Marktoberdorfer Stadtrat: Antrag mit großer Mehrheit abgelehnt

Böllerfrei ins neue Jahr?

1 von 1
Einen Antrag, der Feuerwerk in Marktoberdorf begrenzen wollte, lehnte der Stadtrat mehrheitlich ab.

Marktoberdorf – In alten Fachwerkstädten, wie Rothenburg ob der Tauber und Quedlinburg, ist der Feuerwerkszauber zu Silvester längst tabu. Jetzt soll sich auf Antrag der Stadtratsfraktionen der Grünen und der Bayernpartei auch Marktoberdorf zur böllerfreien Zone erklären.

Doch dieser Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt, denn ein Feuerwerksverbot an Silvester sei nicht sinnvoll zu kontrollieren. Ein Argument, dem sich die meisten Stadträte anschlossen.

Christian Vavra (Grüne) konkretisierte, dass der Belastung durch Lärm, Feinstaub und Müll mit einer böllerfreien Festkultur begegnet werden könne. Deshalb wolle er das Abschießen von Silvesterraketen nur noch ganz begrenzt auf bestimmten Plätzen erlaubt sehen. Wohngebiete, ökologisch hochwertige Flächen und landwirtschaftliche Betriebe sollten zu böllerfreien Zonen erklärt werden, so der Grünen-Stadtrat. Als Alternative zum Feuerwerk könnte in der Stadtmitte ein gastronomisches Festkonzept entwickelt werden.

Im Ansatz eine gute Idee, lobte Walter Breiner (Freie Wähler). Er sah, wie auch die Stadtverwaltung, eine Kontrolle und Ahndung des Böllerverbots jedoch für schwierig an. CSU-Stadtrat Eduard Gapp verwies auf die Gefahr, die sich auf Plätzen anbahnen würde, auf denen konzentriert Raketen abgefeuert werden könnten. Denn nach den Wünschen von Grünen und Bayernpartei könnte dann nur noch in Gewerbegebieten geböllert werden, Ortsteile, Innenstadt und Wohngebiete wären ausgeklammert.

Erich Nieberle (SPD) fand deutlichere Worte zum gemeinsamen Vorschlag von Grünen und Bayernpartei, den er eine Reglementierung ohne Not nannte. Werner Moll (Stadtteile aktiv) sprach gar von „widersinnig“. Und Wolfgang Hannig (SPD) plädierte für mehr Toleranz gegenüber einem Spektakel, das ohnehin nur einmal im Jahr stattfinde. Rupert Filser von der Stadtverwaltung machte deutlich, dass ein Großteil der Innenstadt laut Satzung ohnehin schon böllerfrei sei. Das gelte für den gesamten verkehrsberuhigten Bereich der Fußgängerzone (Stadtplatz) einschließlich Marktplatz, im gesamten Bereich des Schlossgebäudes und auf der so genannten Rauh-Kreuzung.

Von Angelika Hirschberg

Auch interessant

Meistgelesen

"Die Hauptrolle spielt der Mensch"
"Die Hauptrolle spielt der Mensch"
„Kaufbeurer Modell“ oder Variante?
„Kaufbeurer Modell“ oder Variante?
Die Ideen der Architekten
Die Ideen der Architekten
Sanieren oder Warten?
Sanieren oder Warten?

Kommentare