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Kein Tempo 30 auf der Münchener Straße

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Von: Stefan Raab

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Buchloe Blick Münchener Strasse Richtung Kreisel 2022
Zurzeit gilt Tempo 50 auf der Münchener Straße zwischen dem Landsberger Kreisel und der Egon-Dittmann-Straße. 70 Anwohner fordern eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30. © Raab

Buchloe – Immerhin 70 Buchloer fordern die Einführung von Tempo 30 für die Münchener Straße zwischen dem Kreisverkehr an der Landsberger Straße und der Egon-Dittmann-Straße. In ihrem Bürger­antrag an den Verkehrsausschuss betonten sie, dass auf den rund 700 Metern die bisherige Vorfahrtsregelung beibehalten werden solle. Das jedoch lehnten die Stadträte mit 7:2 Stimmen ab.

Es gibt viele Gründe, die für eine Temporeduzierung in der Münchener Straße sprächen, meint Thomas Knoll, hauptverantwortlicher Antragsteller, der sich seit zweieinhalb Jahren für eine Verbesserung der Verkehrssituation in der Münchener Straße einsetzt. Die Verkehrssicherheit würde bei einer Geschwindigkeitsdrosselung von Tempo 50 auf 30 erheblich gesteigert werden. Weil nur eine der beiden Straßenseiten einen Gehweg hat, müssten die Anwohner der Ostseite direkt auf die Straße treten, wenn sie ihr Grundstück verlassen wollten. Angesichts des stark angewachsenen und weiter ansteigenden Straßenverkehrs durch Lastkraftwagen und Pkws, die nach Messungen der Stadt Buchloe im Juli dieses Jahres oftmals die Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 50 nicht einhielten, würde das ein sehr hohes Unfallrisiko für die Fußgänger darstellen – gerade in den Hauptverkehrszeiten. „Eltern halten ihre Kinder an, nicht die Fahrbahn zu betreten oder schließen sie im Garten ein, um einem Unfall vorzubeugen“, verdeutlichte Thomas Knoll gegenüber dem Kreisbote die besonders hohe Gefahrenlage.

Zwar habe es noch keinen Unfall mit Personenschaden auf der Münchener Straße in den letzten Jahren gegeben, aber es sei wichtig, die „angespannte Situation zu entspannen“. Vor allem deswegen, weil sich auf der Westseite der Münchener Straße in diesem Abschnitt die Fußgänger mit Radfahrern aus beiden Richtungen einen Gehweg mit 1,80 Meter Breite teilen müssten. Das berge eine außerordentlich hohe Unfallgefahr, führte der Antragsteller gegenüber unserem Reporter aus. Im Bereich der Waaler Straße drohten Zusammenstöße zwischen Fußgängern, die das Naherholungsgebiet südlich der A96 oder das Pflegeheim Kronenhof aufsuchen wollen, mit zu schnell fahrenden Fahrzeugen. Auch beeinträchtigten die permanenten Verkehrsgeräusche die Lebensqualität: „Es ist schwer, den Lärm über sich ergehen zu lassen.“

Der Buchloer Verkehrsausschuss, der bereits Ende April dieses Jahres über die Temporeduzierung von 50 auf 30 in der Münchener Straße beraten hatte, befürwortete hingegen die Einrichtung von Schutzstreifen. „Erstmal abwarten, was der bringt“, beantwortete eine Sprecherin vom Bauamt das Anliegen der 70 Buchloer Bürger. Auch Franz Lang (FWV) schloss sich dieser Meinung zum „Dauerthema“ Münchener Straße an: „Ruhe geben, abwarten!“ Damit war es aber nicht getan. Jedenfalls nicht für Rudolf Grieb (UBI). Er wertete positiv, dass die Antragsteller weder am Vorfahrtsrecht rütteln noch eine Tempo 30-Zone einrichten wollten. Es würde lediglich um eine Geschwindigkeitsminimierung auf Tempo 30 unter Beibehaltung der Vorfahrtsregelung gehen; genau das habe er vor kurzem in Bad Wörishofen gesehen. Letzteres wollten die meisten Stadträte nicht gelten lassen. Zudem führte Manfred Beck (SPD) ins Feld, dass die Münchener Straße als Bedarfsumleitung vorgesehen sei, die Tempo 50 erfordere – für den Fall einer Sperrung der Bahnhofstraße infolge von Veranstaltungen oder eines Unfalls auf der A96. Das dürften nach den Erfahrungen der letzten Jahren zehn Tage im Jahr sein, betonte Beck, der Vorsitzende des Verkehrsausschusses. Stadtrat Grieb schlug daraufhin vor, eine Umleitung der Bedarfsumleitung in Erwägung zu ziehen. Was Manfred Beck für eine überlegenswerte Idee hielt, wobei er allerdings zu bedenken gab, dass zunächst der Bauausschuss dazu befragt werden müsse.

Sodann stimmten die Stadträte gegen eine Tempo 30-Regelung und für die Einführung eines Schutzstreifens. Thomas Knoll, Initiator des Bürger­antrags, brachte dieser Entscheidung kein Verständnis entgegen. Gegenüber dem Kreisbote sagte er: „Es ist enttäuschend, dass Vorschläge nur abgelehnt werden.“ Im Frühjahr nächsten Jahres wird aller Voraussicht nach erneut über die Münchener Straße beraten – wenn neue Erkenntnisse zum Schutzstreifen vorliegen und Thomas Knoll den nächsten Bürgerantrag eingereicht hat.

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