Mehr Haltestellen?

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Direkt neben dem Bahnhof soll der neue Busbahnhof (ZOB) entstehen. Heute ist der Platz noch Baustelleneinrichtungfläche für den Bahnhofsneubau.

Buchloe – Braucht man für den neuen geplanten ZOB am Bahnhof vier oder sechs Haltestellenplätze? Das war Thema der jüngsten Stadtratssitzung. Das von der Stadt beauftragte Ingenieurbüro Mooser hatte nach Intervention des Landratsamtes neue Pläne mit sechs Haltestellenplätzen vorgelegt.

Dazu muss man wissen, dass sich Buchloes Stadtrat vor einiger Zeit auf vier Stellplätze verständigt hatte. „Das ist zu wenig“, fand der zur Stadtratssitzung eingeladene Christian Lenz vom Landratsamt. Gegenwärtig würden sechs Buslinien den Bahnhof anfahren, sagte der für den ÖPNV zuständige Fachmann. Es sei sinnvoll, dass alle Busse zur gleichen Zeit abgefertigt werden könnten. 

Sollte Buchloe bei seinen vier Haltestellenplätzen bleiben, sei eine finanzielle Förderung durch die Regierung von Schwaben illusorisch. Die fordert bei solchen Projekten Nachhaltigkeit. 25 Jahre sollten die Planungen schon halten, meinte Lenz, Wachstum eingeschlossen. Wenn die Planung durch die Regierung von Schwaben schon jetzt als zu klein empfunden werde, könne von Nachhaltigkeit keine Rede sein. 

„Vielleicht gibt es ja auch in Buchloe eines Tages einen Stadtbus oder einen Busverkehr nach Augsburg“, sagte Josef Schweinberger. Für den Rathauschef ist klar, dass der gesamte ÖPNV-Verkehr an einem Standort abgewickelt werden muss. 

Der Blick in die Zukunft ist schwierig. Reicht der ZOB mit seinen sechs Plätzen wirklich aus? Was passiert mit Fernbuslinien, die vielleicht eines Tages auch Buchloe ansteuern könnten? Auch der Bürgermeister sieht Probleme auf die Stadt zukommen, sollte ein größerer Schienenersatzverkehr notwendig werden. „Noch können wir alles am Ladehof abwickeln.” 

Robert Pöschl (CSU) ging das alles zu schnell: „Wir brauchen zukunftsfähig Lösungen“. Im Moment könne man die neuen Pläne des Ingenieurbüros auf die Schnelle nicht beurteilen. Insbesondere sollten, so Pöschl, die Spitzenzeiten noch einmal untersucht werden. CSU-Fraktionsvorsitzender Herbert Barthelmes war ähnlicher Meinung. „Wir sollten einzelne Punkte noch einmal diskutieren ohne Grundsatzentscheidungen in Frage zu stellen“. 

Im Zusammenhang mit den Planungsvarianten für die Busse wurde auch über die Zahl der Kurzparkplätze diskutiert. Neben den acht vorgesehenen Plätzen für Bringer und Abholer an der Kaufbeurer Straße ging es um die Überlegung, in der Löwengrube zusätzliche Kurzzeitparkplätze zu schaffen. 

Bürgermeister Josef Schweinberger ließ über das Thema eine „Probeabstimmung“ durchführen. Mit 17 Ja-Stimmen sprach sich der Stadtrat für zusätzliche Kurzzeitparkplätze in der Löwengrube aus. 

Das Thema ZOB und Kurzzeitparkplätze soll in der Oktobersitzung wieder auf die Tagesordnung kommen, nachdem es in den Fraktionen erneut diskutiert worden ist. Schweinberger wird derweil mit der Regierung von Schwaben über die Förderfähigkeit des ZOB sprechen.

von Siegfried Spörer

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