Moksel-Grundstück: Viele Stadträte skeptisch 

Bebauungsplan zur Waaler Straße in Buchloe in der Kritik

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Der geplante Neubau von fünf neuen Häusern in der beschaulichen Waaler Straße in Buchloe ist zum Zankapfel zwischen der Stadt und den Anwohnern geworden. Unser Foto zeigt die Einfahrt zum Moksel-Grundstück.

Buchloe – Es war nur ein Vorentwurf eines Bebauungsplanes. Selten aber erweckte eine Vorberatung zu einem Bebauungsplan so große Aufmerksamkeit wie jüngst im Bauausschuss. Konkret ging es um die Änderung des Bebauungsplanes Buchloe „Südost 1“. Dahinter verbirgt sich eine geplante Veränderung in der Waaler Straße. Das jahrelang leerstehende Grundstück des verstorbenen Buchloer Ehrenbürgers Alexander Moksel soll neu bebaut werden.

Statt des bisherigen Einfamilienhauses sollen dort fünf Mehrfamilienhäuser entstehen. Dagegen wehren sich nun die Anwohner der Waaler Straße mit Händen und Füßen. Zu groß, zu hoch und überhaupt nicht „anwohnerfreundlich“ waren ihre Argumente (wir berichteten).

Um es vorweg zu nehmen: Die Diskussion mit den Anwohnern verlief sehr sachlich, trotz der Emotionen, die sich im Vorfeld aufgebaut hatten. Der Rathaus­chef hatte ausdrücklich eine Diskussion mit den Anwohnern im Ausschuss zugelassen, was normalerweise nicht üblich ist.

Das Baurecht gehört zu den kompliziertesten Rechtsgebieten in der Republik, erklärte Bürgermeister Josef Schweinberger. Er sagte auch, dass die Informationen über den neuen Bebauungsplan nicht bei den betroffenen Bürgern angekommen seien. Für das betroffene Gebiet bestehe bereits ein Bebauungsplan aus den 60er Jahren. Der sei aber nicht mehr zeitgemäß. Die Grundstückseigentümer hätten auf Grund des Eigentumsrechts schon heute die Möglichkeit, Mehrfamilienhäuser zu bauen, nur eben anders ausgerichtet. Schweinbergers Ansicht nach würde die Neuregelung auch für die Anwohner Vorteile bringen. Die sehen das aber ganz anders und mit ihnen teilweise auch Stadträte. Neben den Details zum Bebauungsplan kamen auch grundsätzliche Argumente über die zukünftige Wachstumspolitik von Buchloe auf den Tisch.

Christiane Manthey, inoffizielle Sprecherin der Anwohner, sagte, es ginge ihnen um die Zahl der Wohnungen und die Zahl der Menschen, die in der Waaler Straße zukünftig leben sollten. Unterstützung erhielten die Anwohner von Elfriede Klein von den Grünen. „Die Stadt ist bereits am Limit“. Zusammen mit den neuen Baugebieten im Osten kämen 1000 neue Bürger in die Stadt. „Was haben wir davon, wenn wir so bauen?“, fragte die Stadträtin.

Dem Vorurteil, dass immer mehr Münchner in Buchloe Häuschen oder Wohnungen kaufen würden, konnte Bürgermeister Schweinberger entkräften. „Im Baugebiet im Osten ist kein einziges Grundstück an Münchner Familien verkauft worden“.

„Wir haben hier in der Waaler Straße eine viel zu enge Bebauung“, sagte Rudolf Grieb (UBI). Das sei falsch verstandene Nachverdichtung. Er empfahl, statt der fünf Häuser nur drei oder vier zu errichten. Natürlich brauche man in der Stadt Wohnungen, sagte Grieb. Viele Kinder von Buchloer Familien fänden keinen bezahlbaren Wohnraum. Deshalb plädierte er grundsätzlich dafür, weniger dicht aber dafür höher zu bauen.

Dabei war die Bauhöhe der geplanten Häuser ein Kritikpunkt der Anlieger. Von den sogenannten Laternengeschossen, das sind die oberen zurückgesetzten Etagen, könne man in die Fenster der gegenüberliegenden Häuser sehen, monierte Christian Manthey. Bürgermeister Josef Schweinberger argumentierte, die Bauhöhe in dem alten Bebauungsplan sei mit 12,80 Meter sogar noch höher als im neuen Plan. Dort ist die Firsthöhe mit elf Meter festgeschrieben.

Ein weiterer Streitpunkt waren die Ausfahrten der geplanten Tiefgarage. Insgesamt zu dicht bebaut und nicht passend zur Umgebung empfand Stadtrat Maximilian Hartleitner (parteilos) den Entwurf des Bebauungsplanes. „Ich kann das Wort Nachverdichtung nicht mehr hören“, betonte Franz Lang (FWV) und sieht die Ängste der Anwohner als berechtigt an.

Fazit ist, dass sich beide Seiten nicht gegenseitig überzeugen konnten. Die Anwohner, so war zu hören, wollen weiter gegen den Bebauungsplan in dieser Form kämpfen. Da es sich um eine Vorberatung handelte, war auch keine Abstimmung vorgesehen. Ob der Entwurf des Bebauungsplanes dann im Stadtrat durchgeht, bleibt fraglich, denn schon in der Sitzung des Ausschusses wurde deutlich, dass viele Stadträte von den Plänen nicht überzeugt sind. Auf jeden Fall wird es weitere Gespräche zwischen der Stadt und den Anwohner geben. Darauf einigte man sich. Dieses Angebot von Bürgermeister Josef Schweinberger wurde auch von den Anwohnern als positiv empfunden. Noch handelt es sich ja um einen Vorentwurf eines Bebauungsplanes und Änderungen und Kompromisse sind möglich.

von Siegfried Spörer

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