Seehofer kommt zur Einweihung am 27. September 2013

Gymnasium pünktlich übergeben

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Der Landkreis hat am dem 1. August offiziell ein neues Gymnasium. Die Baufirma übergab das Bauwerk pünktlich an Landrat Johann Fleschhut (2. v.l.). Neuer Schulleiter wird Alexius Balzer (l.). Wolfgang Müller als Vertreter des Bauunternehmens (3. v.l.) und Architekt Prof. Arno Lederer (r.) haben während der Bauphase eng zusammengearbeitet.

Buchloe – Der Countdown für das neue Gymnasium läuft. Zu Beginn des neuen Schuljahres im September werden die ersten 280 Schülerinnen und Schüler sowie die 24 Lehrkräfte vor der Türe stehen.

Aber noch werkeln viele Handwerker im Gebäude. „Kleinigkeiten“ sagt Landrat Johann Fleschhut im Rahmen eines Pressegesprächs und gab Entwarnung: „Alles ist im Zeitplan und alles liegt im Kostenrahmen“.Pünktlich, wie im Vertrag geregelt, wird am 1. August das als Generalunternehmer beauftragte Unternehmen Georg Reisch GmbH & Co. KG aus Bad Saulgau das Gebäude offiziell an den Landkreis Ostallgäu übergeben. Journalisten hatten schon letzte Woche Gelegenheit, den Neubau zu begutachten. Der Landrat war des Lobes voll über den Neubau: „Etwas Wunderbares ist entstanden“, schwärmte er und ergänzte, „keine Wünsche sind offen geblieben“.Das Gymnasium in Buchloe ist derzeit die größte Bildungsinvestition des Landkreises Ostallgäu, der als Sachaufwandsträger auftritt. Insgesamt 25 Millionen Euro wurden einschließlich des Grundstückkaufes investiert, wobei auf das Gymnasiumgebäude rund 18,3 Millionen Euro entfallen.

Die Doppelsporthalle schlug mit 3,5 Millionen und die Freisportanlagen mit 726.000 Euro zu Buche. Finanziert wurde es durch Zuwendungen der Stadt Buchloe, Markt Waal, und den Gemeinden Jengen und Lamerdingen in Höhe von 3,3 Millionen Euro. Der Freistaat Bayern war mit 9,2 Millionen Euro an der Finanzierung beteiligt, neun Millionen Euro trägt der Landkreis. Der jährliche Unterhaltsaufwand wird mit einer halben Million Euro beziffert.Vollkommen neue Wege ging der Landkreis bei der Finanzierung. „PPP“ („Public Private Partnership“) oder auf Deutsch „Öffentlich Private Partnerschaft“ heißt das Zauberwort. Es bedeutet, dass der private Partner die Einhaltung des Kostenrahmens und des Terminplanes garantiert und damit voll ins Risiko geht. Der Landkreis tritt auch nicht als Betreiber des Gebäudes auf, sondern eine Privatfirma. In diesem Fall ist es die Firma Reisch.

Gerade darin sieht Landrat Fleschhut große Vorteile. Die Firma hat sich vertraglich verpflichtet, das Gebäude 20 Jahre lang zu unterhalten. „Wer 20 Jahre ein Gebäude betreiben will, achtet schon beim Bau auf Qualität“, sagte er. Nicht nur für den Landkreis sondern für ganz Schwaben ist es das erste Modell einer Zusammenarbeit mit einem privaten Unternehmen im Schulbereich. Das gilt jedoch nicht für die Betreiberfirma. Sie kann eine umfangreiche Referenzliste an Projekten vorweisen, darunter Kliniken, Rathäuser, Bankgebäude oder Museen.Zwar ist die Öffentlich Private Partnerschaft nicht ganz unumstritten, weil es Befürchtungen gab, dass die öffentliche Hand zu viele Kompetenzen abgibt.

Aber sowohl Landrat Fleschhut als auch der Architekt betonten die problemlose Zusammenarbeit bei diesem Projekt. Auch Wolfgang Müller als Vertreter der Firma Reisch bestätigte die gute Zusammenarbeit und untermauerte die Philosophie seiner Firma: „Wer eine Garantie über 20 Jahre abgibt, überlegt genau, was er tut“. Die Garantie gilt laut Müller auch für die Energieverbräuche.Die Entscheidung für das Gymnasium in Buchloe wurde 2010 sehr konkret. Das Kultusministerium beschloss, dass es am Gymnasium Buchloe zwei Ausbildungsrichtungen geben soll: Eine naturwissenschaftlich-technologische und eine sprachliche. Die Pionierklassen des Gymnasiums aus den Schuljahren 2011/2012 und 2012/2013 starteten zunächst als Außenstelle des Jacob-Brucker-Gymnasiums in Kaufbeuren. Untergebracht waren die Klassen bisher im Südtrakt der Comenius-Grundschule in Buchloe. Mit Beginn des neuen Schuljahres wird das Gymnasium selbständig.Die Gymnasiasten haben, so der neue Schulleiter Alexius Batzer, den Neubau fortlaufend besucht. Sie sind auch die ersten, die schon vor den Ferien in der letzten Woche umziehen durften.

Ausgelegt ist das dreizügige Gymnasium auf den Endausbaustand im Jahr 2018 mit rund 700 Schülern, die dann von rund 60 Lehrkräften unterrichtet werden sollen. Das Gebäude hat 32 Unterrichtsräume und 18 Fachräume. Mensa, Doppelsporthalle, Bibliothek Bühne und Sportplatz gehören zum Standard. Die Schule ist auch für Ganztagsbetreuung ausgelegt. 103 Parkplätze und 252 Fahrradstell- plätze stehen Lehrern und Schülern zur Verfügung.„Ein Schulhaus ist gut, wenn sich Schüler und Lehrerschaft abends darauf freuen, am nächsten Morgen wieder dort zu sein“. So skizzierte Architekt Prof. Arno Lederer die Philosophie seines Büros. Bescheiden wies der Chef des Stuttgarter „Architektenbüros Lederer, Ragnarsdóttir, Oei“ darauf hin, dass der Bau keineswegs sein Werk alleine sei. Vielmehr werde er immer vorgeschickt, weil er einen aussprechbaren Namen habe, meinte er etwas ironisch.Das Gebäude, das energetisch einem Passivhausstandard entspricht, gilt wegen der ausgewählten Baumaterialien als „gesunde Schule“.

Viel Wert haben die Architekten auf Licht, Akustik und Farben gelegt. Lederer denkt auch langfristig: „Wenn die heutigen Schüler später einmal im hohen Alter sich gerne an diesen Ort zurück erinnern, haben wir eine gute Schule gebaut“.Die offizielle Einweihung soll am 27. September im Beisein von Ministerpräsident Seehofer stattfinden.

Von Spörer
cs

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