Betreutes Wohnen statt Polizei

Sicher keine Zierde, das alte Polizeigebäude. Sollte das Landratsamt den Bau genehmigen, werden hier zwei dreistöckige Gebäude für betreutes Wohnen entstehen. Foto: Bauer

Mit mehreren Bauanträgen hatte sich der Stadtrat in seiner letzen Sitzung zu beschäftigen. Während eine Baumaßnahme der Firma AGCO-Fendt die volle Zustimmung der Räte fand, gab es bezüglich der Nachnutzung des ehemaligen Polizeigrundstückes und wegen der geplanten Umbaumaßnahme eines Stallgebäudes in Leuterschach noch Diskussionsbedarf.

Wegen der durch den Stadtrat erlassenen Veränderungssperre war es notwendig geworden, eine Ausnahmegenehmigung für die Neuerrichtung einer Werkhalle der Firma AGCO-Fendt an anderer Stelle zu erteilen. Zu dieser Maßnahme stellte der Stadtrat einstimmig sein Einvernehmen fest und erteilte die notwendige Ausnahmegenehmigung. Wesentlich umstrittener war der Neubau zweier dreigeschossiger Gebäude auf dem Grundstück der ehemaligen Polizeistation. Die insgesamt 14 Service-Wohnungen für betreutes Wohnen waren bereits Gegenstand einer juristischen Anhörung, da die Anlieger der Kemptener Straße sich nicht mit dieser Baumaßnahme abfinden wollten. Axel Maaß (Grüne) beanstandete die massive Bebauung, vor allem deshalb, weil die bisherige Bebauung viel niedriger sei. Er regte einen weitergehenden Kompromiss zwischen den Bauherren und den Nachbarn an und begründete so seine Ablehnung zu dem Bauvorhaben. Jutta Jandl (SPD) befürchtete wegen des hohen Baukörpers eine beträchtliche Schattenbildung und erklärte sich mit Maaß solidarisch. Die Frage von Eduard Gapp (CSU), ob es einen Bebauungsplan gebe, wurde von Christoph Schreiber vom Bauamt verneint. Damit müsse sich das Neubauvorhaben an der Größe der bereits vorhandenen Gebäude orientieren. Bürgermeister Werner Himmer wies im Zuge der Diskussion darauf hin, dass nicht über Befindlichkeiten abzustimmen sei, und dass es nach der Neudimensionierung der Gebäudeanstandsflächen keine rechtlichen Gründe gebe das Einvernehmen der Stadt zu verweigern. Mit zwei Gegenstimmen wurde, nachdem sich auch Wolfgang Hannig (SPD) für das Bauvorhaben ausgesprochen hatte („was recht ist muss auch recht bleiben“) der Abbruch des Polizeigebäudes und der Neubau genehmigt. Nicht der Umbau eines Stallgebäudes zum Wohnhaus in Leuterschach, sondern ein hier bisher nicht genehmigter Wintergarten erzürnte teilweise die Gemüter im Stadtrat. Die Reaktionen reichten von einer nachträglicher Genehmigung, bei gleichzeitiger Spende für den Kindergarten über „so etwas ermuntert ja zum Schwarzbau, dann sind alle die sich an die Regeln halten sind die Deppen“ (Axel Maaß, Grüne) bis hin „das ist ein Kuhhandel“ (Clara Knestel, Grüne). Nachdem der Antrag, den Wintergarten aus dem Beschlussvorschlag herauszunehmen gescheitert war, wurde das Bauvorhaben gegen sechs Stimmen genehmigt.

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