Fast alle zwei Tage gab es Alarm

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Thomas Ogiermann ist der alte und neue Kommandant der Buchloer Feuerwehr. Im letzen Jahr feierte Ogiermann sein 25-jähriges Jubiläum bei der Buchloer Feuerwehr.

Buchloe – So richtig „heiße Themen“ hat es auf der diesjährigen Generalversammlung der Buchloer Feuerwehr nicht gegeben. 163 mal wurde die Wehr im letzten Jahr zu Einsätzen gerufen. 2014 waren es nur 100 Einsätze. Von Bränden über Verkehrsunfälle bis hin zur Tierrettung war wieder einmal alles dabei.

Auch die Wahl der Kommandanten war keine Überraschung. Die alten Chefs sind auch die Neuen. Thomas Ogiermann bleibt der Kommandant und Jürgen Schwelle sein Stellvertreter. 

Deutlich zugenommen hatte 2015 die Zahl der Brände. Hier verzeichnete die Statistik 57 Einsätze. Bereits am 4. Januar 2015 gab es den ersten Brandeinsatz im Rahmen der überörtlichen Hilfeleistung. In Langerringen brannte die Stallung eines landwirtschaftlichen Anwesens. Die Buchloer Wehr war mit 26 Feuerwehrleuten am Einsatz beteiligt. Insgesamt waren 150 Männer und Frauen aus dem Landkreis Augsburg im Einsatz. 

Es ging dann Schlag auf Schlag. Im Februar brannte ein Auto. Auch auf der A96 sorgte ein paar Tage später ein qualmender Pkw für einen weiteren Alarm. Im März brannte es in einem Keller in Lindenberg und in einer im Wohnhaus liegenden Garage in Waal. Der Brand schlug bis ins Wohnhaus durch. 

Es passiert zwar selten, aber manchmal muss die Feuerwehr überhaupt nicht ausrücken. Der Brand wird quasi frei Haus geliefert, wie bei dem Fall, als ein PKW-Fahrer von der A96 kommend sein brennendes Auto direkt vor dem Feuerwehrhaus abstellen konnte. Das Fahrzeug wurde unter Atemschutz gelöscht. Zwischendurch gab es Alarmierungen wegen Unwettern, Verkehrsunfällen, Überflutungen, ausgelaufene Treibstoffe, Verkehrsregelungen, Einsatz bei Veranstaltungen, Heckenbränden, Keller auspumpen und das Ausleuchten des Feuerwehrhofes als Hubschrauberlandeplatz. Der Klassiker, sprich brennende Papierkörbe, durften natürlich nicht fehlen. 

Auch die lieben Haustiere verlassen sich manchmal auf die Feuerwehr. Sechs Mann waren im Oktober nötig, um eine Katze von einem Baum in der Bahnhofstraße „zu retten“. Natürlich gab es auch eine Reihe von Fehlalarmen. Rein statistisch mussten die Buchloer Feuerwehrfrauen und -männer fast jeden zweiten Tag ausrücken. 

Nicht immer gingen die Ereignisse gut aus. Im November kam in Jengen beim Brand eines Einfamilienhauses ein Mensch ums Leben. Es handelte sich dabei um einen eindeutigen Fall von Brandstiftung, da das Feuer an mehreren Stellen im Haus durch Brandbeschleuniger gelegt wurde. Am Tag des Feuers war die Zwangsräumung des Haues durch den Gerichtsvollzieher angeordnet gewesen. Neben der Feuerwehr in Jengen waren auch die Wehren aus Buchloe, Waal und Lindenberg mit insgesamt 60 Mann im Einsatz. 

Nur einige Tage später, im Dezember, musste die Buchloer Wehr erneut zu einem Brandbekämpfungseinsatz ausrücken. In einem Einfamilienhaus war es zu einem Zimmerbrand gekommen. Der Bewohner, der den Brand bemerkt hatte, konnte noch flüchten, wurde aber wegen Verbrennungen und einer Rauchgasvergiftung in die Klinik gebracht. Das komplette Obergeschoss des Hauses brannte aus. 35 Feuerwehrkräfte der Buchloer Wehr waren im Einsatz. 

Nachwuchssorgen haben Thomas Ogiermann und sein Stellvertreter Jürgen Schwelle nicht. 21 neue Mitglieder kamen 2015 dazu. Insgesamt sind nun 135 Männer und Frauen bei der Buchloer Wehr aktiv. Im Jahr 2015 leisteten die Aktiven bei den 163 Einsätzen rund 2703 Einsatzstunden. Das sei die höchste Zahl seit 16 Jahren, sagte Thomas Ogiermann dem Kreisbote. „Wir sind auch die größte Wehr im Landkreis“, bilanzierte der stolze Kommandant. 

Im Rahmen der Ersatzbeschaffung wurde die Fahrzeugflotte der Buchloer Feuerwehr im Jahr 2015 um zwei weitere Fahrzeuge ergänzt. Der Mannschaftstransportwagen (MTW) und der Gerätewagen-Logistik (GW-L 1) erhielten im November im Rahmen einer öffentlichen Feier vor dem Kriegerdenkmal den kirchlichen Segen. 

2016 wird es eine weitreichende Ersatzbeschaffung geben. Der Stadtrat hatte dem sogenannten Wechselladerkonzept bereits im Juni 2015 zugestimmt. Konkret bedeutet es, dass das Basisfahrzeug je nach Einsatzbedarf Abrollcontainer aufnehmen kann. Mercedes und MAN hatten der Buchloer Wehr bereits Vorführfahrzeuge geschickt. 

Im benachbarten Landkreis Landsberg am Lech hat man bereits seit vier Jahren Erfahrungen mit dem Wechselladerkonzept gesammelt. Thomas Ogiermann hatte die Kauferinger Wehr zu einem Erfahrungsaustausch eingeladen. Für die Kauferinger Floriansjünger war der Besuch auch aus einem anderen Grund interessant. Das Feuerwehrgerätehaus in Kaufering ist nicht mehr zeitgemäß und zu klein. In der Marktgemeinde steht man derzeit vor der Entscheidung, ob man umbauen oder gleich neu bauen soll. 

Im abgelaufenen Jahr gab es eine Reihe von Jubiläen. Für zehn Jahre im aktiven Feuerwehrdienst wurden Christoph Spendel und Daniela Benkenstein geehrt. Ihr 20-jähriges Jubiläum feierten 2015 Georg Kögl, Martin Trobensberger und Stefan Rid. 

Johann Fuchs, Martin Horn, Björn Keiser, Thomas Ogiermann und Stefan Zech konnten 2015 auf ihr 25-jähriges Jubiläum zurückblicken und erhielten dafür das staatliche Ehrenzeichen. Herbert Mayer ist sogar seit 40 Jahren dabei.

von Siegfried Spörer

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