Höhere Gebühren

Höhere Elternbeiträge für die Kitas

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Auch auf die Eltern, die ihre Kinder im neuen Kindergarten „Storchenkinder“ haben (Foto), kommen im nächsten Kindergartenjahr höhere Beiträge zu. Die Neubaukosten selbst werden nicht umgelegt.

Buchloe – Die Stadt lässt sich ihre Kindergärten etwas kosten. Das bedeutet aber auch, dass Gebührenerhöhungen unumgänglich sind. Der Hauptausschuss der Stadt beschäftigte sich in der ersten Sitzung des Jahres ausführlich mit den Kosten und der von den Eltern zu tragenden Beiträgen. Kämmerer Dieter Streit hatte alle Zahlen in einer Kalkulation zusammengetragen. Fazit: Nicht nur auf die Stadt, auch auf die Eltern kommen höhere Gebühren zu.

Die Gebühren für die Kinderbetreuung sind abhängig von den sogenannten Buchungsstunden, die die Eltern für ihre Kinder frei wählen können. Wer seinen Nachwuchs beispielsweise für täglich vier Stunden im Kindergarten angemeldet hat, muss im Kindergartenjahr 2017/2018 ab September 68,80 Euro im Monat bezahlen, also 5,60 Euro mehr. In dem zukünftigen Elternbeitrag ist schon ein 25-prozentiger Zuschuss eingearbeitet, den die Stadt freiwillig bezahlt. Sonst müssten die Eltern sogar 91,80 Euro auf den Tisch blättern.

Höher fallen die Gebührenerhöhungen für die Kinderkrippenbetreuung aus. Ab September 2017 müssen die Eltern einen Beitrag in Höhe von 172,10 Euro bezahlen, das sind 14,10 Euro mehr als bisher. Auch hier ist der 25-prozentige Zuschuss bereits berücksichtigt, sonst müssten die Eltern bei dem Beispiel 229,50 Euro bezahlen. Die Stadt weist darauf hin, dass für die Krippenbetreuung sehr hohe Betreuungskosten anfallen.

In Buchloes Kindergärten gibt es ein breites Betreuungsangebot. Die Eltern können wählen zwischen vierstündiger Betreuung bis hin zur Tagesbetreuung mit zehn Stunden. Dementsprechend sind die Gebühren ausgerichtet (siehe Tabelle).

Auch die Betriebsaufwands­pauschale für Gastkinder wird nach Angaben von Dieter Streit angepasst. Sie soll für das kommende Kindergartenjahr 80 Euro statt bisher 70 Euro betragen.

Bürgermeister Josef Schweinberger wies darauf hin, dass die Stadt über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus zusätzliche Gelder bereitgestellt hat. Von dem zu erwartenden Defizit in Höhe von mehr als einer Million Euro, dass als Elternbeitrag vorgesehen ist, übernimmt die Stadt nochmals 25 Prozent.

Stolz sind die Stadträte und der Bürgermeister auf die gute Betreuungsqualität in ihrer Stadt. Josef Schweinberger betonte, Qualität koste eben ihren Preis. Wie bereits berichtet, hat die Stadt für ihre Kindertagesstätten einen besseren Personalschlüssel als vorgeschrieben. Neben den langen Öffnungszeiten wird auch nur qualifiziertes Personal eingesetzt. In den Krippengruppen gibt es statt zweifacher sogar dreifache Besetzung.

Den Einnahmen in Höhe von knapp 2,7 Millionen Euro stehen nach Auskunft des Kämmerers Ausgaben in Höhe von mehr als 3,7 Millionen Euro gegenüber. Dieses Defizit wird durch den 25-prozentigen Zuschuss der Stadt minimiert, so dass die Eltern sich insgesamt mit 803000 Euro an den Kosten der Kindertagesstätten beteiligen müssen.

Josef Schweinberger wies darauf hin, dass es sich hier nur um die laufenden Betriebskosten handele. „Da ist kein Euro für irgendwelche Neubauten drin“. Die Baumaßnahmen werden aus dem Investitionsbudget der Stadt bezahlt, sagte der Rathauschef.

Der größte Brocken bei den Ausgaben sind die Personalkosten, die rund 93 Prozent aller Kosten ausmachen. Für Sachkosten wie Gebäudeunterhalt und laufenden Betrieb gibt die Stadt 240.000 Euro aus. Kleinere Beträge werden für Bauhofleistungen, zusätzliche Personalkosten wegen Freistellung der Kindergartenleitung oder Hauswirtschaftsstunden für Mittagessen eingerechnet.

Auf der Einnahmeseite stehen die Zuschüsse des Freistaates nach dem Bayerischen Kindergartengesetz an erster Stelle. Sie betragen rund 1,3 Millionen Euro. Die Stadt Buchloe stellt mehr als 1,1 Millionen Euro zur Verfügung. Der Bund beteiligt sich für die Krippen mit 115.000 Euro. Für die integrativen Gruppenarbeit in der Kita Don Bosco gibt der Bezirk 70.000 Euro dazu. Zuschüsse gibt es auch für das Projekt Sprachenförderung Don Bosco (20.000 Euro) und 10.000 Euro von der bischöflichen Finanzkammer für die kirchlichen Kindertagesstätten.

Noch nicht in der Kalkulation enthalten ist die durchgängige Betreuung der Kinder während der Ferienzeiten. CSU- und SPD-Fraktion hatten den Antrag gestellt, zu prüfen, ob einer oder mehrere Kitas auch während der Ferien offenbleiben sollten. Der Kreisbote hatte darüber berichtet. Derzeit läuft die Auswertung der Fragebogen. Eine Entscheidung darüber wird nach dem Vorliegen der Ergebnisse fallen.

von Siegfried Spörer


Die neuen monatlichen Elternbeiträge für Kitas:

Kindergarten:

Drei bis vier Stunden: 68,80 Euro

Vier bis fünf Stunden: 86 Euro 

Fünf bis sechs Stunden: 103,30 Euro

Sechs bis sieben Stunden: 120,50 Euro

Sieben bis acht Stunden: 137,70 Euro

Acht bis neun Stunden: 154,90 Euro

Neun bis zehn Stunden: 172,10 Euro

Kinderkrippe:

Drei bis vier Stunden: 172,10 Euro

Vier bis fünf Stunden: 215,20 Euro

Fünf bis sechs Stunden: 258,20 Euro

Sechs bis sieben Stunden: 301,30 Euro

Sieben bis acht Stunden: 344,30 Euro

Acht bis neun Stunden: 387,40 Euro

Neun bis zehn Stunden: 430,40 Euro


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