Buchloe führt Sicherheitswacht ein

Freuen sich über die Genehmigung zur Einrichtung einer Sicherheitswacht: Patrick Weeger und Josef Schweinberger.

„Ich freue mich, dass künftig in der Stadt Buchloe eine Sicherheitswacht mit einer Stärke von acht Angehörigen zum Einsatz kommt.“ Zu lesen ist dieser Satz in einem Schreiben des Bayerischen Innenministers Joachim Hermann an Bürgermeister Josef Schweinberger, der kurz vor Weihnachten im Rathaus ankam. Damit ist die Genehmigung für die von der Stadt beantragte Einrichtung einer Sicherheitswacht erteilt. In einem Pressegespräch erläuterten Bürgermeister und Polizeihauptkommissar Patrick Weeger als Leiter der Polizeiinspektion Buchloe gemeinsam die Hintergründe des Vorhabens.

Auf Anregung des Buchloer Polizeichefs hatte sich der Stadtrat einstimmig für die Einrichtung einer Sicherheitswacht (siehe Infokasten) entschieden und diese beim Innenministerium beantragt. Weeger war die Freude über den positiven Bescheid anzusehen. „Buchloe bietet mit seinen Voraussetzungen ein Musterbeispiel für die Anwendung. Einerseits ist das Ehrenamt stark vertreten und andererseits gibt es genau die Plätze im sozialen Raum, wo Präsenz anstelle der Polizei durch die Sicherheitswacht erfolgen kann“, so der Dienststellenleiter. Zivilcourage gefragt Eines stellt der Leiter der Polizeidienststelle jedoch klar heraus: „Wir suchen nicht den Rambo, sondern den teamfähigen Menschen, der deeskalierend agiert und Probleme nach Möglichkeit im Ansatz erstickt. Der bereit ist, seinen Beitrag zum Gemeinwesen mit Zivilcourage und gegen Wegschau-Mentalität zu leisten.“ Schweinberger zeigte sich ebenfalls erfreut über die Entscheidung: „Dadurch wird der hohe Sicherheitsstandard weiter erhöht.“ Er hoffe, dass zum Stadtfest im Juli bereits ein Einsatz erfolgen kann. Keine Hilfspolizei In 40 Unterrichtseinheiten erfolgt die Ausbildung u. a. in Strafrecht, Eingriffsrecht und Dienstkunde oder wann ein Platzverweis ausgesprochen werden kann. Sie schließt mit einem Prüfungsgespräch ab. Aber auch Grundlagen der Selbstverteidigung werden vermittelt. Im späteren Verlauf schließen sich Fortbildungen an. Der Einsatz erfolgt in der Regel zu Fuß, um jederzeit ansprechbar zu sein. Die Sicherheitswacht ist keine Hilfspolizei, sondern zur Unterstützung der Polizei präventiv tätig. Zur Ausstattung gehören neben einem Mobiltelefon auch ein Handfunkgerät mit ständiger Verbindung zur Polizei und zur Eigensicherung ein Reizstoff- sprühgerät sowie eine Trillerpfeife. Die Angehörigen sind erkennbar am Kennschild „Sicherheitswacht“ auf der Brust und der gelben Ärmelschlaufe oder einer blauen Funktionsjacke mit der Aufschrift „Sicherheitswacht“. Bewerbungen ab sofort Nach der Entscheidung des Ministeriums führt die zuständige Polizeidienststelle ein Bewerbungs- und Auswahlverfahren durch, bei dem die Stadt eingebunden wird. Ab sofort können Bewerbungen von Frauen und Männern bei der Polizeistation in Buchloe, Augsburger Straße 7, Telefon 08341/96 90-0 abgegeben werden. Dort liegen ebenso wie im Rathaus Faltblätter mit Informationen aus. Aufgabe der Gesellschaft Die Sicherheitswacht wurde in Bayern 1994 eingeführt. Der Leitgedanke war, die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung nicht als alleinige Aufgabe der Sicherheitsbehörden zu sehen, sondern vielmehr als gesamtgesellschaftliche Aufgabe in das Bewusstsein der Bürger zu bringen. Für Buchloe wurde die Einrichtung durch eine 2010 erfolgte Anpassung der Bayerischen Sicherheitswacht möglich. Seitdem haben auch Kommunen unter 20.000 Einwohnern die Möglichkeit zur Errichtung einer staatlichenFSicherheitswacht. Diese Eckdaten sollten Interessierte über die Sicherheitswacht wissen: Aufgaben • Ansprechpartner für schutzbedürftige Personen z. B. Kinder und Senioren • Erteilt Auskünfte und ist Service für alle Bürgerinnen und Bürger • Verhindert durch Präsenz Störungen • Unterstützt die Polizei Einsatz • Flexibel rund um die Uhr auf Weisung der Polizeidienststelle • In größeren Wohnsiedlungen • In öffentlichen Parks und Anlagen • An Schulgeländen, Sportanlagen und Spielplätzen • Im Bahnhofsumfeld • In Einkaufs- und Freizeitzentren bei Großveranstaltungen Wer kann mitarbeiten? Alle Bürgerinnen und Bürger mit Verantwortung und Zivilcourage – egal welcher Nationalität • Mindestens 18 und höchstens 60 Jahre alt • Abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung • 15 Stunden pro Monat verfügbar • Gesundheitlich außendienstfähig • Wohnsitz am Einsatzort • Aufwandsentschädigung von 7,16 Euro/Stunde

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