Förderverein "Freunde des Fünfknopfturms" gegründet

Wahrzeichen jetzt begehbar

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Der Fünfknopfturm ist eine der Attraktionen Kaufbeurens. Nun kann er auch begangen werden.

Kaufbeuren – Schon oft haben Touristen, wenn sie sich beim Stadtmarketing den Schlüssel für das Stück Stadtmauer zwischen Fünfknopfturm und Blasiuskirche holten, gefragt, ob man das Wahrzeichen Kaufbeurens denn auch besteigen könne.

Bisher mussten sie immer abschlägig beschieden werden: Der Fünfknopfturm war seit Generationen, präzise seit 85 Jahren, an die Familie Kunstmann vermietet und daher nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Das soll jetzt - nachdem der Turm seit Frühjahr 2014 nicht mehr bewohnt ist, anders werden. 

Am 12. November 2014 haben zehn „Fünfknopfturm-Fans“ den Förderverein „Freunde des Fünfknopfturms“ gegründet. Ziel des Vereins ist die Beschaffung von Geldern für die Begehbarmachung und den Erhalt des Fünfknopfturms und für die museumspädagogische Bereitstellung von anschaulichen Informationen aus dessen fast 600-jähriger Geschichte: Der 33 Meter hohe Fünfknopfturm wurde 1420 aus Ziegelsteinen erbaut. 

Seinen Namen hat er von den fünf Turmknöpfen auf der Hauptspitze und auf den vier Scharwachttürmchen. Zur Türmerstube im fünften Stock führen 92 Stufen (143, wenn man vom Kappeneck aus zählt). Die Feuerglocke stammt aus dem Jahr 1855. Der 9,70 Meter hohe Schild auf der Ostseite zur Stadt zeigt einen Adler und die Wappen der im Ersten Weltkrieg verbündeten Mächte Türkei, Bulgarien, Deutsches Reich und Österreich-Ungarn. 5.387 Nägel wurden zur Kriegshilfe und Kriegsfürsorge dort eingeschlagen. Die 165 großen Nägel stehen für die bis 1917 gefallenen Kaufbeurer Söhne. 

Ulrich Kraus, Vorstandsmitglied von Kaufbeuren-Tourismus und Stadtmarketing e. V., hat sich „schon als kleiner Junge vergeblich gewünscht, auf den Turm klettern zu können“. Nachdem er nun Mitte des Jahres per Zufall gehört hatte, dass die im Besitz der Stadt befindliche Türmerwohnung mittlerweile frei ist, setzte er sofort alle Hebel in Bewegung, damit sie nicht wieder vermietet wird. Er suchte Mitstreiter bei der Feuerwehr, bei den Nachtwächter-Stadtführern, beim Denkmalschutz und beim Bauamt. 

Alle waren begeistert von der Möglichkeit, das laut Rainer Hesse vom Stadtmarketing „einmalige Ensemble“ Klosterberggarten, Fünfknopfturm, Stadt- mauer und Blasiuskirche künftig als Ganzes in die Kaufbeurer Sehenswürdigkeiten einreihen zu können. Bei OB Bosse sei das eine Entscheidung von Sekunden gewesen: „Mir machets!“ soll er sofort gesagt haben. 

Bis zur Eröffnung dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. In der für Frühjahr 2015 angesetzten zweiten, dann öffentlichen Sitzung will der Verein sein Konzept und die zu treffenden Maßnahmen vorstellen. Heidi Kunstmann, die 45 Jahre im Fünfknopfturm gewohnt hat, und ihr Sohn Kevin zählen zu den zehn Gründungsmitgliedern. 

Obwohl Kunstmann befand, dass das Wohnen im Fünfknopfturm ganz allgemein „nicht mehr zeitgemäß“ sei, hegt die Familie natürlich nostalgische Zuneigung zu „ihrem“ Turm. Daher sind sie glücklich über die jetzige Entwicklung. „Ich hatte Angst, dass ich bei einer Neuvermietung nie mehr dort hin kann“, sagt Kevin Kunstmann. 

Jetzt dagegen wird mit der greifbar nahen Möglichkeit zur Besteigung vermutlich nicht nur für Ulrich Kraus ein Kindertraum wahr, auch wenn der junge Verein bis dahin noch etliches zu tun - und jede Menge Platz für weitere Mitglieder hat. Informationen finden Sie unter: www.5knopfturm.de   von Ingrid Zasche

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