Für die Entwicklung der intelligenten Spindel „Spike“

Bayerischer Innovationspreis geht an Kaufbeurer Unternehmen Pro-micron

Die Pro-micron Geschäftsführer Hubertus von Zastrow (li.) und Dr. Rainer Wunderlich gewinnen Innovationspreis
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Die Pro-micron Geschäftsführer Hubertus von Zastrow (li.) und Dr. Rainer Wunderlich stoßen auf den Erfolg an.

Kaufbeuren – In Corona-Zeiten ist alles anders: Auch der Bayerische Innovationspreis 2020 ging diesmal alternativ online über die Bühne. Sieben Preisträger wählten das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, der Bayerische Industrie- und Handelskammertag und die Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern aus. Mit dem zweiten Hauptpreis wurde das Kaufbeurer Unternehmen Pro-micron für die Entwicklung seiner intelligenten Spindel „Spike“ ausgezeichnet. Unter den Preisträgern sind auch andere kreativ umgesetzte Ideen, wie die wiederverwendbare Mehrweg-Kaffeekapsel oder auch ein intelligenter Kugelschreiber.

In der Laudatio hieß es: Den Maschinen wird das Gefühl für sein Werkzeug beigebracht, was somit auch die Prozess- und Fertigungsqualität für Triebwerksteile oder künstliche Hüftgelenke steigert. Die Verbindung von Steuerungstechnik, Sensorik und Künstliche Intelligenz aus einer Hand überzeugte die Jury. Pro-micron habe somit eine Revolution für die Branche geschaffen. „Der Innovationspreis ist für uns eine unglaublich motivierende Bestätigung“, freut sich Geschäftsführer Hubertus von Zastrow über die Auszeichnung. Die Erwartungen seien mehr als übertroffen worden. Denn das Kaufbeurer Unternehmen habe in der Branche einen Standard in der digitalen Zerspanung setzen können. „Wir haben den Markt und besonders den Kunden zugehört“, verweist er dabei auf wichtige Abnehmer in der Luftfahrtbranche, Medizintechnik und Elektromotorfertigung. „Das Tolle an dem Preis ist, dass nun ein übergreifendes Komitee, welches in alle Richtungen denkt, den Nutzen und die Bedeutung für die Veränderung in der Metallbearbeitung erkannt hat.“ Im Jahr 2009 begann die Entwicklung von Spike, die neun Jahre später von dem Spezialisten für drahtlose Sensorik mit der spindelintegrierten Variante verfeinert wurde. „Man braucht für Innovation einen langen Atem, um weltweit einen Standard zu setzen“, so von Zastrow.

Ein Messerkopfwerkzeug im Einsatz. Mithilfe von „Spike“ kann an dieser Stelle jede einzelne Schneide des Werkzeugs visualisiert werden und dadurch der Zustand des Werkzeugs live im Einsatz beurteilt werden.

Die Geschichte von Pro-micron ist eng mit dem Standort Kaufbeuren verbunden. Beide stehen seit Jahren in einer engen Partnerschaft. Der Neubau der Pro-micron GmbH nahe der Bundesstraße 12 schreitet stetig voran. Es entsteht das Technologie Transfer Zentrum (TTZ) für digitale Zerspanung (wir berichteten). Der Freie Wähler-Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl, der sich für die finanzielle Unterstützung des TTZ stark gemacht hat, verfolgte ebenfalls die Preisverleihung. „Hubertus von Zastrow und Pro-micron, das ist eine Kaufbeurer Erfolgsgeschichte. Ich werde alles daransetzen, dass das Unternehmen auch im Rahmen der Hightech-Agenda Akzente für ganz Bayern setzen kann“, betont Pohl. Auch Wirtschafts-Staatssekretär Roland Weigert (Freie Wähler) lobt das Unternehmen in den höchsten Tönen: „Kaufbeuren und das Allgäu sind eine herausragende Hightech-Region. Pro-micron ist hierfür ein leuchtendes Beispiel. Die bayerische Staatsregierung ist stolz darauf, solche Unternehmen mit ihren Köpfen Hubertus von Zastrow und Dr. Rainer Wunderlich hier im Freistaat zu haben.“ Stolz ist auch Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU), der besonders die jahrelange und intensive Arbeit des weltweit operierenden Unternehmens unterstreicht. „Ich wünsche der Firma weiterhin viel Erfolg und bin zuversichtlich, dass die Verleihung des Innovationspreises neue Marktchancen und zusätzliche Bekanntheit eröffnen wird.“

Für den Erfolg hebt Hubertus von Zastrow besonders seine 44 engagierten Mitarbeiter hervor. „Wir haben ein unglaublich leistungsfähiges Team, unabhängig was jeder Einzelne alles kann. Als Geschäftsführer und Gesellschaften geben wir dem Team die notwendigen Freiheiten und Kompetenzen.“ Für ihn seien alle im Unternehmen der absolute Schlüssel zum Erfolg.

von Stefan Günter

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