Freiwillige Feuerwehr Kaufbeuren zieht Bilanz des letzten Jahres

Fast anderthalb Einsätze pro Tag

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Alle Geehrten und Beförderten lassen sich nach der Versammlung stolz zusammen ablichten. Karl Auerbach (2. v. re. unten) bekam zuvor großen Applaus für seine 70 Jahre als Mitglied im Feuerwehrverein Kaufbeuren.

Kaufbeuren – Sie sind da, wenn es brennt. Sie sehen mitunter ihre Kameraden häufiger als die Familie und verlassen auch den Arbeitsplatz, wenn die Sirene geht. Die Zahl der Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren belief sich im letzten Jahr auf 429 – das entspricht etwa 1,2 Einsätze pro Tag, wie Bernhard Pohl, MdL, nachgerechnet hatte.

Dies ging aus dem Jahresbericht des Kommandanten im Rahmen der Jahreshauptversammlung vergangene Woche hervor. 

Stadtbrandrat Thomas Vogt informierte in seinem Jahresbericht darüber, dass die Freiwillige Feuerwehr Kaufbeuren 429 Einsätze zu bewältigen hatte, zusammen mit den Stadtteilwehren käme man auf 439 Einsätze. Vogt betonte besonders, dass allein 109 Einsätze auf Fehlalarmierungen entfielen – so viele wie noch nie – , sei es blinder Alarm, Fehlalarme, die durch Brandmeldealarme ausgelöst worden seien oder böswilliger Alarm. 

Letzterer wurde im vergangenen Jahr 20-mal ausgelöst, davon 19 Mal am Bezirkskrankenhaus (BKH). „Ab Juni war damit aber Schluss“, erwähnte der Stadtbrandrat, was möglicherweise auf einen Auszug aus dem BKH zurückzuführen sei. Dennoch ereignete sich dort im August ein Zimmerbrand, wo die Einsatzkräfte besonders gefordert gewesen waren, so Vogt. 

Auch das Vereinsleben bot einige Highlights im Jahr 2014. So blickte Vorstandsvorsitzender Hubert Weikmann auf den allseits beliebten Feuerwehrball im Fasching zurück und lies die Erinnerung mittels Fotos wieder aufleben. Besondere Erwähnung fand auch das Lagerleben, das im letzten Jahr mit „einer schönen Überraschung“ aufwartete: Der Tänzelfestverein zeichnete die Feuerwehr Kaufbeuren mit dem „Sonderpreis 2014“ aus. Weikmann gewährte abschließend noch einen Blick in die Zukunft. Der Vereinsausflug im kommenden Oktober nach Prag, an dem sich bereits viele der 287 Vereinsmitglieder angemeldet haben, werde sicherlich den Höhepunkt markieren. 

Jugendwart Marcus Siegel berichtete von einer sich gut entwickelnden Jugendgruppe mit derzeit 35 Jugendlichen, darunter sieben Mädchen. Die Gruppe würde sehr viel Engagement zeigen, beispielsweise mit dem Abzeichenverkauf am Tänzelfest. 

Nicht ganz so rosig lief es für das Feuerwehrmuseum. Dieses konnte im vergangenen Jahr 572 Besucher zählen, im Jahr zuvor waren es noch 702, wie Helmut Winkler vom Feuerwehr-Museumsverein berichtete. Dennoch hatte auch er etwas Vielversprechendes zu vermelden: seit ziemlich genau einem Jahr gibt es die „Kaufbeurer Steigerprise“, einen Schnupftabak, der eine Hommage an die Arbeit der Feuerwehren sei. Die Dose ziert das Motiv eines Steigers, der „Vorform“ eines Feuerwehrmannes. 

Auch die Stadt weiß die Arbeit der Feuerwehr zu schätzen und so waren einige Stadtrats- und Verwaltungsmitglieder anwesend. Aufgrund einer Verspätung des Oberbürgermeister Stefan Bosse, nahm Bernhard Pohl, MdL, das Grußwort in die Hand. Augenzwinkernd ermutigte er vor allem die männlichen Anwesenden dazu, ihre Frauen als Mitglieder zur Feuerwehr mitzubringen, nachdem er erfahren habe, dass man sie durch den Feuerwehrdienst nicht so häufig zu Gesicht bekäme. 

Nach seiner verspäteten Ankunft erklärte OB Bosse das gemeinsame Ziel von Stadtverwaltung und den Feuerwehren: Schaden von der Stadt und ihren Bewohnern abzuwenden. Ihm sei wichtig, dass man bei Einsätzen auf sich selbst und andere aufpasst. Auch sollen sich die 158 aktiven Feuerwehrler Kaufbeurens „nicht entmutigen lassen“, wenn mal wieder ein Fehlalarm ausgelöst werde. So habe die Feuerwehr den Brand am BKH „trotz dutzender Fehlalarme vorbildlich“ bekämpft. Er verwies abschließend auf das anstehende Großprojekt „Feuerwehrgerätehaus“, das in zwei Bauabschnitten nach den Vorschlägen von der Feuerwehr selbst umgebaut werden wird. 

Bei den abschließenden Vereinsehrungen wurde vor allem Karl Auerbach hervorgehoben, der neben einer Urkunde für seine 70-jährige Vereinszugehörigkeit auch stehende Ovationen von seinen Kameraden bekam.

von Martina Staudinger


Einsätze 2014 (2013):

• 50 Brände (47), davon 33 Kleinbrände, drei Mittelbrände, zwei Großbrände, zwölf Brände, die beim Eintreffen an der Einsatzstelle bereits gelöscht waren 

• 221 Technische Hilfeleistungen (238), davon 27 Personenrettungen mit Drehleiter 

• 109 Fehlalarmierungen (71) 

• 49 Sicherheitswachen (88), relativ gering, wegen geschlossenem Stadttheater

Vereinsehrungen und Beförderungen:

• 10 Jahre (Urkunde und Bronzeabzeichen): Marion Bosch, Alexander Friedrich, Patrik Scheffs und Peter Heel 

• 20 Jahre (Urkunde und Silberabzeichen): Manfred Brehm, Andreas Möst und Ernst-Jochen Metzler 

• 30 Jahre (Urkunde): Karlheinz Rättich 

• 40 Jahre (Urkunde und Goldabzeichen): Manfred Cunego, Manfred Hefele, Peter Landvogt, Norman Marian, Johann Rinke, Klaus Röhrle, Peter Rösler und Heinrich Stießberger 

• 50 Jahre: Heinz Kreuter 

• 70 Jahre: Karl Auerbach

• Feuerwehrmänner: Daniel Höfler, Robin Marxer, Sebastian Giersig, Maximilian Impelmann, Florian Risse und Philip Vogt 

• Oberfeuerwehrmänner: Maximilian Fischer, Benedikt Häseler, Alexander Holzapfel, Viktor Ramich, Stefan Vogt, Patrick Boenisch, Kevin Hartmann und Peter Schilling 

• Hauptfeuerwehrmänner: Alfred Schöllhorn, Marco Lombardini und Peter Reichle 

• Löschmeister: Stefan Gabler

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