Nachwuchs ist sehr gefragt

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Für eine Ausbildung bei der (noch grünen) Polizei besteht immer reges Interesse.

Kaufbeuren – Der Andrang von Jugendlichen und ihren Eltern, die sich am vergangenen Sonntag beim 28. Berufs-Info-Tag des Arbeitskreises (AK) Schule-Wirtschaft Kaufbeuren bei mehr als 70 Ausbildungsbetrieben und Bildungseinrichtungen über rund 150 Berufsbilder informiert haben, war deutlich geringer als in den Vorjahren.

Schüler Jakob (14) zieht eine Ausbildung als Metallbauer in Betracht. Kunstschmied Erwin Hartwig zeigt ihm, wie man ein Metallstück in eine runde Form hämmert.

Es sei dahin gestellt, ob es, wie einige Aussteller vermuteten, mittlerweile zu viele derartige Informationsangebote gibt und man ja auch schon eine Menge im Internet recherchieren kann, ob es am schönen Wetter lag, ob die noch nicht ganz beendete Faschingssaison schuld war, oder ob tatsächlich inzwischen so viel weniger Schulabgänger als früher vorhanden sind. Jedenfalls wurden die Jugendlichen ganz schön umworben, die an diesem Tag feststellen wollten, wo ihr Stärken und Schwächen liegen, was es für Berufe gibt, die ihren Neigungen entsprechen, welche Voraussetzungen sie dafür mitbringen müssen und wie die Verdienstmöglichkeiten sind.

Aufgrund des derzeit herrschenden Fachkräftemangels wetteifern die Unternehmen zunehmend um den besten Nachwuchs. Auch Winfried Nusser, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, sprach in seiner Begrüßung den Fachkräftemangel an, den es bereits bei der Durchführung des ersten Berufs-Infotages gegeben hatte. Jetzt tendiere der Markt aufgrund des demographischen Wandels erneut dazu, während dazwischen ein Überhang an Schulabgängern zu beobachten war und die Unternehmen aus einer Vielzahl von Bewerbern auswählen konnten. Derzeit gebe es wieder mehr Lehrstellen als Bewerber.

Die Sattler-Innung lässt unter kundiger Anleitung Schlüsselanhänger aus farbigem Leder fertigen.

Diesem Mangel versuchen die Betriebe entgegenzuwirken, indem sie durch das Angebot von Schnupperpraktika, dualen Studiengängen oder Betriebsakademien vielversprechenden Mitarbeiternachwuchs frühzeitig an sich binden.

Während der Bundesverband der Gablonzer Industrie mit Bausteinaufgaben das räumliche Vorstellungsvermögen testete und die Raumausstatter- und Sattler­Innung von Interessenten Schlüsselanhänger in unterschiedlichen Designs fertigen ließ, setzte Sensortechnik Wiedemann mit einem tanzenden Roboter und einem Mini-Kickertisch auf den menschlichen Spieltrieb, um Besucher anzulocken. Exquisa hatte pikant abgeschmeckten Frischkäse zum Probieren hingestellt und die Fleischer-Innung gar ein ganzes Party-Buffet aufgebaut.

Bei der Bau-Innung ist Hochstapeln angesagt – der Rekord lag bei einer Höhe von 16 Pflastersteinen.

In der „lebenden Werkstatt“ im Sparkassengewölbe durften die Jugendlichen selbst Hand anlegen und eine Metallschale hämmern, eine hölzerne Kabelspindel fräsen oder mit Pflastersteinen „hochstapeln“. Außerdem gab es natürlich jede Menge der üblichen Werbegeschenke. Leider stand der angekündigte M+E-Truck nicht zur Verfügung, da er mit einem Hydraulikschaden am letzten Einsatzort liegen geblieben war. Und auch Schirmherr Stefan Stracke, MdB, hatte kurzfristig absagen müssen. Sein Grußwort hatte ein gut gelaunter OB Stefan Bosse übernommen. Rudolf Wisbauer, Schulleiter i. R. der Marien-Realschule und einer der beiden Vorsitzenden des AK Schule-Wirtschaft, dankte einmal mehr der Sparkasse, die das Projekt von Anfang an „personell, finanziell und räumlich“ unterstützt habe.

von Ingrid Zasche

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