Bosse weist Grünen-Vorschlag zurück

Polizei-Standort auf VWEW-Areal nicht ohne Weiteres umsetzbar

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Die Grünen haben den bisherigen Gebäudekomplex der Polizei an der Schraderstraße samt genutzter Nebengelasse auf das Areal „Parkplatzfläche VWEW“ – um circa 90 Grad nach links gedreht – projiziert. Die hellgrün gefärbte Fläche wäre der Flächenzuwachs gegenüber dem jetzigen Standort.

Kaufbeuren – Ein neues Polizeigebäude kann in Kaufbeuren nur entstehen, wenn ein passendes Grundstück zur Verfügung steht. Wie berichtet, hat die Firma Dobler zwei eigene Grundstücke zu diesem Zweck angeboten. Die Stadtratsfraktion der Grünen beharrt dennoch darauf, auch die Option „Teilfläche VWEW“ nicht aus den Augen zu lassen. Im Bauausschuss im Mai hatte die Fraktion bereits einen diesbezüglichen Antrag gestellt, die Fläche stünde jedoch dauerhaft nicht zur Verfügung, hieß es damals aus der Verwaltung.

Die Grüne-Fraktion freue sich über die beiden Grundstücksangebote und danke Peter Dobler für seine Bereitschaft, diese Grundstücke zum Kauf durch den Freistaat Bayern zur Verfügung zu stellen, lautet es in einer Pressemitteilung der Grünen. „Als nächstes steht deren bau- sowie polizeifachliche Prüfung an. Wir würden uns freuen, wenn im Rahmen dieser Prüfung auch die Option ,Teilfläche VWEW‘ begutachtet werden würde. Denn wir alle waren schon bei mehreren Standortalternativen von deren jeweiliger Eignung zunächst fest überzeugt. Leider kamen die fachlichen Tiefenprüfungen dann dabei jeweils zum gegenteiligen Ergebnis. Aufgrund dieser Erfahrung wären wir gut beraten, zur Sicherheit immer noch eine weitere Alternative in der Hinterhand zu haben. Genau eine solche weitere Alternative wäre die ,Teilfläche VWEW‘“, schreibt der Fraktionsvorsitzende Oliver Schill.

Die Aussage, die vorgeschlagene Teilfläche des VWEW-Areals in der Neugablonzer Straße stünde nicht ohne Weiteres zur Verfügung, dürfe laut Schill nicht fehlinterpretiert werden. „Wir als Stadt Kaufbeuren sind Mehrheitsgesellschafter der VWEW. Sollte die Notwendigkeit eintreten, dass wir für den Polizeineubau doch noch auf dieses Grundstück zurückgreifen müssten, dann wird sich mit Sicherheit eine Lösung finden, die auch den Belangen unseres kommunalen Energieversorgers VWEW Rechnung trägt“, so Schill. Für seine Fraktion ist die Tatsache, dass das VWEW-Areal sich in verkehrsgünstiger und zugleich zentraler Lage befindet, eines der Hauptargumente, die Fläche für einen Polizei-Neubau im Blick zu behalten. Zudem ließe die mehrgeschossige Umgebungsbebauung „eine höhengleiche hochbauliche Lösung“ zu. Schills Überlegungen zufolge sei es möglich, „für die gesamte Polizei hier genug Geschossfläche unterzubringen und zudem ausreichend Freifläche für den Polizeihof samt Garagen zu haben“.

Auch Stadtrat Bernhard Pohl (Freie Wähler) ist der Meinung, dass man den von Schill vorgeschlagenen Standort in der Nachbarschaft von VWEW nicht kategorisch ausschließen sollte. Nicht so aber OB Stefan Bosse, seines Zeichens auch VWEW-Aufsichtsratsvorsitzender. Zwar wäre dieses Grundstück grundsätzlich geeignet, sagte er auf Anfrage dem Kreisbote, nur sei die Umsetzung mit erheblichem Kostenaufwand verbunden. „VWEW kann das Areal nicht verschenken“, sagte Bosse. Der Parkplatz müsse zurück gebaut, etwaige Altlasten entsorgt und Garagen abgebaut werden. Und wohin dann mit dem VWEW-Fuhrpark? „Das Einzige, das funktioniert, ist ein unbebauter, unbelasteter Boden ohne Wasser“, so Bosse. Und das sei in den von Dobler vorgeschlagenen Grundstücken gegeben. Mittlerweile deute sich an, dass die Tendenz in der Bewertung zum Areal in der Moosmang­straße gehe, sagte Bosse.

von Martina Staudinger

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