Behindertengerecht und günstiger

Auf dem Areal südlich des Bahnhofs soll der neue Park & Ride-Platz mit dann 318 Stellplätzen entstehen. Die neuen Pläne sind behindertengerecht und schaffen einen barrierefreien Zugang zum Bahnhofstunnel. Foto: Lorenz

Einstimmig votierte in der jüngsten Sitzung der Kaufbeurer Stadtrat für den Ausbau des Park & Ride-Platzes südlich des Kaufbeur-er Bahnhofes. Die vom Bauausschuss mit knapper Mehrheit favorisierte „Troglösung“ (der KREISBOTE berichtete) wurde noch etwas modifiziert. Demnach sehen die Pläne nun vor, einen Trog-Weg von der Schelmenhofstraße über den Park & Ride-Platz zu führen, der direkt in den Tunnel am Bahnhof führt. Neu hinzugekommen ist eine Rampe, die direkt behindertenfreundlich vom Parkplatz in den Trog mündet. Ferner wird es nur zwei statt der erst vier anvisierten Brücken geben.

Durch die modifizierten Pläne verringert sich allerdings die Anzahl der Stellflächen von ursprünglich 329 auf 318. Geringer werden durch den Wegfall zweier Brückenbauwerke auch die Gesamtkosten. Waren für die erste Lösung noch 1,6 Millionen Euro veranschlagt, kostet die modifizierte Lösung nun rund 1,4 Millionen Euro. Laut Tiefbauamtsleiter Ulrich Hofmair könnte der Kostenanteil für die Errichtung der Parkplätze mit 55 Prozent öffentlich bezuschusst werden. Die Variante eines Parkhauses an dieser Stelle, wie im Bauausschuss noch heiß diskutiert, war angesichts der Baukosten von bis zu 2,8 Millionen Euro schnell in den Hintergrund getreten. Und so kam Ernst Schönhaar (CSU), der noch im Bauausschuss eine Prüfung in Sachen Parkhaus gefordert hatte, zu dem Entschluss, dass die Diskussion im Gremium unterm Strich erfolgreich gwesen sei, „denn die neuen Pläne sind kostengünstiger, förderfähig und behindertengerecht“. „Damit bietet diese Variante alle Vorteile, die wir gefordert haben“, erklärte der CSU-Fraktionsprecher. Begeistert von den neuen Plänen zeigte sich auch Ralf Nahm (SPD). So würden die Wohngebiete im Süden angeschlossen und ein zügiger Fußweg in die Stadt geschaffen. Schade findet er allerdings, dass aufgrund der Breite des Troges kein Radweg berücksichtigt werden kann. Wolfgang Hawel (Grüne) regte an, bei der Realisierung auf größtmögliche Barrierefreiheit und eine ausreichende Beleuchtung zu achten. „Wir dürfen keine Angsträume schaffen“, so Hawels Begründung. Ferner forderte er, sogenannte sichere Fahrradboxen aufzustellen, „denn die Bürger wollen nicht nur mit Schrotträdern zum Bahnhof fahren“. Für Oberbürgermeister Stefan Bosse stellen die Pläne mit Blick auf Barrierefreiheit und Beleuchtung einen „Quantensprung“ dar. Dies betreffe auch den Norden des Bahnhofes, der von der Bahn umgebaut werden soll. Denn auch dieser Bereich solle behindertengerecht ausgebaut werden. So will die Stadt vor allem im Norden Behindertenparkplätze schaffen, im südlichen Bereich sind zudem Mutter-Kind-Parkplätze vorgesehen. Für Karl-Georg Bauernfeind (CSU) solle man bei den Planungen auch an die Zukunft denken, wo es deutlich mehr Elektroautos geben werde. Hier sollten bereits jetzt schon Vor-aussetzungen für Elektrotankstellen geschaffen werden. Letztlich votierte der Stadtrat einstimmig für die modifizierte Lösung. Der Verwaltung wurde damit der Auftrag erteilt, die Pläne an die Regierung von Schwaben weiterzuleiten. Wird das Vorhaben von dieser Stelle abgesegnet, kommt es zu einer Ausschreibung. Ein Baubeginn steht noch nicht fest, jedoch soll der Park & Ride-Platz im kommenden Jahr realisiert werden.

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