Gefahr für Wälder

Borkenkäfer schwärmt aktuell massiv aus 

Zwei dunkle Käfer laufen auf einem Baumstamm.
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Borkenkäfer: Der sogenannte Buchdrucker schädigt Fichten. Die Fangzahlen steigen im Moment rasant an.

Ostallgäu – Die Forstverwaltung schlägt Alarm: Der Borkenkäfer ist aktuell massiv auf dem Vormarsch. Schuld daran ist ein unterdurchschnittlich kalter April und Mai, der die Schwärmtätigkeit der Fichtenborkenkäfer Buchdrucker und Kupferstecher zunächst verzögerte. Doch mit den heißen Temperaturen im Juni werden in den Borkenkäferfallen deutlich steigende Fangzahlen gemeldet. „Auch die Monitoringfallen im Ostallgäu bei Irsee und Stötten melden sehr große Fangzahlen“, so Forstdirektor Stephan Kleiner von der Forstverwaltung. „Im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahren, bei denen der Borkenkäfer in mehreren Phasen ausflog, befällt er jetzt geschwächte Fichten schlagartig und massiv“. 

Für das nördliche Ostallgäu und Kaufbeuren ist vor allem in Fichtenreinbeständen mit Stehendbefall zu rechnen. Auch in Lagen über 600 Meter erfolgt seit der letzten Woche die Anlage der ersten Käfergeneration. Forstreferendarin Theresa Bode vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren rät gefährdete Bestände auf Käferbefall mindestens alle zwei Wochen zu kontrollieren. Die Käfer produzieren große Mengen gut sichtbaren Bohrmehls, was die Suche nach ihnen erleichtert. Es ist häufig an Rindenschuppen, am Stammfuß oder in Spinnennetzen an den Bäumen sichtbar. Wird das schnupftabakähnliche Bohrmehl an einem Fichtenstamm gefunden, muss dieser umgehend gefällt werden. „Der aktuelle, konzentrierte Befall stellt eine große Gefahr dar. Er gibt den Waldbesitzern aber die Chance, durch konsequentes Aufarbeiten einen Großteil der Käfer abzuschöpfen und eine weitere Vermehrung zu bremsen“, so Bode. Daher sollten befallene Fichten umgehend gefällt und aus dem Wald entfernt werden. Können die Stämme nicht unmittelbar ins Sägewerk transportiert werden, sollten sie mindestens 500 Meter entfernt zum nächsten Nadelholzbestand zwischengelagert werden.

Für die Borkenkäferbekämpfung erhalten die Waldbesitzer finanzielle Unterstützung durch die Staatsregierung. Beratung und Unterstützung erhalten die Waldbesitzer bei den Revierleitern des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren.

kb

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