Begegnung über Kontinente

Australier Steve Marriott spendet Helm an Feuerwehrmuseum Kaufbeuren-Ostallgäu

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Der erste Einsatzhelm von Steve Marriott (li.) aus „Down Under“ befindet sich nach der Übergabe an Christoph Heider nun ebenfalls in der Feuerwehrhelm-Sammlung im Feuerwehrmuseum.

Kaufbeuren/Sydney – Was haben Kaufbeuren und die Region um Sydney gemeinsam? Auf den ersten Blick ist die Antwort sicherlich nicht einfach, doch eines haben definitiv beide: eine Feuerwehr! Und zwischen den Wehrmännern des Neugablonzer Löschzuges und dem australischen Feuerwehrkameraden Steve Marriott kam es schon vor einigen Jahren im Rahmen eines Familienbesuches zu einem Kontakt mit der Feuerwehr, der sich weiter ausbaute. Beim Besuch des neu eröffneten Museums kam schließlich der Gedanke an seine Helmspende.

„Es begann vor etwa sechs Jahren“, erzählt Steve, der mit seiner Frau und den zwei Kindern die in Neugablonz wohnhaften Schwiegereltern besuchte. Bei einem Spaziergang bemerkte er die Feuerwache und war natürlich interessiert. „Ich schaute hinein, um von Feuerwehrmann zu Feuerwehrmann einfach mal ‚Hallo‘ zu sagen. Und die Kameraden waren unheimlich nett und haben mir sofort ihre Wache gezeigt. Außerdem bekam ich eine Einladung zu einer Übung am folgenden Freitagabend und dem anschließenden gesellschaftlichen Abend“, freute sich Steve. Er ist in seiner Heimat etwa 40 Kilometer nördlich von Sydney ebenfalls bei der Freiwilligen Feuerwehr, die landesweit neben der Berufsfeuerwehr etabliert ist.

Gegenbesuch

Durch die jährlichen Familienbesuche in Neugablonz blieb der Kontakt zur Feuerwehr durch das „immer wieder Reinschauen“ erhalten. Ein paar Jahre später verbrachten Lothar und Kevin Hartmann vom Löschzug in Neugablonz ihren Urlaub in Australien. „Ich habe mich gefreut, ihnen nicht nur meine Feuerwehr zeigen zu können, sondern natürlich auch etwas von der schönen Landschaft um Sydney herum“, erinnert sich Steve.

Helm aus „Down Under“

Steve Marriott ist in seiner Heimat bei der Freiwilligen Feuerwehr als „Group Captain“ im Einsatz.

Im letzten Jahr erfuhr er in Neugablonz von der Eröffnung des neuen Feuerwehrmuseums in Kaufbeuren und besuchte dies mit seinem Sohn und dem Schwiegervater. „Da war ich sehr beeindruckt, was für eine tolle Leistung die Leute vollbracht haben, um so eine wunderbare und geschichtenreiche Ausstellung zu schaffen“, sagte Steve. Als er die internationale Helmsammlung sah, habe er sofort gedacht, dass er seinen alten Helm dafür spendieren könnte. Den mussten die Schwiegereltern bei ihrem Besuch im Frühjahr in „Down Under“ aus Platzgründen mitnehmen, damit er kürzlich offiziell an Christoph Heider als Leiter des Feuerwehrmuseums übergeben werden konnte. Dieser hatte es sich nicht nehmen lassen, der Familie von Steve zuvor eine Führung zu spendieren. Der durfte sich abschließend noch in das Gästebuch eintragen. Er hat als „Group Captain“ unter anderem eine Spezialausbildung für die Bekämpfung von Buschbränden und ist als Chef von rund 400 Feuerwehrmännern bei Einsätzen auch schon mal im Hubschrauber unterwegs.

von Wolfgang Becker

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