Fällungen und Ersatzpflanzungen

Buchloer Bauausschuss befasst sich ausgiebig mit Baumbestand

Kindertagesstätte Franziskus Buchloe
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Erneut stand die Kindertagesstätte Franziskus und deren Baumbestand im Mittelpunkt der Buchloer Bauausschusssitzung.

Buchloe – Wenn die Buchloer in den letzten Wochen eines schmerzhaft lernen mussten, dann wohl, dass große Bäume nicht einfach über Nacht nachwachsen. Um in Zukunft solchen Unmut bei den Bürgerinnen und Bürgern zu vermeiden, wie er nach der Baumfäll­aktion an der Kita Franziskus entbrannt war, hatte sich Bürgermeister Robert Pöschl dazu entschieden, kritische Fällungen vor den Stadtrat zu bringen. Und die ausführlichen Diskussionen in der vergangenen Bauausschusssitzung gaben dieser Entscheidung Recht: In Sachen Bäume gibt es nach wie vor Gesprächsbedarf.

Die Tagesordnung bei der Sitzung war lang. Dabei lagen insgesamt 14 Bau- beziehungsweise Tekturanträge und Vorbescheide vor, die größtenteils einstimmig genehmigt wurden. Eine Gegenstimme gab es jeweils bei Entscheidungen, die den Innenstadtbereich im Sinne der Nachverdichtung betrafen. Hier wurde kritisiert, dass durch Stellplatzverordnungen und ähnlichem oft überhaupt kein Grün mehr übrig bleibe.

Überhaupt stand das Thema Natur und Umwelt auch den Rest der Bauausschusssitzung immer wieder im Mittelpunkt der Diskussionen. Passenderweise übernahm dritte Bürgermeisterin Elfriede Klein (Grüne) für kurze Zeit auch den Bürgermeisterstuhl, weil Pöschl den Saal verlassen musste. Dass der Erhalt schützenswerter Bäume allerdings keine parteiabhängige Einstellung ist, zeigten die Beiträge aller Mitglieder des Gremiums, die sich im Großen und Ganzen gegen eine Fällung zweier Bäume in Buchloe aussprachen. So hatte ein Honsolgener Bürger angeboten, im Zuge eines angrenzenden Neubaus in Eigenleistung eine ortsbildprägende Kastanie zu fällen, die vielleicht in einigen Jahren zur Problembaumfällung werden könnte. Weil die Vitalität des Baumes allerdings entsprechend der Aufzeichnungen des städtischen Baumkatasters gewährleistet sei, entschieden sich die Anwesenden mit einer Gegenstimme, dass der Baum stehen bleiben und entsprechend gepflegt werden solle. Verbunden war die Abstimmung mit einigen Bitten an die Verwaltung. Stadtrat Rudolf Grieb (UBI) appellierte an den Honsolgener Bauherrn, möglichst keine schweren Maschinen im Bereich der Wurzeln der Kastanie abzustellen, um die Lebensdauer nicht unnötig zu verkürzen. Franz Lang (FWV) regte an, den Grünstreifen zu pflegen und eventuell noch zusätzliche Kastanien zu pflanzen. Eng damit verbunden war dann auch der Gedanke von Bernhard Seitz (FWV), der sich an den Respekt der Bevölkerung gegenüber Naturflächen richtete. Viel zu oft würden freie Grünflächen ohne Rücksicht auf Verluste als Parkplätze missbraucht.

Auch über die Fällung zweier Weiden wurde auf den Antrag eines angrenzenden Nachbars hin diskutiert. Hier war im vergangenen Jahr die Überdachung eines Reitplatzes genehmigt worden. Die Bäume würden das Bauprojekt stark beeinträchtigen. Der Bauausschuss entschied sich mit 8:3 Stimmen für die Fällung lediglich einer Weide.

Adäquater Ersatz

Da der Punkt „Außenanlagenplanung an der Kita Franziskus“ in der Stadtratssitzung vertagt worden war, war es jetzt Aufgabe des Bauausschusses, drüber zu beraten. Stadtbaumeister Stephan Müßig stellte die Planung vor. So sollen neben einem eigenen Bereich für die Krippenkinder unter anderem eine Bobbycar- Rennbahn, ein Wasserspielplatz und ein Kletterturm entstehen. Nachdem Ende Januar dort vier große Bäume gefällt worden waren, war hier vor allem die Pflanzung neuer adäquater Bäume das Hauptthema. In Müßigs Planung waren vier sogenannte Solitärbäume vorgesehen. Die Gartenbaufirma Berchtold aus Buchloe hatte nach dem Ärger um die gefällten Bäume zudem angeboten einen entsprechenden Baum zu spenden, weil der Inhaber selbst den Kindergarten besucht hatte. Herbert Wintersohl (UBI) nannte dieses Angebot der Stadt „zwar löblich, aber nicht ausreichend.“ Der entstandene Schaden sei mit den deutlich kleineren Bäumen von einer Höhe bis zu sieben Metern nicht so einfach wiedergutzumachen, zudem sei nicht gesagt, dass diese „belaubten Besenstiele“ wirklich anwachsen. Auch Elfriede Klein bemängelte, dass in der vergangenen Stadtratssitzung deutlich größere Bäume angedacht gewesen seien. Franz Lang lobte die Planung und gab zu bedenken, dass auch noch Platz für Spielzeug und Wege übrig bleiben müsse. Am Ende entschied sich das Gremium mit 7:4 Stimmen, auch aus Gründen der Regionalität, für den gespendeten Baum der Firma Berchtold sowie drei zusätzliche Bäume mit einer Höhe von sieben bis neun Metern.

von Agnes Reißner

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