MdL Bernhard Pohl punktet mit neuem Vorschlag für B12-Abfahrt Hirschzell bei Baubehörden

Dampf aus dem Kessel nehmen

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MdL Bernhard Pohl.

Kaufbeuren – Die Pläne für eine mögliche B12-Abfahrt im Bereich der Frankenrieder Straße sorgen schon seit längerem für Unmut bei einigen Hirschzeller Bürgern. Jetzt könnte ein Vorschlag des Landtagsabgeordneten Bernhard Pohl (Freie Wähler) den sprichwörtlichen Dampf aus dem Kessel nehmen.

Wie mehrfach berichtet, liegt er Ortsteil Hirschzell mit seiner dörflich geprägten Struktur unterhalb der B12 und ist an die Frankenrieder Straße angebunden. Kindergarten und Grundschule befinden sich in unmittelbarer Nähe der Straße. Die Bewohner befürchten, dass mit einer Anbindung an die B12 in diesem Bereich die von Oberbürgermeister Stefan Bosse auf Grundlage eines Gutachtens zitierte Erhöhung um 900 auf 3.800 Fahrzeuge in 24 Stunden überschritten werde und damit zu einer deutlichen Mehrbelastung sowie einhergehenden Einbußen in der Lebensqualität führe. Diese Bedenken werden von zahlreichen Unterschriften getragen.

Jetzt könnte ein Vorschlag des MdL Pohl die Wogen ein wenig glätten. Für Pohl selbst fehlen aktuell Fakten, die für oder gegen eine neue Abfahrt sprechen: „Nur mit Fakten können wir vernünftig Planen!“ Pohl sieht vor allem verkehrsrechtliche Fragen noch nicht geklärt, aber auch, wie das anvisierte interkommunale Gewerbegebiet künftig aussieht, sei entscheidend. Also wie groß es wird und wer sich dort ansiedelt. Denn lokale Unternehmen nehmen andere Wege, als beispielsweise auswärtige. Während die einen den Weg durch die Stadt fahren, erreichen die anderen das Gewerbegebiet über die B12. Aber auch die Frage nach der Osttangente sollte vorab geklärt sein. Diese Frage sei für Pohl elementar. Die Freien Wähler sehen in ihr keine Notwendigkeit, so Pohl, und lehnen das Projekt ab, da es aus ihrer Sicht mit einem Investitionsvolumen von 100 Millionen Plus X finanziell nicht darstellbar sei.

In der Summe seien dies für Pohl zu viele Unbekannte. Daher unterbreitete er nach eigenen Aussagen jetzt der Obersten Baubehörde und dem Staatlichen Bauamt den Vorschlag, die B12 vierspurig wie geplant ausbauen zu lassen. Der Bereich bei der möglichen Abfahrt sollte entsprechend verbreitert werden, um dann bei Bedarf die Abfahrt später ohne großen Aufwand an die B12 anbauen zu können. „Eben in einer Art Baukastensystem“, so Pohl. Somit hätte man genügend Zeit und könnte mit den Bürgern in einen offenen Dialog über die Abfahrt treten.

Mit diesem Vorschlag könnten sich laut Pohl auch die beiden Baubehörden anfreunden. Dies hätten ihm die Oberste Baubehörde und das Staatliche Bauamt zumindest so bestätigt.

Pforzener Umfahrung im Blick behalten

Auch mit Blick auf die geplante Pforzener Umgehung teilte Pohl mit, dass die Abfahrt Germaringen im Zuge des B12-Ausbaus wohl unverändert bleibe. Wichtig sei nun aus Pohls Sicht, dass man die Umfahrung weiterhin als vorrangig behandelt und die Maßnahme bis 2021 hinbekommt.

von Kai Lorenz

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