Tierheim fordert 170.000 Euro

Berufungsverfahren vertagt: Zivilprozess soll abgewartet werden

Tierheim Beckstetten
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Das Berufungsverfahren vor dem Landgericht Kempten gegen den ehemaligen Vorsitzenden des Tierschutzvereins Kaufbeuren und Umgebung e.V., Stefan M., wurde vom Gericht vertagt.
  • VonSelma Höfer
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Kaufbeuren/Beckstetten – Nach einer Stunde war alles vorbei. Das Berufungsverfahren vor dem Landgericht Kempten gegen den ehemaligen Vorsitzenden des Tierschutzvereins Kaufbeuren und Umgebung e.V., Stefan M., wurde vom Gericht vertagt. Der Angeklagte war in dieser Funktion zwischen 2013 und 2018 auch Leiter des Tierheimes in Beckstetten. Das Gericht sah keinen Sinn, weiter zu verhandeln. Man wolle zunächst den Zivilprozess wegen der Schadensersatzansprüche des Tierschutzvereins gegen Stefan M. abwarten, betonte der Richter.

Rückblick: Stefan M. war am 17. Dezember 2020 zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden (wir berichteten). Das Amtsgericht in Kaufbeuren sah die Betrugsvorwürfe gegen Stefan M. als erwiesen an, ebenso die Vorwürfe gegen seine Ehefrau, die wegen Untreue in einem abgetrennten Verfahren zu eineinhalb Jahr Gefängnis verurteilt worden war – beide ohne Bewährung. Dagegen hatten Stefan M und seine Ehefrau Berufung eingelegt. Bis zu einem nicht mehr anfechtbaren Urteil bleiben beide Angeklagten auf freiem Fuß.

Nach den üblichen Formalien und Belehrungen des Landgerichts bat der Anwalt von Stefan M. um ein Rechtsgespräch. Für das Gericht machte das aber keinen Sinn. Es setze voraus, dass ein Geständnis vorliege und die objektive wie auch subjektive Schuld eingestanden werde.

Im Kern geht es auch im Strafverfahren um die Höhe des Schadens, die dem Tierschutzverein durch die mutmaßliche Untreue der Angeklagten entstanden ist. Strittig ist vor allem, wie die Mitarbeit der Ehefrau im Tierheim zu bewerten sei. Über Jahre hinweg hatte Frau M. Rechnungen über knapp 5000 Euro monatlich gestellt, was einem Stundenlohn von rund 30 Euro entsprach.

Der Tierschutzverein werde auf keinen Fall leer ausgehen. Rechtsanwalt Bernhard Pohl, MdL, der den Tierschutzverein anwaltlich vertritt, hatte rechtzeitig vor der Zwangsversteigerung des Anwesens der Angeklagten eine Sicherungshypothek eintragen lassen. Die Forderung des Tierschutzvereins an die beiden Angeklagten beläuft sich laut Pohl auf rund 170.000 Euro. Die Versteigerung des Hauses hat 450.000 Euro erbracht.

Der Kreisbote wird weiter über den Rechtsstreit berichten.

Siegfried Spörer

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