Das letzte Wort hat der Stadtrat

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Die neuen Straßen im Baugebiet Buchloe Ost (Foto) soll nach Persönlichkeiten benannt werden. Die Straßen im südlichen Baugebiet mit dem geplanten Kindergarten sollen Städtenamen erhalten.

Buchloe – Eine Straße ohne Namen ist eigentlich keine richtige Straße. Dessen waren sich auch die Mitglieder des Bauausschusses bewusst. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses stand deshalb die Namensfindung für die Baugebiete Buchloe Ost I und Buchloe Süd IV auf der Tagesordnung. Alleine entscheiden kann der Bauausschuss allerdings nicht. Er kann nur Empfehlungen geben. Das letzte Wort hat dann der Stadtrat.

Die Ausschussmitglieder hatten, wie den Wortmeldungen zu entnehmen war, sich in Fraktionssitzungen über die Namen viele Gedanken gemacht. Soll man Namen von Personen, Städten, Blumen oder Seen den Vorzug geben. Jeder Stadtrat im Bauausschuss hatte da so seine eigenen Vorstellungen. Bürgermeister Josef Schweinberger favorisierte zumindest für ein Baugebiet die Straßenbenennung nach Kommunen im südlichen Ostallgäu, wobei ihm Markt­oberdorf besonders am Herzen lag. Schweinberger begründete sein Anliegen damit, dass man die Kreisstadt damit ehren könne, denn viele Entscheidungen für Buchloe verdanke man dem politischen Marktoberdorf. Der 3. Bürgermeister Manfred Beck sagte, in der Nachbarschaft von Buchloe gäbe es viele Seen. Deshalb schlug er vor, beispielsweise den Ammersee oder den Forggensee für die Straßenbenennung heranzuziehen.

Für das Baugebiet im Buchloer Osten kristallisierte sich dann heraus, dass man Martin Luther mit der Benennung einer Straße besonders ehren könne, zumal in diesem Jahr der 500. Jahrestag der Verkündung der 96 Thesen gefeiert wird. Dafür machte sich Wilhelm Barthelmes stark. Barthelmes befand, dazu passe auch eine Straßenbenennung nach dem früheren Buchloer Stadtpfarrer Dr. Johannes Demmeler, der von 1977 an 20 Jahre in der Stadt gewirkt habe. Stadtrat Rudolf Grieb hätte auch gerne noch Luthers Frau, Katharina von Bora mit einer Straßenbenennung geehrt gesehen. Doch „die starke Frau an Luthers Seite“ fiel durch, zumal nur drei Straßennamen zu vergeben waren. Der Ausschuss einigte sich stattdessen auf Michael Sutor, der nach Aussage von Bürgermeister Josef Schweinberger die Buchloer Wasserversorgung in die Gänge gebracht hatte.

Für die Straßen im Süden einigten sich die Ausschussmitglieder per Abstimmung zunächst grundsätzlich auf Städtenamen. Füssen, Schwangau, Pfronten, Nesselwang und natürlich das von Bürgermeister Josef Schweinberger favorisierte Marktoberdorf wurden genannt. Auch die Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau und das Buchloer Schloss Rio waren als Alternativen vorgeschlagen worden.

Der Rathauschef ließ über jeden einzelnen Vorschlag abstimmen und begann mit Marktoberdorf. Fast alle Hände blieben unten. Josef Schweinberger nahm es humorvoll zur Kenntnis. So heißen die zukünftigen Straßen im Baugebiet in der Nähe des Buchloer Wasserturms dann Füssener Straße, Schwangauer Straße, Pfrontener Straße und Nesselwanger Straße. Manfred Beck plädierte noch dafür, eine Straße als Franziskusweg zu benennen, weil in diesem Baugebiet mit rund 100 neuen Bauplätzen auch der neue Franziskus-Kindergarten entsteht. Bürgermeister Josef Schweinberger befand jedoch, der Name Franziskus soll dem bisherigen Standort vorbehalten bleiben. Er rechne damit, dass der zukünftige Stadtrat in einigen Jahren wieder an gleicher Stelle in der Ludwigstraße einen Kindergarten einrichten werde (der Kreisbote hatte darüber berichtet).

Man darf gespannt sein, ob der Stadtrat in seiner kommenden Sitzung den Vorschlägen des Bauausschusses folgen wird. Bekanntlich sind Straßenbenennungen beliebte Diskussionsthemen in allen Kommunalparlamenten bundesweit. Vielleicht erhält Marktoberdorf im Stadtrat doch noch eine Chance.

von Siegfried Spörer

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