Für mehr Artenvielfalt und Insektenschutz

Blühendes Vorzeigeprojekt: Preisträger des Fotowettbewerbs „Wiese x 16“ ausgezeichnet

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Eine von vielen neuen Vorzeige-Wiesen vor dem Grünen Zentrum in Kaufbeuren. Das LEADER-Projekt „Wiese x 16“ endet, weiter blühen wird es auch im nächsten Jahr wieder.

Marktoberdorf/Ostallgäu – „Sag mir, wo die Blumen sind“, fragte Landrätin Maria Rita Zinnecker augenzwinkernd in die Runde, als sie am Dienstag zur Finissage des LEADER-Projekts Wiese x 16 geladen hatte. Um die Antwort auf ihre Frage war sie übrigens auch nicht verlegen: „Im Ostallgäu natürlich.“ Denn dank des Projekts für mehr Artenvielfalt und Insektenschutz konnten stolze 19.000 Quadratmeter heimische Blumenwiese in den vergangenen zwei Jahren im Ostallgäu entstehen. Ein bayernweites Vorzeigeprojekt, wie die Landrätin betonte.

Bereits im Mai 2017 starteten 16 Kommunen im Landkreis mit einem beispielhaften Grünflächenmanagement im Sinne des Naturschutzes, weit bevor das Thema Artenschutz mit dem Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ Anfang des Jahres ins Scheinwerferlicht rückte. Beteiligt waren Oberostendorf, Rieden, Pforzen, Irsee, Friesenried, Obergünzburg, Günzach, Biessenhofen, Lengenwang, Roßhaupten, Schwangau, Markt­oberdorf, Füssen, Lechbruck, Halblech sowie Rieden am Forggensee. Sie widmeten Gemeindeflächen, Verkehrsinseln, Grünstreifen und Straßenböschungen zu blühenden und naturnahen Insektenweiden um. Das Projekt wurde mit 35.000 Euro aus EU-LEADER-Mitteln gefördert und vom Landkreis betreut, der ebenfalls eigene Flächen miteinbrachte. Projektmanagerin Ingrid Völker wies in Workshops und unermüdlichen Gesprächen vor Ort Bauhofmitarbeiter und Helfer in die Umsetzung eines Naturgartens ein. Vor allem im ersten Jahr, als naturgemäß nur bescheidene Erfolge sichtbar wurden, sei Durchhaltevermögen gefragt gewesen, wie sie anschaulich am Abschlussabend berichtete. Sie bedankte sich bei allen, die die Umsetzung mit Mut und Leidenschaft angegangen hatten. Im Sommer 2019 waren dann im ganzen Landkreis viele Flächen erblüht, und das Projekt zog Kreise. „Wir hatten viele Nachfragen von Privatpersonen und anderen Gemeinden, die sich für diese Art der Flächengestaltung interessierten“, sagte Dr. Eva Stangler von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt. Die Landrätin appellierte auch an Unternehmen, sich an den Blumenwiese im Landkreis ein Beispiel für ihre Außenflächen zu nehmen.

Die Beteiligten am Artenschutz-Projekt „Wiese x 16“ und die Preisträger des gleichnamigen Fotowettbewerbs: Projektmanagerin Ingrid Völker (von links) , Umweltpädagogin Anne Berkmüller, Projektleiterin Dr. Eva Stangler, die Preisträger Ramona Riederer, Georg Guggemos, Emilie Theele, Anja Schäfer, Georg Immerz, Sabine Mändler sowie Landrätin Maria Rita Zinnecker und Andreas Zasche, Leiter Naturschutz im Landratsamt.

Ziel des Projekts „Wiese x 16“ war außerdem die Umweltbildung, in deren Auftrag Umweltpädagogin Anne Berkmüller in zahlreichen Ostallgäuer Schulen auftrat und mit den Schülern auf Entdeckungsreise ging. Gleichzeitig haben die Projektverantwortlichen einen Handlungsleitfaden herausgegeben, der auf sehr anschauliche Weise Anlage und Pflege naturnaher Grünflächen vermittelt. Er ist im Landratsamt Ostallgäu erhältlich.

Das LEADER-Projekt „Wiese x 16“ endet zwar im Dezember. Es werde jedoch auch nächstes Jahr weiter blühen, so die Land­rätin zuversichtlich. Die Verantwortung läge nun bei den Modellkommunen, die es jetzt in der Hand hätten, ihre heimischen Wiesen zu erhalten und das nachhaltige Pflegekonzept weiter zu verfolgen.

von Angelika Hirschberg

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