Gähnende Leere statt Badespaß

Die Arbeit ist gemacht, doch den Beginn der Freibadsaison entscheiden andere

Neugablonzer Erlebnisbad Freibad Pool
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Die Becken, wie im Neugablonzer Erlebnisbad, sind schon gefüllt. Doch wann Kinder wieder herumtollen und ins Wasser dürfen, ist in Corona-Zeiten noch offen.

Kaufbeuren/Buchloe – Es könnte so toll sein: Kreischende, gutgelaunte Kinder, dazu Pommes Rot-Weiß und unbeschwerter Badespaß. Doch wie schon im vergangenen Jahr lässt der Beginn der Freibadsaison 2021 noch auf sich warten. Wann Tore und Türen öffnen dürfen, wissen selbst die städtischen Betreiber nicht. Trotzdem sind die Freibäder in Kaufbeuren, Neugablonz und Buchloe auf die Besucher vorbereitet.

Still ist es im weiten Rund des Neugablonzer Erlebnisbades. Dort, wo sonst Kinder und Erwachsene in Scharen das kühle Nass aufsuchen und darin plantschen, ist erst einmal gähnende Leere. „Wir sind in den letzten Zügen“, sagt Bademeister Gerd Weinert, während im Hintergrund die Mäharbeiten verrichtet werden. Insgesamt muss eine Rasenfläche von 32.000 Quadratmetern gemäht werden. Das dauert im Schnitt etwa zwei Tage. Die Palmen stehen ebenfalls noch in einer langen Reihe, bevor sie im gesamten Gelände verteilt werden. Mülleimer und die roten Sitzbänke sind ebenso noch nicht aufgestellt wie die Liegen, die unweit des Schwimmerbeckens ihren Stammplatz haben. Sogar die Nackenstützen im Wellnessbereich fehlen noch. Selbst der Spielplatz muss noch aus seinem Winterschlaf befreit werden und das kleine Kinderbecken soll ebenfalls in Kürze fertig sein. Hier muss die Säuberung noch erfolgen. Ein spezieller Edelstahlreiniger wird aufgetragen. Nach einer Einwirkzeit muss das Mittel mit einem Hochdruckgerät abgespritzt werden. Erst danach darf das Wasser hinein. Die Chloranlage ist bereits von den zuständigen Stellen abgenommen worden.

„Eigentlich könnten wir theoretisch schon öffnen. Doch wir wissen leider überhaupt nichts“, muss sich Weinert noch in Geduld üben. Damit ähnelt die Situation dem Vorjahr. Die Hygienekonzepte sind noch in der Schublade, müssen dann angepasst werden. Kommen in einem normalen Sommertag bis zu 2500 Badelustige, ist die Anzahl der Besucher in Corona-Zeiten streng geregelt. Maximal 1500 dürfen sich im Neugablonzer Bad aufhalten, in Kaufbeu­ren sind nur 1000 zugelassen.

Auch im Jordan-Badepark am Berliner Platz war man nicht untätig. „Wir haben vieles renoviert. Dem Haus hat es richtig gutgetan“, sagt Betriebsleiter Elmar Gailhofer. Auch in Kaufbeu­ren wurden sämtliche Becken gereinigt, die Grünanlagen hergerichtet. Selbst die Umkleidekabinen bekamen eine Grundreinigung. Alle vier Becken sind schon mit Wasser gefüllt. Die insgesamt 26 Beschäftigten beider städtischen Freibäder sind vorbereitet und warten nur auf die Besucher. Doch nur die Politik entscheidet, wann der Startschuss fällt. „Wir sind bereit, unser bereits bestehendes Hygienekonzept anzupassen“, sagt Wirtschafts- und Kulturreferentin Carolin Moser, der beide Bäder unterstellt sind. Auch im Hinblick der zu hinterlegenden Kontaktdaten der Badebesucher könnte die Luka-App ein wichtiges Hilfsmittel sein. „Wir warten nicht nur auf das Go, sondern auch auf den rechtlichen Rahmen, damit wir unsere Bäder wieder öffnen dürfen.“ Moser machte im Gespräch mit dem Kreisbote deutlich, dass erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden könne, ob im Sommer überhaupt ein Wechselbetrieb möglich sei. Bis dahin bleibt das Hallenbad geschlossen.

Buchloe ist in Kürze startklar

Im rund 24 Kilometer entfernten Buchloe laufen ebenfalls seit Wochen die Vorbereitungen. Auch in der Gennachstadt bleibt die wichtigste Frage erst einmal ungeklärt: Wann darf das städtische Freibad unter welchen Voraussetzungen öffnen? „Wir haben eine klare Botschaft des Bürgermeisters: Sobald es geht und wir wissen, welche Auflagen erfüllt werden müssen, dann machen wir auf“, sagt Markus Salger, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Buchloe. Wie schon im Vorjahr rechnet er damit, dass Besucherdaten wieder erfasst werden müssen. Doch heuer ist alles anders: Wie viele Personen dürfen ins Bad? Müssen sie ihren negativen Schnelltest zeigen, um Zutritt zu erlangen? Braucht es gar keinen Schnelltest? Was ist mit den Geimpften und Genesenen?

Anders als Bayern gibt das Land Nordrhein-Westfalen grünes Licht. Seit 15. Mai dürfen Freibäder eine begrenzte Anzahl an Gästen zum Sport zulassen. Ist die Sieben-Tage-Inzidenz unter 50, ist es allen Freibädern erlaubt, Besucher mit einem negativen Corona-Test zu empfangen. „Wir sind Ende Mai startklar“, sagt Thomas Forster, Leiter des Buchloer Freibads. Fünf bis sechs Wochen dauere es, um das komplette Bad herzurichten. Schon im März gingen die Arbeiten los. Fast täglich bekommt Forster E-Mails und Anfragen, wann denn das Bad nun öffnet. „Viele schreiben, dass sie bereits geimpft sind und gerne schwimmen möchten.“ Ihm bleibt aktuell nur, sie zu vertrösten.

Stefan Günter

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