Melodrom: Zugang zum Innenbereich immer noch gesperrt 

Ermittler in der Warteschleife

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Die ganz persönliche Liebeserklärung eines traurigen „Melo-Fans“.

Kaufbeuren – Auch Tage nach dem Feuer liegt noch der Brandgeruch in der Luft rund um das völlig zerstörte „Melodrom“ in Neugablonz. Aus Sicherheitsgründen ist der Bereich massiv abgesperrt. Am Eingangsbereich haben „Melo-Fans“ ihre Betroffenheit und Trauer über den Verlust der Kultstätte deutlich gemacht.

Aufgestellte Kerzen, Blumen sowie persönliche Gegenstände und Schriftstücke sind vor dem abgesperrten, vom Feuer zerstörten Gebäude des ehemaligen "Melodrom" in Neugablonz zu sehen. Aktuell hat der Besitzer der Diskothek mit Kino-Betrieb, Jakob Eger, Sicherungsmaßnahmen in Auftrag gegeben. Sind diese erfolgt, kann auch die Kriminalpolizei ihre Suche nach der Brandursache aufnehmen. Die war bislang wegen akuter Einsturzgefahr nicht möglich gewesen. 

Seit dem Brand am 12. Oktober (wir berichteten) kam es in der Brandruine immer wieder zum Schwelen eines kleinen Brandnestes, was sich durch leichte Rauchbildung zeigte und besorgte Bürger auf den Plan rief. Somit waren seit Sonntag täglich immer wieder Feuerwehrleute vor Ort, die versuchen, mit Wasser die Glut abzulöschen. Laut Stadtbrandrat Thomas Vogt gestaltete sich das Ganze als sehr schwierig: „Die Stelle war bedeckt und weil das Gebäude wegen Einsturzgefahr nicht zugänglich war, kamen wir nicht an den Brandherd ran“. 

Der Besitzer des Melodroms, Jakob Eger, hat inzwischen Sicherungsmaßnahmen veranlasst, wie Baureferatsleiter Helge Carl dem Kreisboten bestätigte. Derweil laufen die Untersuchungen nach der Brandursache an. Betreiber Jakob Eger kann sich selbst nicht erklären, wie es zu dem Brand gekommen ist. Er selbst habe „alles in diesem Haus gehabt“: das eigene Büro, Computer, Unterlagen, Belege und vieles mehr – „alles weg, alles verbrannt“. Diese Konsequenzen im Alltag – abgesehen von den offensichtlichen Folgen eines Brandes – könne man „sich gar nicht vorstellen“. „Ich habe nicht mal mehr meine Lesebrille, keine einzige Unterlage über das Geschäfts-Leasingauto, das ich erst vor wenigen Monaten angeschafft habe…“ Eger müsse sich nun mit allen möglichen Stellen in Verbindung setzen: „Es gibt für Geschäftsleute leider keine pauschale Zwischenlösung für solche Fälle“. 

Natürlich interessiert Eger auch der Stand der polizeilichen Ermittlungen. Doch was er von den Beamten erfährt, ist eher spärlich: „Für die bin ich natürlich erstmal auch verdächtig – ich verstehe das aber.“ Rückblickend ist Eger „froh“, dass der Brand um diese Uhrzeit passiert ist: „So waren wenigstens keine Menschen mehr im Gebäude“. 

Wenn es nach ihm geht, würde er auf jeden Fall sofort mit dem „Melo“ weitermachen, wenn ein geeigneter Platz gefunden würde. Er habe schon nach anderen Hallen gesucht, dabei erhalte er Unterstützung beispielsweise von der Aktienbrauerei. Erkenntnisse über die Brandursache lagen bis Redaktionsschluss (Donnerstag) noch nicht vor. Jedoch nutzen die Ermittler laut Polizei die Zwischenzeit, um ehemalige Mitarbeiter des Melodrom, Zeugen und Anwohner zu befragen. von Wolfgang Becker, Michaela Frisch, Kai Lorenz

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