Bayern-SPD informiert sich bei Ortstermin in Kaufbeuren

Unzumutbarer Zustand des Bahnhofs

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Ortstermin am Kaufbeurer Bahnhof (v. li.): MdL Bernhard Roos, MdL Dr. Simone Strohmayr, MdL Harald Güller, MdL Natascha Kohnen, MdL Herbert Woerlein, Angelika Mann (Behindertenbeirat Kaufbeuren), Catrin Riedl (SPD-Stadträtin Kaufbeuren), Claudia Teodorovic (Behindertenbeauftragte Stadt Kaufbeuren) und MdL Dr. Paul Wengert.

Kaufbeuren – Zu einem Ortstermin trafen sich Spitzen der SPD aus dem Bayerischen Landtag am Kaufbeurer Bahnhof. Sie wollten sich von den Barrieren für mobilitätseingeschränkte Reisende ein Bild machen.

Nach der letztjährigen Erklärung von Ministerpräsident Horst Seehofer für ein barrierefreies Bayern bis 2023 hatte der Landesverband alle Ortsvereine für eine Bestandsaufnahme angeschrieben. Die Rücknahme dieser Ankündigung und die Beschränkung für Investitionen auf bayernweit 60 Millionen Euro stößt bei der SPD auf totales Unverständnis und löst heftige Reaktionen aus. „Die CSU ignoriert den unzumutbaren Zustand des Bahnhofs“, so Natascha Kohnen, die Generalsekretärin der Bayern-SPD. 

Die SPD-Spitzen hatten eine Tagung im nahen Irsee für einen Ortstermin am Kaufbeurer Bahnhof genutzt. „Ich kann mir nicht erklären, warum die drittgrößte Stadt im Allgäu noch keinen barrierefreien Bahnhof hat. Ältere Menschen, Mütter mit Kinderwagen und Leute im Rollstuhl haben fast keine Chance, Züge in Kaufbeuren zu erreichen. Das ist ein Armutszeugnis“, wetterte die Generalsekretärin. Sie fordere die CSU-geführte Staatsregierung auf, den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs in Kaufbeuren zu ermöglichen. Er müsse rasch ins Ausbauprogramm. 

„Dieses Bild ist an bayerischen Bahnhöfen die Regel“, ärgerte sich MdL Dr. Simone Strohmayr. Und ihr schwäbischer Kollege Dr. Paul Wengert weiß aus eigener Erfahrung bei häufigen Fahrten von seinem Wohnort in Füssen nach München zu berichten: „Viele gerade ältere Menschen haben Probleme und sind oft auf fremde Hilfe angewiesen. Ich halte das für einen untragbaren und ärgerlichen Zustand“, so der SPD-Kommunalexperte. 

Versprechungen 

Wengert erinnerte auch an die Versprechungen der Staatsregierung: „Die CSU hat bei den Menschen Hoffnungen auf barrierefreie Bahnhöfe, Behörden und Schulen geweckt. Barrierefreiheit für alle Gebäude bis 2023 war ein zentrales Wahlkampfversprechen der CSU. Diese Hoffnungen hat Horst Seehofer furchtbar enttäuscht. Er hat sein Wahlversprechen gebrochen, als er kürzlich das Ziel der Barrierefreiheit für alle Gebäude in Bayern aufgab. Echte Barrierefreiheit erreichen wir aber nur dann, wenn die Staatsregierung sich deutlich über den jetzt eingeschränkten Rahmen von 60 Millionen Euro engagiert.“ 

Der laufende barrierefreie Umbau des Bahnhofs in Passau (Fertigstellung: 2017) koste laut Bahn 21,5 Millionen Euro, erklärte MdL Bernhard Roos, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. von Wolfgang Becker

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