Beim zweiten Anlauf erfolgreich

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Mit 5000 Euro will die Stadt künftig Projekte fördern, die zu Begegnung, Bildung und Integration beitragen.

Marktoberdorf – Er trägt einen neuen Namen, zeigt schärfere Kante und wird nun getragen von Vertretern fast aller Fraktionen im Stadtrat: als Integrationsfonds jüngst von der SPD auf den Weg gebracht, fand der neu firmierte, interkulturelle Bildungs- und Begegnungsfonds die mehrheitliche Zustimmung des Stadtrats.

Mit dem 5000 Euro schweren Fonds soll die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in Markt­oberdorf gefördert werden. Nachdem die SPD in der vergangenen Stadtratssitzung mit ihrem Antrag auf die Einrichtung eines Integrationsfonds gescheitert war (wir berichteten), machte sich eine interfraktionelle Arbeitsgruppe daran, Kritikpunkte auszuräumen und die Förderung auf feste Beine zu stellen. 

Was wird gefördert? 

Angelegt auf ein Jahr und ausgestattet mit 5000 Euro, sollen bereits heuer Projekte unterstützt werden, die maßgeblich bildenden Charakter haben und die Begegnung zwischen den Kulturen in den Vordergrund stellen. Denn der Fonds richtet sein Augenmerk nicht nur auf Asylsuchende, sondern hat alle Menschen im Blick, die sich in Marktoberdorf integrieren wollen. 

Außerdem soll gerade die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer unterstützt werden. Bevorzugt werden Maßnahmen, die möglichst nachhaltig, motivationsfördernd und auf Dauer angelegt sind. Dazu müssen im Antrag mindestens drei messbare Ziele genannt werden. Förderfähig sind ehrenamtliche Initiativen, Vereine und Organisationen, keine Einzelpersonen. Rein sportliche Veranstaltungen oder vereinsspezifische Angebote können ebenfalls nicht gefördert werden. Auch Doppelförderungen sind nicht möglich. 

Über Förderhöhe und -kriterien berät ein Gremium, das aus vier Mitgliedern besteht, darunter der Integrationsbeauftragte der Stadt, sowie drei Stadtratsmitglieder. Für die laufende Stadtratsperiode wurden dafür Bildungsreferent Thorsten Krebs (CSU), Dr. Walter Breiner (Freie Wähler) und Erich Nieberle (SPD) bestimmt. 

Kritik an der Auflage eines städtischen Fonds zur interkulturellen Begegnung kam vor allem aus der Bayernpartei. Man sende damit das falsche Signal aus, befürchtete Peter Fendt. „Dann kommen immer mehr“, warnte er und forderte ein Ende der Willkommenskultur. 

Thorsten Krebs (CSU) hielt dagegen und sagte: „Wir entscheiden nicht in Markt­oberdorf über die Flüchtlingsströme, sondern wir helfen mit diesem Fonds den Menschen vor Ort.“ Auch Wolfgang Hannig (SPD) und Walter Breiner sprangen für die Sinnhaftigkeit eines solchen Fonds in die Bresche: „Begegnung schafft Vertrauen. Das wollen wir hier in Marktoberdorf“, sagte Hannig. Mit fünf Gegenstimmen wurde letztendlich die Einrichtung des Bildungs- und Begegnungsfonds beschlossen.

von Angelika Hirschberg

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