Bockbier-Fest der Aktienbrauerei: Volle Bänke, volle Krüge und ein gutes Maß Politikerschelte

"Ein Prosit der Gemütlichkeit"

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Die „Goaßlschnalzerinnen“ hatten die Halle mit ihrem gekonnten Auftritt fest im Griff

Kaufbeuren – Wer denkt, dass in der Fastenzeit in Kaufbeuren nicht gefeiert wird, der irrt. Das hat auch heuer wieder eine der bekanntesten Veranstaltungen in der Wertachstadt zwischen Aschermittwoch und Karfreitag bewiesen: Das Bockbier-Fest der hiesigen Aktienbrauerei.

Auch heuer hatten sich wieder zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, stilecht in „Dirndl“ und „Lederhos’n“ in die Zeppelinhalle begeben, um einen echt bayerischen Abend zu verbringen und natürlich das frisch gezapfte Bockbier zu genießen. Bereits am vergangenen Freitag wurde dem Bockbier fleißig zugesprochen, hier jedoch in Oberbeuren, wo Bürgermeister Gerhard Bucher mit zwei Schlägen den Anstich meisterte. Das gelte es zu überbieten, betonte Oberbürgermeister Stefan Bosse in der Zeppelinhalle – und schaffte es tatsächlich mit einem gezielten Schlag plus einem kleinen „Nachschubser“. Mit diesem Erfolg begann der Abend, der dank der Blasmusik der „Muckasäck’“, den Alphornbläsern und der gekonnten Einlage der „Goaßlschnalzerinnen“ weitaus mehr zu bieten hatte als nur ein gutes Bier. 

Moderator Georg Ried begrüßte unter anderem den örtlichen Landtagsabgeordneten der CSU Franz- Josef Pschierer, den ehemaligen Generalsekretär der CDU Bernd Protzner, den Landtagsabgeordneten der Freien Wähler Bernhard Pohl sowie die Kaufbeurer Bürgermeister und einige Stadträte. Die Gäste aus der Politik erwartete jedoch außer einem freundlichen Willkommen noch das „Gstanz’l“ des Moderators, das es dann wirklich in sich hatte. Der augenzwinkernde „Vorwurf“ Rieds, das Starkbier laufe bei ihnen heute besonders gut, "weil es ja nix kosten tut" war noch einer der harmloseren Reime. Denn: „Dieses Bier verleiht die Kraft, zu sagen, was man sonst nicht schafft“! Der neue Papst Franziskus I und die „Schuldenländer“ Griechenland und Zypern bekamen ihr „Fett weg“, während der (allerdings nicht anwesende) Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion Rainer Brüderle von Ried Beistand in der „Dirndl-Affäre“ erhielt: „Der Maßkrug und das Dirndl-g’wand müssen voll sein bis zum Rand!“ so der Festredner. Schließlich seien die „Allgäuer Mädel“ eher beleidigt, wenn man ihnen nicht ein Kompliment für den eigens zurechtgemachten Dirndl-Ausschnitt mache. Um solchen Diskussionen in der Öffentlichkeit vorzubeugen, empfahl er der FDP, lieber Guido Westerwelle zu abendlichen Veranstaltungen zu schicken: „Der schaut bestimmt keiner ins Dirndl nei!“ 

Zum Thema „Pferdefleisch-Skandal“ empfahl Ried, doch einfach lieber zum Bockbier zu greifen statt zur Tiefkühl-Lasagne – für dieses gebe es schließlich ein Reinheitsgebot, so Ried im Rahmen seiner nicht immer ganz ernst gemeinten, aber durchaus treffenden Reime. Oder, um es mit seinen Worten zu sagen: „Ihr lieben Leit – seid’s froh, dass’ heut a Starkbier !“ von Michaela Frisch

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