Bester Torschütze der WM

Überragend bei der Streethockey-WM: André Gerartz von den Green Monsters Kaufbeuren.

„Es war mir auf jeden Fall eine Ehre Deutschland zu vertreten“, funkeln bei André Gerartz auch nach Beendigung der Streethockey-Weltmeisterschaft im tschechischen Pisek weiterhin die Augen. Der 18-Jährige von den Green Monsters Kaufbeuren sorgte mit seinem erfrischenden Offensivspiel für positives Aufsehen. Mit 13 erzielten Treffern sicherte sich Gerartz zudem den Titel des erfolgreichsten Torschützen bei der Weltmeisterschaft. Deutschland wurde übrigens nach aufopferungsvollem Kampf am Ende Fünfter.

Headcoach Gordon Lang kann nach dieser WM beruhigend aufatmen. Das gesteckte Ziel, die Schweiz und Großbritannien hinter sich zu lassen, wurde erfüllt. Dass Deutschland im Konzert der großen Teams Kanada, USA, Slowakei und Tschechien nicht mitspielen kann, war dem 38-Jährigen schon im Vorfeld der Titelkämpfe bewusst. „Wir haben gegen die USA unser bestes Spiel gezeigt“, so Lang. „Die Jungs haben ein schönes und schnelles Spiel geboten“. Zum Auftakt der U20-WM verlor Deutschland gegen die Amerikaner mit 1:5. „Die fünf Gegentore waren allesamt Geschenke von uns. Die USA machte aus jeder Aktion ein Tor“, so Gordon Lang, der seiner Mannschaft zum Auftakt keinen Vorwurf machen konnte. André Gerartz war es, der zum zwischenzeitlichen 1:2 aus Sicht der Deutschen Nationalmannschaft einnetzte. Wie man die Sportart Streethockey in Perfektion spielt, zeigten die Kanadier, die im zweiten WM-Vorrundenspiel Deutschland mit 10:1 in die Schranken wies. Schon das erste Drittel ging mit 4:0 an Kanada. Die Überlegenheit des amtierenden Weltmeisters spiegelte sich auch in der Schussstatistik aus dem zweiten Abschnitt wider: Ganze 22 Mal wurde auf das Tor des Rosenheimers Kai Klimesch geschossen. Doch nur zweimal musste der 18-jährige Goali hinter sich greifen. Im Schlussabschnitt sorgte Kanada mit dem 4:1 wieder für klare Verhältnisse. Den einzigen Treffer für Deutschland erzielte Ferdinand Hiebler von den Piranhas Germaringen. „Die Kanadier spielen zehn Monate im Jahr Streethockey. Dennoch hat es uns viel Spaß gemacht gegen sie zu spielen“, so die Erkenntnis von Coach Gordon Lang. Während Streethockey in Kanada als professionellen Sport betrieben wird, sind die Bedingungen in Deutschland weiterhin amateurhaft. Doch machten es die deutschen Cracks mit ihrer kämpferischen Einstellung wieder wett. Gegen die Schweiz gelang ihnen ein 3:1-Erfolg. Erneut traf André Gerartz für die Deutschen. Eine klare Sache war die Partie gegen WM-Neuling Großbritannien. Mit 11:1 konnte man die Jungs von der Insel buchstäblich aus dem Stadion schießen. Green Monsters-Spieler André Gerartz traf allein acht Mal für Deutschland. Er wurde darauf zum besten „Player of the game“ ausgezeichnet. „Das ist ein super Gefühl“ schwärmt der 19-Jährige. Für ihn ist es die erste WM überhaupt gewesen. Weil er sich so in bestechender Form präsentierte, wurde er gleich per Handschlag für die beiden Länderspiele der A-Nationalmannschaft gegen die Schweiz am 30. Juni und 1. Juli in der Kaufbeurer Sparkassen-Arena nominiert. „André hat eine überragende WM gespielt. Am Stock ist er spielerisch einfach topp“, lobt ihn Coach Gordon Lang. Der Eishockey-Spieler Gerartz stammt gebürtig aus Köln, war als 13-Jähriger in Berlin auf dem Eis, bevor es ihn vergangene Saison ins DNL-Team nach Kaufbeuren zog. Im Winter wechselte Gerartz nach Peiting. „Wir haben ein super Team. Jeder konnte sich auf jeden verlassen“, freut sich der Monsters-Spieler bereits auf die Länderspiel-Serie gegen die Eidgenossen. Weil die Ungarn aus finanziellen Gründen der U20-WM fern blieben, musste Deutschland im Spiel um Platz fünf erneut gegen die Schweiz antreten. Diesmal war die Sache noch deutlicher: 6:1 gewann Deutschland. Erneut zeigte sich André Gerartz in Torlaune, denn drei Tore (Hattrick) gingen erneut auf sein Konto. Er wurde zum zweiten Mal in Folge zum „Player Of The Game“ gekürt. „André war einfach nur gigantisch“, lobt ihn sein Coach in höchsten Tönen. Er sei wegen dem Erfolg nicht abgehoben, so Lang weiter. „Solche Spieler möchtest du als Trainer immer gerne haben, die Tore erzielen und keine Strafzeiten verbuchen“, attestiert der 38-jährige Coach dem Green Monsters-Spieler eine erfolgreiche Zukunft, „wenn er weiterhin dranbleibt“. Der Füssener Matthias Müller wurde als bester Verteidiger des Turniers ins „All-Star-Team“ berufen. Der ESVK-Crack spielt in der Streethockey-Bundesliga-Süd für die Heilbronn Hornets. Kanada blieb übrigens seiner Favoritenrolle gerecht. Im Finale siegten die Ahornblätter gegen Tschechien knapp mit 3:2. Rund 3.000 Besucher verfolgten dieses Traumduell. Bronze ging übrigens an die USA, die Slowakei wurde nur Vierter.

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