„Trotzphase“

Besonders kreative Kulturakteure im Rampenlicht 

Kellertheater Podium Kaufbeuren
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Kellertheater Podium: Entzerrte Tische, Plexiglas-Trennschreiben, Lüftungsanlage mit Corona-Filtern.

Kaufbeuren – Der Kulturausschuss hatte in seiner jüngsten Sitzung (wir berichteten) angeregt, unter dem Titel „Trotzphase“ Kaufbeurer Kulturakteure ins Rampenlicht der Öffentlichkeit zu rücken, die den Einschränkungen der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr unverdrossen, engagiert und besonders kreativ begegnet sind. Dazu hatten Bürgerinnen und Bürger rund ein Dutzend Vorschläge eingereicht.

Ab dieser Woche werden diese Künstler nun – unter phantasievollen Kategorienamen wie „Stimmgabelstapler“, „Sprüngehelfer“ oder „Traumfängerin“ – nach und nach vorgestellt: alle zusammen in großformatigen Zeitungsanzeigen (siehe Seite 20) und mit Plakaten auf den Litfaß-Kultursäulen, in zwei Bildgruppen ohne Text auf dem Monitor an der Spittelmühlkreuzung („Spittel-TV“), in drei Bildgruppen mit Text auf dem Sparkassen-Monitor und einzeln auf den kleinen Monitoren am Stadttheater, in den sozialen Medien und unter www.trotzphase-kaufbeuren.de. Ausführlichere Portraits der Kulturmacher und ihrer Ideen finden Sie ab heute auch beim Kreisbote.

Ehrenamtlich, freiberuflich oder risikoreich

Das Kulturamt hat sich dafür entschieden, keine städtischen Einrichtungen wie Stadtmuseum, die Sing- und Musikschule oder die Stadtbücherei in die Kampagne einzubinden, der Fokus ist laut Kulturamtsleiter Günther Pietsch auf die freie Kulturszene gerichtet; auf all diejenigen, die ehrenamtlich, freiberuflich oder mit unternehmerischem Risiko Kulturarbeit leisten. Herauskristallisiert haben sich hier nun das Kellertheater Podium, der A-cappella-Chor Neugablonz, der Ü60-Chor der St. Dominikus-Kirche sowie der Chor „Schall und Schmauch“, die „Moskitos“ vom Jakob-Brucker-Gymnasium, die Musikvereinigung Neugablonz, Querkunst, Dance Soulution, Design-Künstlerin Elsa Zasche, ­Wood&Wire-Event, Roundhouse & Co, Kulturwerkstatt, TecKili Veranstaltungstechnik und das Feuerwehrmuseum.

Unberücksichtigt blieben Projekte, die sich zur Zeit der Ausschreibung noch im Planungsstadium befanden, zum Beispiel das „20-Tage-Programm“ des Dirigenten der Musikvereinigung Neugablonz, Peter Vogt, für den Wiedereinstieg in den Probenbetrieb. Dieses Projekt wurde inzwischen vom Bundesmusikverband BMCO sogar für das Förderprogramm „Neustart Kultur“ ausgewählt. Nicht abgebildet ist auch das Trio aus Sylke Rödiger, Julia Haug und Christian Adolf, die seit über einem Jahr jeden Freitag bei Wind und Wetter vor dem Heinzelmannstift für die Bewohner singen. Sie fanden im Produktionszeitraum unglücklicherweise einfach keinen geeigneten gemeinsamen Fototermin mit den Fotografen Christoph Jorda und Karl-Josef Hildenbrand. Die beiden renommierten Fotografen hatten sich spontan bereit erklärt, die Kulturakteure mit viel Liebe zum Detail in Szene zu setzen.

Kulturakteur „Urfaust“: Peter Brosche vom Podium

Unter dem Titel „Urfaust“ findet sich mit trotzig erhobener Faust der Veranstalter Peter Brosche vom Kellertheater „Podium“. Auch er ließ sich vom Lockdown nicht entmutigen. Vielmehr hat er die Zwangspause genutzt, um mit 90 Prozent Zuschüssen vom Bund für rund 20.000 Euro das gesamte Kellertheater umzubauen und coronatauglich zu gestalten: Plexiglas-Trennschreiben an den Tischen, eine brandneue Lüftungsanlage mit Corona-Filter, automatische, berührungsfreie Türen an Eingang und Toiletten sowie ein Besucherleitsystem mit Einbahnstraßen und Abstandmarken an den Kassen, die in einen von Brosche „Schafstallgitter“ genannten Kasten eingebaut und in die Ecke versetzt wurden. Enttäuscht musste er erleben, dass er während der dritten Welle trotz alledem das Podium nicht einmal für eine von 115 auf 75 reduzierte Besucherzahl öffnen durfte. Dennoch ist er jetzt mit vorsichtigem Optimismus dabei, „ganz normal“ das Herbstprogramm ab September zu planen, beginnend am 17. September mit Josef Brustmann. Zuvor ist jedoch am Samstag, 12. Juni, Christian Springer zu Gast. Brosche spielte mit dem Gedanken, mit dieser Veranstaltung frei nach dem Motto „vormittags CSU, abends Springer“ ins Parkstadion zu gehen. Doch nun ist klar, dass die Veranstaltung im Podium um 20 Uhr stattfinden wird. Da es keine Vorverkaufsstellen mehr gibt, werden Interessierte gebeten direkt über das Kaufbeurer Kellertheater zu reservieren. Dies geht per E-Mail podium.kaufbeuren@t-online.de oder telefonisch unter 08341/13002.

Ingrid Zasche

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