Es geht in die dritte Runde

Breitbandausbau im Gemeindegebiet Marktoberdorf: 45 "weiße Flecken" bleiben

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Der Bauausschuss beschloss, weitere 22 Gebäude in der Peripherie des Stadtgebiets ans Glasfasernetz anzuschließen. Damit sind fast alle Lücken geschlossen.

Marktoberdorf – Eine Karte macht es deutlich: 67 Gebäude, im gesamten Gemeindegebiet der Kreisstadt verstreut, sind auch nach Runde zwei des staatlich unterstützten Breitbandausbaus noch als so genannte weiße Flecken markiert. Krieger bei Leuterschach zum Beispiel, Sippholz oder entlang der Schongauer Straße in Marktoberdorf.

Das bedeute keinesfalls eine„digitale Wüste“, machte Josef Ledermann vom gleichnamigen Ingenieurbüro den Mitgliedern des Bauausschusses klar. Nur unterschreite der jeweilige Standort bei Prüfmessungen die Download-Geschwindigkeit von 30 MBit pro Sekunde. Die Schallgrenze also, unterhalb derer Gebäude oder Weiler als weiße Flecken deklariert und damit – das ist die gute Nachricht – förderfähig im Sinne des milliardenschweren Breitbandförderprogramms des Freistaats werden.

Seit fünf Jahren bemüht sich die Stadt kontinuierlich mit staatlicher Hilfe das gesamte Gemeindegebiet an schnelles Internet sowie ans Glasfasernetz anzuschließen. Rund 1,5 Millionen Euro hat sie dafür vom Freistaat bekommen und selbst mehr als eine halbe Million Euro investiert. Nach dem Gewerbegebiet West mit 19 Gebäuden, Kernstadt und Peripherie mit 314 Gebäuden steht nun Runde drei im Breitbandausbau an. Noch sind gut eine Viertelmillion Euro aus den staatlichen Fördertöpfen für ein weiteres Verfahren vorhanden.

Zwei Varianten

Verwaltung und Beratungsbüro Ledermann stellten dem Bauausschuss daher zwei Varianten zur Wahl vor: die eine Variante will mit einer überschaubaren Investitionssumme von rund 70.000 Euro plus dem restlichen Fördergeld noch einmal 22 Gebäude ans schnelle Netz anschließen. Und 45 weiße Flecken zurücklassen. Oder, so will es Variante zwei, mit einer Investitionssumme von rund 2,7 Millionen Euro aus städtischer Hand alle übrigen 67 Gebäude, sprich rund 120 Haushalte mit Glasfaser versorgen. Ingenieur Josef Ledermann, den die Stadt zur Beratung hinzugezogen hatte, präzisierte: „Kein Breitband heißt nicht, kein Internet.“ Auch Krieger und Sipp­holz verfügten über rund 20 MBit Versorgungsgeschwindigkeit, was Satellitenmessungen ergeben hätten. Auch wären vor Ort günstigere Alternativlösungen für die betroffenen Hausbewohner möglich.

Am Ende entschied sich der Bauausschuss mit einer Gegenstimme für die erste Variante, die Breitband in so viele Gebäude wie finanziell möglich verlegen will. Allein Grünen-Stadtrat Georg Martin schimpfte, der Freistaat hätte schnelles Internet lückenlos für alle Haushalte in Bayern versprochen. „Dieses Förderprogramm ist doch eine Lachnummer“, wetterte er in die Runde. Das verneinte Josef Ledermann energisch. „Im Vergleich zum Rest der Republik ist Bayern beim Breitbandausbau um Lichtjahre voraus.“

Der Beschluss kommt zur rechten Zeit, denn das Förderprogramm läuft bereits im September dieses Jahres aus. Markt­oberdorf muss sich mit seinem Förderantrag also beeilen. Danach könne es allerdings noch bis 2024 dauern, schickte Ledermann voraus, bis alle Gehöfte und Gebäude an das schnelle Netz angeschlossen sind.

Angelika Hirschberg

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