OB Bosse übt Kritik an MdL Pohls Anspruch, Ideengeber bei B12-Abfahrt zu sein

Wer war jetzt der Ideengeber?

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MdL Bernhard Pohl und OB Stefan Bosse.

Kaufbeuren – Mit Verwunderung hat OB Stefan Bosse auf die von MdL Bernhard Pohl (FW) getroffene Aussage reagiert, Urheber des Vorschlages zu sein, die B12-Abfahrt Hirschzell vorerst nicht weiter zu verfolgen. „Wenn Herr Pohl dies behauptet, schmückt er sich, gelinde gesagt, mit fremden Federn“, so Bosse gegenüber unserer Zeitung.

Nach eigenen Aussagen sei Pohl mit der Idee ans Staatliche Bauamt sowie die Oberste Baubehörde herangetreten, die B12, wie geplant ausbauen zu lassen und eine mögliche Abfahrt in Hirschzell zeitlich zu verschieben. Mit diesem Vorschlag, so Pohl, konnten sich die beiden Baubehörden anfreunden.

Das Gespräch zwischen Pohl und dem neuen Bereichsleiter beim Staatlichen Bauamt, Markus Kreitmeier, habe laut Bosse Mitte Oktober stattgefunden. „Ich kenne diesen Vorschlag jedoch seit dem 26. September“, betont der OB und fährt fort: „Er stammt von Kreitmeier“. An diesem Tag habe er ihm seine Strategie zur Beschleunigung des B12-Ausbaus vorgestellt. Diese habe unter anderem den Verzicht auf eine Anschlussstelle Hirschzell im ersten Ausbauschritt beinhaltet. Bosse habe seine Zustimmung signalisiert und zugesagt, den Vorschlag in die Beratungen des Stadtrates einzubringen, „sobald die Zahlen aus den Verkehrsuntersuchungen vorliegen“.

Darüber hinaus habe Kreitmeier die Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker über seine Pläne bereits am 20. September informiert. „Ehre wem Ehre gebührt, und die gebührt Baudirektor Kreitmeier“, so Oberbürgermeister Bosse.

Auch Kreitmeier bestätigte auf Anfrage, dass es Ende September Informationsgespräche zwischen Landrätin Zinnecker und OB Bosse gegeben habe. Dort habe er beide über seine Pläne bezüglich B12-Ausbau und auch der Hirschzeller Abfahrt informiert. Dies sei dann auch Thema im Gespräch mit MdL Pohl gewesen.

„Verstehe die Aufregung nicht“

Pohl selbst versteht Bosses Aufregung nicht: „Auch Kreitmeier hatte vor unserem Termin schon in dieselbe Richtung gedacht“, deswegen sei man sich auch ganz schnell einig gewesen. „Das Ergebnis für die Frankenrieder und die Hirschzeller zählt, darauf kommt es an“, so Pohl und fährt fort: „Ich habe jedenfalls bereits in der Bürgerversammlung im September in Hirschzell öffentlich darauf hingewiesen, dass wir eine Diskussion führen, ohne maßgebliche Fakten hierzu zu kennen und die Debatte als verfrüht bezeichnet. Bei meinen Gesprächen im Staatlichen Bauamt in Kempten und in der Obersten Baubehörde in München waren wir uns einig, erst die vierspurige B12 bis Kaufbeuren zu bauen und dann über die Abfahrt zu diskutieren. Die Behördenvertreter stellten zudem in Aussicht, die Fahrbahn in Höhe Frankenried so zu verbreitern, dass jederzeit eine Abfahrt gebaut werden kann“, betont Pohl. Auch sei die Informationsfreigabe in dieser Angelegenheit mit der Obersten Baubehörde abgesprochen gewesen.

Pohl selbst wusste vor dem Treffen im Staatlichen Bauamt in Kempten nach eigenem Bekunden nichts von den Informationsgesprächen zwischen Kreitmeier, Bosse und Zinnecker. „Warum ist Bosse damals nicht an die Öffentlichkeit gegangen?“, drückt Pohl mit Blick auf den aufkeimenden Widerstand gegen die Abfahrt sein Unverständnis aus.

„Ich hätte mir gewünscht, dass OB Bosse in dieser Sache selbst kreativ wird und Ideen entwickelt, anstatt sich darüber Gedanken zu machen, wer zuerst die Idee bezüglich der Hirschzeller B12-Abfahrt hatte“, so Pohl.

von Kai Lorenz

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