Schüler werden heftig umworben

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Mehr geht nicht, weil die Aula der Mittelschule nicht ausgereicht hätte. 36 renommierte Firmen und Institutionen beteiligten sich am 5. Buchloer Berufs-Informations-Tag 2016.

Buchloe – Die Ausstellerliste konnte sich sehen lassen. Internationale und nationale Firmen, lokale Handwerksbetriebe und Behörden hatten ihre Stände am vergangenen Wochenende in der Aula der Mittelschule aufgebaut. Ebenso zahlreich war die Zielgruppe in der Aula vertreten.

Schüler aus Buchloe und den umliegenden Orten arbeiteten sich mit ihren Fragebogen durch die Stände. Dort standen ihnen nicht nur Personal- und Ausbildungsleiter gegenüber sondern auch Auszubildende, die ihren jüngeren Schulkameraden aus erster Hand den Einstieg ins Berufsleben schildern konnten.

Es spricht für den Berufs-Informations-Tag, den Konrektor Robert Protschka mit engagierten Kollegen ins Leben gerufen hat, dass nicht nur alteingesessene Buchloer Firmen vertreten waren. Die Firma Franz Mensch zum Beispiel verlegt ihren Firmensitz 2017 von Eresing nach Buchloe. Doch schon jetzt warb Personalchef Andreas März zusammen mit Auszubildenden des Unternehmens um den zukünftigen Nachwuchs. Das mittelständische Unternehmen mit den rund 160 Mitarbeitern ist bekannt für die hohe Qualität der Ausbildung. „Wir bilden nicht für die Straße aus“, sagte der Personalchef.

Zur Unternehmensphilosophie gehöre, dass man den Personalbedarf möglichst selbst ausbilde. Deshalb sei die Übernahme der Azubis schon fest eingeplant. Erik Sanktjohanser war einer der Auszubildenden, der den Schülern Auskunft aus erster Hand über den Betrieb geben konnte. „Das Interesse war groß“, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Auch Personalchef Andreas März berichtete stolz: „Die eingegangenen Bewerbungen zeigen uns, dass wir schon jetzt in Buchloe angekommen sind“.

Exquisa oder genauer gesagt die Karwendelwerke, sind ein europaweit bekanntes Unternehmen mit langer Tradition. Weniger bekannt sind dagegen die Berufe. Für Ausbildungsleiter Ralph Pfaudler ist das schon ein Grund mehr, auf dem Berufs-Informations-Tag Flagge zu zeigen und Werbung für die Berufe rund um die Milch zu machen.

Es ist die fünfte Veranstaltung dieser Art, die von der Mittelschule alle zwei Jahre mit viel Aufwand veranstaltet wird. Konrektor Robert Protschka und seine Kollegin Verona Naumenko haben eine ganze Reihe von Erfahrung gesammelt, wie sie ihre Schüler auf den Berufs-Informations-Tag vorbereiten müssen. Im Unterrichtsfach Arbeit-Wirtschaft-Technik – kurz AWT genannt – wird natürlich in den siebten und achten Klassen das Thema Berufe behandelt. Darüber hinaus haben die Pädagogen ein Begleitheft zum Berufs-Informations-Tag entwickelt. Darin müssen die Schüler selbstkritisch Fragen beantworten, beispielsweise ob ihnen körperliche, geistige oder soziale Arbeit mehr liegt. Außerdem sollten sie ihre Stärken und Kompetenzen bewerten.

In einem weiteren Schritt durften die Schüler im Internet zu einem Betrieb die Ausbildungsmöglichkeiten recherchieren. Die Bewährungsprobe kommt dann beim Berufs-Informations-Tag selbst. Was fragt man eigentlich einen Personalleiter? Bestimmt nicht nur, was man in einem Beruf verdienen kann. Hier kommt die Nützlichkeit des Fragebogens voll zur Geltung. „Welche Fähigkeiten erwartet der Betrieb zu dem gewünschten Beruf von mir?“, war eine der Fragen. Aber auch Nachteile, Praktikumsmöglichkeiten, Termine oder Voraussetzungen für eine Bewerbung sollten abgefragt werden.

Eine besondere Herausforderung sieht Verona Naumenko bei der Vorbereitung der Kinder von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Da sie nicht nur AWT unterrichtet, sondern auch „Deutsch als Zweitsprache“, ist es ihr ein besonderes Anliegen, diese Gruppe junger Menschen optimal vorzubereiten.

Besondere Gedanken hat sich Sonja Böhm gemacht. Für die Personalchefin des Transport- und Logistikunternehmens Finsterwalder war und ist es wichtig, dass sich Schülerinnen und Schüler bei der Berufswahl und beim Schreiben der Bewerbungen auch an die Firma Finsterwalder erinnern. „Prospekte alleine reichen nicht aus“, weiß Sonja Böhm. Besser sei es, wenn es blinkt, zischt oder kracht. Dementsprechend hatte sie den Stand des Logistikdienstleisters aufgebaut. Mit funkgesteuerten kleinen VW-Bullis durften Schüler „Logistik“ üben.

Wertvolle Tipps für den Berufseinstieg gab es für die Schülerinnen und Schüler in den drei angesetzten Vorträgen. „Der erste Eindruck zählt“, gab Dr. Tobias Christmann dem Nachwuchs mit auf den Weg. Deshalb sollten Bewerbungen immer Korrektur gelesen werden.

Ein dickes Dankeschön von Rektor Günter Frank gab es für seinen Konrektor und an alle Lehrer, Elternvertreter, Schüler und Behördenvertreter für das Engagement beim Berufs-Informations-Tag 2016. Größer wird die Veranstaltung zumindest in der Mittelschule nicht werden können. Die Aula war bis auf den letzten Winkel mit Ständen belegt. „Eigentlich müssten wir schon für diese Veranstaltung anbauen“, schmunzelte der Konrektor.

Von einem Anbau wollte Buchloes Bürgermeister Josef Schweinberger allerdings nichts wissen, obwohl der in seinem kurzen Grußwort durchaus die Notwendigkeit des Berufs-Informations-Tages hervorhob. „Jede Hand wird zukünftig gebraucht“, gab der Rathauschef dem Nachwuchs mit auf den Weg. An die Adresse der Firmen gerichtet sagte Schweinberger: „Hier können Sie Ihre zukünftigen Mitarbeiter kennenlernen“. Viele Stadträte und auch die Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft Buchloe nutzten die Gelegenheit, sich über die heutige Marktsituation in der Berufswelt zu informieren.

von Siegfried Spörer

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