Landkreis stellt Bevölkerungsprognose für das Ostallgäu vor

Generationswechsel verstärkt sich

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Die jüngste Bevölkerungsprognose für das Ostallgäu rechnet mit mehr Geburten und mehr Senioren. Dies wird erheblichen Einfluss bei der Bereitstellung von pflegerischer Versorgung und beim Wohnungsbau haben.

Ostallgäu – Die Bevölkerung im Ostallgäu wird in den nächsten 20 Jahren weiter wachsen, wieder mehr Kinder werden geboren und mehr Senioren über 80 Jahre leben im Landkreis. Das ist das Ergebnis der aktuell vorgestellten Bevölkerungsprognose für das Ostallgäu.

Christian Rindsfüßer vom Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenpflege, Gesundheitsforschung und Statistik SAGS erläuterte die ermittelten Statistiken, die den Gemeinden bei den örtlichen Bedarfsplanungen oder den Ausbau der gemeindlichen Infrastruktur helfen sollen. Die letzte Prognose war 2008 vorgestellt worden und diente als Grundlage für das Seniorenkonzept des Landkreises.

Zunächst wurden über die Einwohnermeldeämter die bisherigen Bevölkerungsprozesse von Einwohnern, Geburten- und Sterbedaten, sowie Zu- und Wegzüge von 1998 bis heute ermittelt. Weiter wurden dann die Einschätzungen der Bürgermeister vor Ort mit hinzugenommen. In einer bereitgestellten Datenbank können zukünftig die Kommunen eigene gemeindebezogene Hochrechnungen durchführen.

Im Zeitraum von 2000 bis heute hatten sich die einzelnen Gemeinden unterschiedlich entwickelt, im nördlichen Bereich des Landkreises mit ihrer Nähe zu München und Augsburg mit rund 14,5 Prozent mehr oder im Raum Füssen um 12,3 Prozent. Andere Gemeinden wie Stötten am Auerberg hatten einen Rückgang um 2,4 Prozent oder beispielsweise Obergünzburg eine leichte Steigerung um 1,9 Prozent zu verzeichnen. Besonders im Süden des Landkreises blieb der Anteil der Jugendlichen unter 18 Jahren unter 17 Prozent, dafür der Anteil der über 59-Jährigen über 28 Prozent. Hierbei verfälschen, laut der Experten, die Pflegeeinrichtungen in den Kommunen die Statistik.

Seit 2010 sei wieder eine Steigerung der Geburtenzahlen zu verzeichnen und liege wieder auf dem Niveau wie vor der Jahrtausendwende. „Auffallend dabei ist der Trend zu weniger Kindern in den Tourismusgebieten und mehr Kindern in den ländlichen Gebieten, da wo man sich niederlässt“, erläuterte der Statistikexperte. Für die Gemeinden bedeutet dies, dass sie für die frühkindliche Betreuung schnell reagieren müssten. Bei den Wanderungsintensitäten stehe erwartungsgemäß der äußerste Norden und Süden des Landkreises im Schwerpunkt, ebenfalls werde die Statistik durch den Anstieg der Flüchtlinge beeinflusst.

„Insgesamt wird sich die Bevölkerung im Landkreis von 138.000 Einwohner im Jahr 2016 auf etwa 150.000 im Jahre 2036 entwickeln“, prognostiziert der Diplom-Statistiker Rindsfüßer. Die Geburtenrate im Landkreis Ostallgäu liege etwa + 10,5 Prozent über den Zahlen in Bayern und müsse von den Gemeinden durch ein regelmäßiges Monitoring im Auge behalten werden.

Die Zahl der Senioren, besonders der älteren, steige deutlich an. Dabei werde die Anzahl der 60 bis 79-Jährigen von 20,3 auf 26,5 Prozent steigen, bei den über 80-jährigen von 5,3 auf 8,3 Prozent. Dies habe erheblichen Einfluss auf die Bereitstellung von pflegerischer Versorgung und Pflegeversicherungsleistungen (vollstationär, ambulant und Pflegegeld).

Als wichtige Handlungsfelder des demographischen Wandels formuliert Rindsfüßer zusammenfassend: „Der Generationswechsel in den Wohnquartieren verstärkt sich und muss bei der Bauleitplanung, im Wohnungsbau und der Infrastruktur im öffentlichen Raum berücksichtigt werden“.

von Wolfgang Krusche

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