Herausforderung angenommen

Der FC Blonhofen überbrückt die Corona-Spielpause mit einem ganz besonderen Training

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Über 7000 Kilometer legten die Fußballer des FC Blonhofen bei der „Challenge 2000“ mit dem Fahrrad zurück.

Blonhofen – Wer in letzter Zeit in Kaltental und Umgebung unterwegs war, konnte dort eine Auffälligkeit entdecken: Ende April, Anfang Mai waren besonders viele Spieler des FC Blonhofen mit dem Rad oder zum Joggen unterwegs. Grund dafür war eine Wette mit ihren Trainern.

Bei den Vorbereitungen nach der Winterpause hatten zunächst wahrscheinlich die wenigsten damit gerechnet, dass in diesem Sommer erst einmal keine Fußballspiele mehr stattfinden würden. Auch nachdem beim FC Blonhofen Ende Februar das Trainingslager am Gardasee abgesagt worden war, war die Enttäuschung zwar groß, die Ausgangsbeschränkungen in Bayern schienen aber noch in weiter Ferne. 

Als diese dann kamen, wurde online trainiert. Hier standen vor allem Kraft- und Geschicklichkeitsübungen im Vordergrund. Mit der Quarantänezeit wurden immer wieder neue Herausforderungen, sogenannte Challenges, ins Leben gerufen. So wurden fleißig Urlaubs- und Kinderfotos gepostet, der ein oder andere Schnaps getrunken und schließlich auch Videos mit Klopapierrollen gedreht. Bei dieser sogenannten Klopapier-Challenge machten sowohl die Herren-, als auch die Damenmannschaft des FC Blonhofen mit.

Start der Challenge

Nachdem Ministerpräsident Markus Söder dann die Ausgangsbeschränkung erneut bis zum 4. Mai verlängerte, war klar, dass das gemeinsame Trainieren und Fußballspielen in der nähren Zukunft wohl nicht möglich sein wird. Der Start einer neuen Challenge lag da auf der Hand. Spieler Georg Gottwald hatte die passende Idee und rief per Videobotschaft zu der Herausforderung auf. Im Namen seiner Mannschaftskollegen schloss er mit den Trainern die Wette ab, dass es den Spielern in 17 Tagen gelingen würde, entweder beim Joggen oder mit dem Fahrrad insgesamt 2000 Kilometer zurückzulegen.

Die Regeln dafür sind ganz einfach: Jeder misst („trackt“) seine Aktivitäten und schickt sie in die Gruppe. Radtouren wurden mit dem Faktor ein Drittel berechnet, weil hier schneller Kilometer gesammelt werden können. Gottwald erstellte eine Excel-Tabelle. „Bitte zieht alle mit, motiviert euch, geht raus, macht Sport, miteinander, zwar getrennt, aber füreinander. Miteinander für ein gemeinsames Ziel“, hatte er seine Mitspieler in seinem Video angespornt. 

Insgesamt 320 Einheiten

Das Ergebnis zeigt, dass diese Botschaft bei den Spielern angekommen ist. Bereits am ersten Wochenende waren 60 Touren unternommen worden. Nun am Ende liegen insgesamt 320 Einheiten hinter den Teilnehmern. Insgesamt 60 Mitglieder des FC Blonhofen im Alter von neun bis ins Rentenalter begeisterten sich für die „Chall­enge 2000“. Dass dabei das Ziel bei weitem überschritten wurde, ist deshalb wohl keine Überraschung mehr. Am Ende sind die Spieler des FC Blonhofen 1400 km gelaufen und über 7200 Kilometer Rad gefahren. Die längste gelaufene Strecke betrug 25 Kilometer, die längste Strecke mit dem Fahrrad legten drei der Spieler zusammen zurück. Sie fuhren fast 200 Kilometer von Blonhofen bis zum Ammersee und um den Forggensee.

Das Resultat am Ende: Die Ausgangsbeschränkung ist zwar noch nicht vorbei, den Spielern winken aber jetzt 100 Liter Bier vom Trainerteam für eine Abschlussfeier. Außerdem spendierte die Vorstandschaft eine Brotzeit. „Durch die Challenge haben wir außerdem ein paar schöne Flecken direkt vor unserer Haustür gefunden“, so Gottwald.

Der Trend hat sich übrigens auch in der Region über die Gemeindegrenze hinweg durchgesetzt. So haben es sich zum Beispiel die Korbballerinnen des TV Irsee ebenfalls zum Ziel gesetzt, bis zum 31. Mai 1140 Kilometer zu erlaufen und zu erradeln, was auch ihnen bereits schon jetzt mit Bravour gelungen ist. „Das gemeinsame Ziel und die Ergebnisse zum Ende jeder Woche motivieren einfach und spornen an“, erzählt ihre Kapitänin Stephanie Schär. Einige Blonhofer Spieler sind sogar so motiviert, dass sie sich für den Herbst bei einem Halbmarathon angemeldet haben. Auch die Fans des FC Blonhofen können sich also wohl über diese Challenge freuen. Der Trainingseifer ihrer Mannschaft lässt nach Corona auf spannende Spiele hoffen.

Agnes Reißner

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