Kultusminister spricht zum Thema: „Schule in Bayern – wohin geht die Reise?“

Stadt passt Umbaupläne an

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Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle spricht in Kaufbeuren über die Zukunft von G8 und G9.

Kaufbeuren – Zu dem im Augenblick hochaktuellen Thema: „Schule in Bayern – wohin geht die Reise?“ hatte MdB Stephan Stracke (CSU) den bayerischen Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle am Dienstag zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion nach Kaufbeuren eingeladen. Unglücklich an diesem Termin war, dass Dr. Spaenle erst am Folgetag die Eckpunkte seines Konzepts über die Veränderungen im bayerischen Schulsystem der CSU Landtagsfraktion im Landtag vorstellen konnte.

Damit war eine Präsentation von klaren Fakten an diesem Abend aus Sicht des Staatsministers nur bedingt möglich. Stracke nahm den Umstand gelassen und verwies darauf, dass der Abend vor der Verkündigung eines neuen bayerischen Gymnasialsystems auch recht spannend werden könne. Auch mit Blick auf den anstehenden Umbau des Kaufbeurer Jakob-Brucker-Gymnasiums.

„Über Strategien redet man nicht, die hat man“, mit diesem Zitat eines bekannten bayerischen Ministerpräsidenten eröffnete Ludwig Spaenle seinen knapp einstündigen Vortag. Wenn heute die Diskussion um die Veränderung im gymnasialen Bereich auf Grund der letzten G8-Jahre allerorts diskutiert werde, dann sei das verständlich. „Vorsichtig formuliert, ein suboptimaler Verlauf“, so bezeichnete Spaenle die Zeit des achtstufigen Gymnasiums. Auch in Bayern sei man damals dem Zeitgeist des Verringerns von Studienzeiten und der Komprimierung des Schulsystems unterlegen. Unabhängig davon hätten die Schüler in Bayern die höchsten Bildungschancen, wie eine Länderstudie erst kürzlich ermittelt habe. Grund sei laut Spaenle die hohe Durchlässigkeit des bayerischen Schulsystems, das gerade durch die gut ausgebauten Strukturen von Berufsfachschulen, FOS und BOS den Weg zur fachgebundenen und allgemeinen Hochschulreife für jeden Schüler ermöglicht. Beim Blick auf die aktuell bevorstehenden Veränderung von G8 auf G9 war der Staatsminister etwas zurückhaltend und verwendete sehr häufig den Konjunktiv in seinen Ausführungen. Sicherlich verständlich, denn am nächsten Tag stand der entscheidende Auftritt über das zukünftige bayerische Schulsystem vor der Fraktion der CSU im bayerischen Landtag bevor.

„Sollte es zu G9 kommen, so wird es auch parallel einen pädagogisch abgesicherten Weg der Verkürzung geben“, betonte der Kultusminister. Sicher eine Möglichkeit, die von vielen hochbegabten Gymnasiasten zukünftig angenommen werde. Nach Meinung Spaenles sei in den letzten G8-Jahren der Anteil an Auslandsaufenthalten um 60 Prozent zurückgegangen, „das muss sich auf Grund der sich extrem weiter entwickelnden globalen Wirtschaft wieder ändern“, ergänzte der CSU-Politiker. Weiter solle an dem Fünf-Fächer-Abitur festgehalten und das Fächerangebot für politische Bildung und Informatik ausgebaut werden. Alles in Allem werde der Umbau des Schulsystems etwa 1000 neue Lehrer und circa 900 Verwaltungsangestellte erfordern. „Das Schulsystem steht auf soliden Beinen, das sich in den letzten Jahrzehnten bewährt hat und mit dieser Gewissheit und der Zusammenarbeit aller dem Bildungswesen nahestehenden Einrichtungen und Verbänden wird es eine gute Zukunft der Schulen in Bayern geben“, so der Staatsminister.

Dass die Worte Spaenles vor allem in Kaufbeuren mit besonderen Interesse verfolgt würden, war dem Minister wohl klar. Denn, wie mehrfach berichtet, steht die Sanierung des Jakob-Brucker-Gymnasiums für rund 24 Millionen Euro auf der Agenda. Vor allem für das Raumprogramm sei es wichtig, ob G 8 oder G 9 mit Flexijahr, betonte entsprechend OB Stefan Bosse. Der Minister sagte in diesem Zusammenhang „harte, aber faire Verhandlungen mit Kommunen“ über finanzielle Unterstützungen des Landes zu. So solle eine Stadt wie Kaufbeuren, die parallel für beide Varianten Konzepte erstelle, nicht schlechter gestellt werden, als Kommunen, die erst später planen.

Mit Blick auf den am Mittwoch gefassten Beschluss der Landtags-CSU (G9) reiche dieser der Stadt aus, um die Pläne für das Jakob-Brucker-Gymnasium für das G9 anzupassen. Die Stadt geht von Kosten im unteren siebenstelligen Bereich aus.

Die anschließende Diskussion mit dem Minister war unter anderem geprägt von Fragen über sehr ins schulische Detail gehende Probleme, die der Minister in diesem Stadium der Systemumstellung nur bedingt beantworten konnte.

von Jürgen Wischhöfer/kb

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