Breitbandinitiative rollt an

Beginnend ab Frühjahr 2011 werden Günzach und Buchloe Anschluss an die Datenautobahn haben. Mit einer Datentransferrate von bis zu 50 MBit/sec sollen Bürger und Gewerbe gleichsam vom Feldweg auf den Highway katapultiert werden. Regierungspräsident Karl Michael Scheufele verglich in einem Pressegespräch vergangene Woche die geplante Breitbandanbindung mit der Schaffung der modernen Verkehrsinfrastruktur im 19. und 20. Jahrhundert.

Der Politik um Meilen voraus, sei die geplante 50 MBit-Anbindung, erklärte Landrat Johann Fleschhut bei der Pressekonferenz, anlässlich der Übergabe der Förderbescheide an die Bürgermeister Brigitte Schröder (Günzach) und Josef Schweinberger (Buchloe). Damit zeigt die Breitbandinitiative des Landkreises, mit der die Anschlussbestrebungen der 45 Kommunen zu einem gemeinsamen Konzept gebündelt wurden, einen ersten großen Erfolg. Fleschhut bedankte sich bei Scheufele, denn ohne die Unterstützung aus dem Regierungspräsidium und die flexible Handhabung der Förderbestimmungen wäre eine 50 MBit-Anbindung nicht möglich gewesen, wo man sich doch anderenorts mit weit weniger bescheiden müsse. Einig waren sich Regierungspräsident und Landrat hinsichtlich der herausragenden Bedeutung schneller Internetver- bindungen für den ländlichen Raum, schließlich müsse man mit Blick auf den langfristigen Erhalt der wichtigsten öffentlichen Einrichtungen attraktiv für eine Zuwanderung sein. Dass es gar nicht so einfach gewesen sei, einen innovativen Anbieter für eine schnelle Internetanbindung zu finden, betonte die Bürgermeisterin von Günzach, Brigitte Schröder. Erst nach mehreren Anläufen der sachkundigen „Breitbandpaten“ der Gemeinde sei es gelungen, die „Lechwerke TelNet“ mit ihrem regionalen Glasfasernetz ins Boot zu holen. Mit ihrer von Garmisch-Partenkirchen bis Nördlingen reichenden Netzinfrastruktur ist sie ein wichtiger Anbieter für schnelle Datenkommunikation. „Ihre Bürger sind unsere Kunden“, sagte das Vorstandsmitglied der Lechwerke AG, Dr. Markus Litpher und verwies auf die gute Partnerschaft mit dem Landkreis. Die für viele Bürger wichtige Frage nach den Kosten einer derartig schnellen Internetverbindung beantwortete der Geschäftsführer der M-net, Anton Gleich. Es solle keine Unterschiede zwischen der Stadt und dem ländlichen Raum geben, erklärte Gleich, der mit M-net die für den Endverbraucher wichtige technische VDSL-Infrastruktur vom Netzknoten bis zum Hausanschluss bereitstellen will. Nicht zuletzt auch durch den Förderanteil des Landes Bayern, wird die Erschließung des ländlichen Raumes für die Kommunen und ihre Bürger finanziell erträglich. So übernehmen beispielsweise das Land und die Gemeinde Günzach je 100000 Euro der Gesamtkosten von 650000 Euro. Die fehlenden 450000 Euro werden durch die marktüblichen monatlichen Beiträge der Endkunden aufgebracht. Auch für Gemeinden, die noch keine Zusage auf Förderung erhalten oder diese noch nicht beantragt haben, werden die staatlichen Zuschüsse weiter zur Verfügung stehen, erklärte Regierungspräsident Scheufele bei der Pressekonferenz.

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