Bezirksverband: Markus Brem beerbt Bernhard Pohl – Josef Rid geehrt

Neue Spitze bei den Freien Wählern

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Der scheidende Vorsitzende MdL Bernhard Pohl (Kaufbeuren) schlug Markus Brem (Gersthofen) als seinen Nachfolger vor.

Marktoberdorf – Bei der Versammlung des Bezirksverbands der Freien Wähler Schwaben in Marktoberdorf gab es kürzlich einen Stabwechsel: Der scheidende Vorsitzende Bernhard Pohl (Kaufbeuren) schlug Markus Brem (Gersthofen) als seinen Nachfolger vor, die Versammlung wählte ihn daraufhin ohne Gegenkandidaten mit deutlicher Mehrheit.

Zuvor ernannte die Versammlung auf Vorschlag des Kaufbeurer Landtagsabgeordneten dessen Vorgänger Josef Rid (Buchloe) einstimmig zum Ehren-Bezirksvorsitzenden. Mit ihren Grußworten bedankten sich der Ostallgäuer Kreisvorsitzende Manfred Rinderle (Seeg) sowie der Bezirksrat und ehemalige Landrat Johann Fleschhut bei der alten Vorstandschaft für die geleistete Arbeit und forderten im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen das neue Führungsteam auf, wieder politischer zu werden.

In seiner Laudatio für Josef Rid ging Pohl auf ein Jahrzehnt gemeinsamer und erfolgreicher Arbeit für die Freien Wähler ein: „Johann Fleschhut und ich im Landesvorstand und Du als Bezirksvorsitzender – das war ein unschlagbares Team. Du hast Dich um den Aufbau des Bezirks gekümmert, ich um die Leitlinien der Inhalte der Freien Wähler in Bayern. Als Du Dein Amt angetreten hast, hatten die Freien Wähler in Schwaben weder handlungsfähige Landtagsabgeordnete noch Landräte. Jetzt haben wir zwei Landräte, drei Landtagsabgeordnete, zwei Bezirksräte und auch eine Europaabgeordnete. Daran hast Du einen ganz großen Anteil“, betonte Pohl.

In seinem Rechenschaftsbericht forderte Pohl eine stärkere Rückbesinnung auf den Markenkern der Freien Wähler. „Wir sind mit dem Slogan in den Landtag eingezogen ‚Bayern ist mehr als München und Oberbayern, wir müssen das ganze Land stark machen‘ und haben konsequent für gleichwertige Lebensverhältnisse in Bayern gekämpft, als die CSU mit ihrem Zukunftsrat noch ausschließlich auf die Stärkung der Metropolen gesetzt hat. Wir haben für schnelles Internet im ländlichen Raum gekämpft, als Erwin Huber noch meinte, dies sei ausschließlich Sache der Privatwirtschaft. Wir kämpfen für barrierefreie Bahnhöfe und die Elektrifizierung der Bahnstrecken im Allgäu, während die CSU und die SPD auf milliardenschwere Großprojekte wie die zweite Stammstrecke und die dritte Startbahn in München setzt. Das müssen wir wieder deutlicher zur Sprache bringen“, forderte Pohl in seiner Rede. Er erinnerte auch daran, wo die Freien Wähler her kommen: „Bei den Freien Wählern finden sich Menschen, die bereits etwas sind und nicht diejenigen, die nur etwas werden wollen. Vom Hörsaal in den Plenarsaal – das ist nicht der Weg des typischen Freien Wählers“.

Pohl erinnerte in seinem Rückblick an die Massenpetition gegen eine Monsterstromtrasse in Nordschwaben, die über 20.000 Unterstützer gefunden habe und zu einer grundlegenden Änderung der Pläne der Strombetreiber geführt habe. Auch der erfolgreiche Kampf für den Erhalt des österreichischen Fernsehens in der Allgäuer Grenzregion sei ein Erfolg, genauso wie große Veranstaltungen vom Neujahrsempfang über den Ascherdonnerstag bis hin zum Kommunalgipfel.

Für die Neuwahlen empfahl Pohl Markus Brem als neuen Vorsitzenden. Er selbst habe der Vorstandschaft bereits im Dezember mitgeteilt, für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Es mache Sinn, die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen. Neben der Arbeit im Bayerischen Landtag als Haushalts- und Finanzpolitischer Sprecher gebe es auch in Schwaben politisch viel zu tun. Seine Kollegen Dr. Leopold Herz und Hans Häusler hätten ihn zum Sprecher der schwäbischen FW-Abgeordneten bestimmt. Diese Aufgabe erfordere es, noch intensivere politische Arbeit als bisher in Schwaben zu machen und im ganzen Bezirk präsent zu sein. Hinzu komme nun noch die Aufgabe als designierter stellvertretender Vorsitzender des Untersuchungsausschusses zum Bayern-Ei Skandal. „Diese Aufgabe wird mich für den Rest des Jahres und wohl auch noch darüber hinaus sehr stark in Beschlag nehmen“, betonte Pohl.

Mit über 80 Prozent wurde Brem dann ohne Gegenkandidat zum Nachfolger Pohls gewählt. Als Stellvertreter fungieren Franziska Hochmair (Friedberg), Hugo Wirthensohn (Wildpoldsried), Fabian Mehring (Meitingen) und Wolfgang Schrapp (Bellenberg).

Bei der Wahl zum Schatzmeister unterlag Alexander Folter (Kaufbeu­ren) der Augsburger Kandidatin Sabrina Paschkewitz. Schriftführerin ist Gabriele Fischer (Burgberg).

Die Ostallgäuer Bundestagskandidatin Susen Knabner (Kaufbeuren) wurde zur neuen Rechtsreferentin gewählt. Mit einem überzeugenden Ergebnis gaben ihr die Anwesenden Delegierten ihr Vertrauen. Als Beisitzer gehören der Vorstandschaft künftig Manfred Rinderle (Seeg) und Wolfgang Müller (Kaufbeuren) an.

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