“ fertig geworden, berichten die drei Schüler- Innen Helena Schlegel, Gracia Wanski und Samuel Behringer unserer Zeitung. Begonnen mit den Entwürfen hat das Gespann vor Weihnachten. Viel sei dabei Entwicklungsarbeit gewesen.

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