Neujahrsempfang der Sudetendeutschen Landsmannschaft

Lebendige Beziehung

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Die stellvertretende Vorsitzende des Gablonzer Heimatkreises und Stadträtin Sylwia Pohl (v. re.), OB Stefan Bosse, Bürgermeister Ernst Holy, Heimatkreisbetreuer und Stadtrat Dr. Thomas Jahn beim Empfang im Rathaus.

Kaufbeuren – Einmal mehr betonte OB Stefan Bosse beim traditionellen Neujahrsempfang der Sudetendeutschen Landsmannschaft vor einigen Tagen, wie wichtig der Stadtteil Neugablonz für Kaufbeuren ist.

Das Stadtoberhaupt und Heimatkreisbetreuer Dr. Thomas Jahn hatten auch dieses Jahr die Vertreter und Vorstände der Neugablonzer Vereine in den historischen Rathaussitzungssaal geladen, um ihnen für ihren vielfältigen ehrenamtlichen Einsatz für die Belange der Sudetendeutschen im vergangenen Jahr zu danken. 

Bosse führte aus, dass die Stadt ohne Neugablonz nicht dort stünde, wo sie heute steht. Neugablonz sei „ein Glücksfall und eine Chance“ für Kaufbeuren. Die Stadt habe dadurch „zwei Zentren mit einem eigenen urbanen Leben“, was an sich schon etwas Besonderes sei, so das Stadtoberhaupt weiter. . 2015 soll der Neue Markt im Kreuzungsbereich fertig gestellt und als nächster Bauabschnitt der Bürgerplatz in Angriff genommen werden. Dabei will man gemeinsam mit Dr. Jahn und Dr. Martin Posselt auch das Gablonzer Haus einbinden, da derzeit Fördermittel für Heimatmuseen der Vertriebenen zur Verfügung stehen, wenn ein „überzeugendes Konzept“ vorgelegt wird. 

Als Vorbereitung auf dessen 40-jähriges Jubiläum 2016 ist die Vollendung der letzten Etage des Gablonzer Hauses geplant.Bürgermeister Ernst Holy, der Vorsitzende des Partnerstadtvereins informierte über die weiterhin erfreulichen Beziehungen zur Partnerstadt Gablonz und zu dessen Bürgermeister Petr Beitel. „Eine lebendige Beziehung, in der man die Vergangenheit nicht ausblendet und ignoriert, aber trotzdem gemeinsam nach vorne blickt“, so Holy. 

Günther Seydel, der Vorsitzende der Musikvereinigung Neugablonz, berichtete von der Fortsetzung des Zusammenspiels mit der „Jungen Blasmusik“ aus Gablonz. Gemeinsam durften die Musiker aus der alten und aus der neuen Heimat auf Einladung des Europaparlaments im März 2014 die neue Sitzungsperiode in Straßburg musikalisch einleiten. 

Dr. Jahn schließlich deutete es als positive Entwicklung, dass sich auch immer mehr Kaufbeurer für die Gablonzer Geschichte interessieren. Kritische Worte dagegen fand er für die Art, auf die Professor Dr. Manfred Kittel, im Juni als Hauptreferent beim 60-jährigen Jubiläum vom Ortsbildungsausschuss Neugablonz zu Gast war, Ende 2014 aus seinem Amt als Vorsitzender der Stiftung „Flucht – Vertreibung – Versöhnung" gemobbt worden sei. 

Zum Abschluss bat Günter Seydel, sich Sonntag, den 26. April für das Jahreskonzert der Musikvereinigung Neugablonz um 15 Uhr im Gablonzer Haus vorzumerken. von Ingrid Zasche

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