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Behördenzentrum des Freistaats Bayern kommt nach Kaufbeuren

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Planskizze Behördenzentrum Kaufbeuren
Der quadratische Bau soll einen Gutteil der Fläche bis zum Parkstadion einnehmen. © Architekturbüro Löhle Neubauer

Kaufbeuren – 2015 hat die Bayerische Staatsregierung im Rahmen ihrer Heimatstrategie beschlossen, rund 2.000 Arbeitsplätze in den ländlichen Raum zu verlagern. Am 9. November gab der Bayerische Landtag nun die weitere Planung für ein Behördenzentrum in Kaufbeuren frei.

Auf rund 2.700 Quadratmeter Fläche soll eine Bearbeitungsstelle des Landesamts für Finanzen entstehen. Zudem sollen eine Servicestelle der Bayerischen Staatsregierung sowie das BayernLab integriert werden. Insgesamt entstehen mehr als 130 Arbeitsplätze in dem neuen Gebäude. Der Neubau ist in zentraler, verkehrsgünstiger Lage auf dem Hanggrundstück zwischen Bahnhofstraße und Parkstadion geplant. Er trägt damit zur geplanten Aufwertung und Umgestaltung des gesamten Bahnhofsareals bei.

Das Entwurfskonzept des vom Staatlichen Bauamt Kempten eingeschalteten Architekturbüros Löhle Neubauer aus Augsburg sieht einen kompakten, quadratischen, viergeschossigen Baukörper mit begrüntem Innenhof vor. In dem transparent gestalteten Erdgeschoss sollen die Räume des BayernLabs untergebracht werden, das zum Bahnhofsplatz hin orientiert ist und allen Bürgern als offenes Zentrum für digitale Wissensbildung zur Verfügung stehen soll. Unter dem Motto „Anschauen – Anfassen – Ausprobieren“ lädt es alle Interessierten zu Ausstellungen, Vorträgen und Informationsveranstaltungen rund um das Thema Digitalisierung ein. Die drei Stockwerke darüber dienen der Büronutzung. Die geplante Tiefgarage wird in den Baukörper und den bestehenden Böschungsverlauf integriert und tritt nach außen nicht in Erscheinung. Oberhalb davon stehen ebenerdig von der Bahnhofstraße aus erreichbare Besucherstellplätze zur Verfügung.

Nachhaltige Bauweise

Das Behördenzentrum wird im Passivhausstandard errichtet. Sein Heizwärmebedarf wird damit unter 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr liegen. Eine Grundwasserwärmepumpe soll den gesamten Wärme- und Kältebedarf über erneuerbare Energien abdecken. 30 Prozent der Stellplätze werden mit Elektroladepunkten ausgestattet. Auf den begrünten Dachflächen ist eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 100 Kilowatt Peak geplant. Die damit erzeugte jährliche Strommenge entspricht dem Bedarf von ungefähr 30 Haushalten. Damit ist eine jährliche Einsparung von 75 Tonnen CO2 möglich. Die Fassaden sind als Holzkonstruktion geplant, was zusätzlich 125 Tonnen CO2 bindet. Bei den massiven Bauteilen sollen zudem Recycling-Materialien zum Einsatz kommen. Im Zuge einer speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung wurden im Vorfeld sämtliche Auswirkungen des Bauvorhabens auf Flora und Fauna ausführlich untersucht – besonders auch mit Blick auf die Vogelschutz-Richtlinie.

Der auf der Böschung vorhandenen Bewuchs wird unter anderem im rückwärtigen Teil des Grundstücks durch 25 neue, hochstämmige Bäume kompensiert.

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