Ausstellungsformat „Blick Fang“

Wohlfeile Werke

+
Größtes und teuerstes Exponat und zentraler Blickfang der Ausstellung ist das 2016 entstandene Werk von Alexandra Hendrikoff, „plantal knowingly“, (Transparentpapier, Strohseide, Weidenzweige, Wiesenbocksbart und Süßgrassamen, Fadenalgen, Gaze, Weizenkleister).

Kaufbeuren – Das 2016 zum 20. Jubiläum des Kaufbeurer Kunsthauses erstmals präsentierte Ausstellungsformat „Blick Fang“ war gleich ein durchschlagender Erfolg: Von 118 Werken wurden 21 verkauft und neben privaten Kunstliebhabern erwarb auch die Ankaufskommission des Freistaates Bayern Werke mehrerer Künstler. „Meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern übertroffen“, kommentierte Kunsthausdirektor Jan T. Wilms, „vor allem, weil unter den verkauften Werken auch einige der teureren Exponate waren“.

Kürzlich wurde die 2. „Jahresausstellung mit Verkauf“ eröffnet, die erneut „die Präsentation, Förderung und Vermittlung von Gegenwartskunst aus der Region und dem gesamten Bundesgebiet in den Mittelpunkt stellt“, wie es im Ausstellungsführer heißt.

Alle gezeigten über hundert Werke aus Malerei, Bildhauerei, Zeichnung, Druckgrafik und Fotografie „mit einem hohen ästhetischen und künstlerischen Anspruch“ von 30 Künstlerinnen und Künstlern können zu Preisen zwischen knapp 200 bis etwa 9.000 Euro käuflich erworben werden. Die meisten Preise bewegen sich um 500 Euro - da Kunst „auch für den normalverdienenden Bürger erschwinglich“ sein soll. Der Erlös geht zu 50 Prozent an die Künstler, fünf Prozent gehen an die Künstler-Sozialkasse und 45 Prozent erhält das Kunsthaus. Der Anteil des Kunsthauses fließt zu 100 Prozent in den Ausstellungsbetrieb zurück.

Die teils unbekannten und teils etablierten Künstler wurden von einer hochkarätigen Jury unter mehr als 300 Bewerbungen – deutlich mehr als im Jahr zuvor – aus ganz Deutschland selektiert. Ziel des Kunsthauses ist es, mit „Blick Fang“ bei dem einen oder anderen Kunstfreund die Lust zum Sammeln zu wecken und gleichzeitig Kunstschaffende aus der Region mit Künstlern und Kuratoren aus anderen Teilen Deutschlands in Verbindung zu bringen, „um so die überregionale Vernetzung der Stadt Kaufbeuren und ihrer kulturellen Akteure zu fördern“. Als Partner und Mitveranstalter für „Blick Fang 2017“ konnte erneut die „Kaufbeurer Künstlerstiftung“ gewonnen werden, die seit ihrer Gründung bereits 22 Ausstellungen – zumeist von lokalen Künstlern – erfolgreich unterstützt und durchgeführt hat und mehrere ansehnliche Kunstförderpreise vergibt.

Die Besucher erhalten für die Dauer des Rundgangs auch wieder einen kleinen Ausstellungsführer zur Verfügung gestellt, der kurze Informationen zu jedem Künstler sowie eine Abbildung eines der gezeigten Werke des Künstlers enthält.

Parallel zu „Blick Fang“ sind im Foyer des Kunsthauses bis zum 2. Juni Blätter aus dem neuen Buch „9“ des mit einem Knalleffekt abgegangenen ersten Kunsthausdirektors Boris von Brauchitsch zu sehen, der einige Kapitel aus diesem Buch im Rahmen des Allgäuer Literaturfestivals im Kunsthaus gelesen hat. Von Brauchitsch hat eine Art Reisetagebuch geschrieben, amüsant formuliert und präzise beobachtet, und es mit eigenen Schwarz-Weiß-Fotos illustriert.

Leider kann man derzeit den Kunstgenuss nicht mit leiblichen Genüssen im Café Kirschkern abrunden. Das Kunsthaus sucht gerade händeringend einen neuen Pächter für das Café, um diesem Manko abzuhelfen.

Die Jahresausstellung ist bis zum 27. August zu sehen, www.kunsthaus-kaufbeuren.de.

Die Künstlerinnen und Künstler – Blick Fang 2017

Thomas Breitenfeld, Florence Bühr, Frieder, Andrea Faciu, Joachim Feldmeier, Jenny Forster, Nathalie Grenzhaeuser, Judith Hagen, Esther Hagenmaier, Anna Härtelt, Alexandra Hendrikoff, Theo Hofmann, Eri Kassnel, Victor Kraus, Patrizia Kränzlein, Gesa Lange, Christian Leitna, Philipp Liehr, Christian Muscheid, Petra Polli, Gerhard Ribka, Peter Riss, Julia Schewalie, Dieter Schmidt, Daniel Schüssler, Frank Willi Günter Sievers, Wolfgang Stehle, Sylwia Synak, Guido Weggenmann, Stefan Wischnewski

von Ingrid Zasche

Auch interessant

Meistgelesen

Unfall durch Geisterfahrer: Verursacher stirbt
Unfall durch Geisterfahrer: Verursacher stirbt
Positive Kernaussage
Positive Kernaussage
Rathaus rüstet technisch auf
Rathaus rüstet technisch auf
Qualität soll lenken
Qualität soll lenken

Kommentare