Buchloer Stadtrat diskutiert über beidseitige Fuß- und Radwege

Brückenerneuerung steht an

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Die Erneuerung der mehr als hundert Jahre alten Eisenbahnbrücke an der Mindelheimer Straße steht an. Eine Mehrheit im Stadtrat plädierte dafür, auf beiden Seiten der Straße in der Unterführung Fuß- und Radwege einzuplanen.

Buchloe – Die Deutsche Bahn beschäftigt einmal mehr die Gemüter der Buchloer Stadträte. Das über 100 Jahre alte Brückenbauwerk an der Mindelheimer Straße muss erneuert werden. Eine entsprechende Information erhielt die Stadt bereits im Jahr 2014, verbunden mit der Anfrage, welche Änderungen die Stadt und natürlich auch der Kreis wünschten. Damals beschloss der Stadtrat, einen Fuß- und Radweg innerhalb des neuen Straßenquerschnittes vorzusehen. Der eigene Tunnel für Fußgänger und Radfahrer sollte entfallen.

Inzwischen sind vier Jahre ins Land gezogen, die Planungen wurden konkreter. Höher und breiter sollte die Straße unter der Brücke werden. Für die Bauverwaltung unter der Leitung von Stadtbaumeister Herbert Wagner gab es die Überlegung, die damalige Planung neu zu überdenken. Wagner hält inzwischen einen Fuß- und Radweg auf beiden Seiten der Straße für sinnvoll. Damit würde man die Entwicklungsperspektiven im Westen der Stadt mit berücksichtigen, sagte der Stadtbaumeister. Abgesehen davon würde die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer verbessert, denn bei dem bisherigen Vorschlag eines nur einseitigen Ruß- und Radweges müssten die Radfahrer und Fußgänger wegen des Kreisverkehrs insgesamt dreimal die Straßenseite wechseln.

Ein flammendes Plädoyer für einen Fuß- und Radweg auf beiden Seiten in der Unterführung kam von Rudolf Grieb. „Für die Autofahrer haben wir genug gemacht, nun können wir endlich was für Fußgänger und Radfahrer machen“, sagte Grieb, der in seiner langjährigen Ratstätigkeit immer die schwächeren Verkehrsteilnehmer im Blick hatte. Robert Pöschl (CSU) wies darauf hin, dass jetzt die Chance bestehe, langfristig Weichen zu stellen. „Das Brückenbauwerk hat für die nächsten Jahrzehnte Bestand, das ändert man nicht mal schnell.“

Das sahen nicht alle seine Stadtratskollegen so. Maximilian Hartleitner (FDP) outete sich als Gegner der Lösung: „Ein zweiter Fuß- und Radweg im Tunnel ist überflüssig“. Hartleitner kritisierte, dass man über ein Thema abstimmen solle, ohne Kosten zu kennen. Stadtbaumeister Herbert Wagner konterte, zum gegenwärtigen Zeitpunkt konkrete Kosten zu nennen, sei schlichtweg unseriös. Wagner erläuterte, dass die Deutsche Bahn Kostenträger für das Standard-Brückenbauwerk sei. Alle zusätzlichen Wünsche wie breitere und höhere Durchfahrten oder auch der Einbau von Rad- und Fußwegen müsse von den Verursachern bezahlt werden. Im konkreten Fall handelt es sich um die Kreisstraße OAL18. Straßenbreite und Durchfahrtshöhe legt der Landkreis fest und ist somit auch Kostenträger. Fuß- und Radweg sei ein Wunsch der Stadt, dafür müsse sie auch bezahlen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Planung sei deshalb noch keine genaue Kostenaufteilung möglich. Das könne erst geschehen, wenn eine entsprechende Planungsvereinbarung zwischen der DB Netz AG, dem Landkreis und der Stadt Buchloe vereinbart sei.

Kritik am Bauvorhaben gab es auch von der GAL. Elfriede Klein bemängelte, dass die Straße sowohl breiter werde als auch eine größere Durchfahrtshöhe haben soll. Dadurch werde der Lkw-Verkehr in der Stadt weiter zunehmen.

„Wenn es jetzt gemacht wird, dann auch richtig“, betonte Evi Kienzle (FWV) und sprach sich für Fuß- und Radwege auf beiden Seiten aus. Auch die anderen Fraktionsmitglieder des FWV sahen das so. Josef Rid verwies auf die Unterführung in der Augsburger Straße. Dort würden die Fuß- und Radwege auf beiden Seite der Unterführung gut angenommen.

Robert Pöschl sagte, man solle den Vertragspartnern ein grundsätzliches Signal geben, dass man einen zweiten Fuß- und Radweg wolle, eine endgültige Entscheidung aber erst nach der Kostenvorlage treffen. Herbert Barthelmes regte an, in diesem Zusammenhang mit der Bahn auch über zusätzliche Verbesserungen beim Schallschutz zu sprechen. Stadtbaumeister Herbert Wagner sagte zu, diesen Punkt in die Planungsvereinbarung aufnehmen.

Die ganze Diskussion über einen zweiten Fuß- und Radweg im Tunnel empfand Amely Beutl­rock (UBI) als überflüssig. Sie sei für ein fahrradfreundliches und zukunftsweisendes Buchloe. Diese Meinung teilten mehrheitlich die Stadtratsmitglieder.

von Siegfried Spörer

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