Freud und Leid nah beisammen

Buchloer Freibad seit Montag geöffnet – Kein Badespaß vor Ort in Marktoberdorf

+
Ein Bild aus besseren Tagen für die Marktoberdorfer. Die Badesaison am Ettwieser Weiher wird heuer wohl ausfallen.

Landkreis – Im Landkreis Ostallgäu erfolgt nun der offizielle Start der Freibadsaison. Seit heute darf wieder geplantscht werden. Das Alpenbad in Pfronten freut sich auf seine Gäste, wie auch das Freibad in Buchloe. Doch nicht überall gibt es Badefreuden.

Das Freibad Obersee in Bad Faulenbach macht wegen baulicher Mängel seine Türen erst gar nicht auf und die Markt­oberdorfer erwischt es 2020 vollends: Das Baden im Ettwieser Weiher ist bis auf Weiteres nicht möglich. Hinzu kommt, dass Hallenbäder grundsätzlich im Landkreis geschlossen bleiben müssen.

„Wir sind kein reines Freibad, sondern ein Hallenbad mit einem Freibad kombiniert“, sagt Gary Kögel, Betriebsleiter des Hallenbades in Marktoberdorf, und bedauert außerordentlich, dass die Marktoberdorfer dieses Jahr erst einmal auf einen Badespaß verzichten müssen. Seit rund drei Monaten herrscht Stille im weiten Rund. „Wir stecken momentan in einer verzwickten Situation. 

Beschränkte Anzahl

Mehr als 150 Personen dürften wir eh nicht auf die Liegewiese lassen. So sehr ich auch will, ich kann momentan mit einem Freibad nicht dienen“, verweist Kögel hier auch noch auf die fehlenden Fluchtwege und Sanitäranlagen im Außenbereich. Würde die Bayerische Staatsregierung grünes Licht für einen Start der Hallenbäder geben, stünde das Anton Schmid Hallenbad in den Startlöchern. „Unser Konzept ist fertig. Wir haben genügend Personal um in wenigen Arbeitstagen die Vorbereitungen anzukurbeln“, so Kögel. Unterdessen wurden in den vergangenen Monaten die eigentlich für September geplanten Wartungsarbeiten schon jetzt durchgeführt. „Wir sind startklar!“

Weil nun auch der beliebte Ettwieser Weiher für sämtliche Generationen bis auf Weiteres nicht zum Schwimmen benutzt werden kann, sind die Marktoberdorfer wohl gezwungen, mehr Zeit und Kilometer zu investieren, um beispielsweise im Füssener Land oder in Kaufbeuren Badespaß zu genießen. Denn der Kuhstallweiher kann längst nicht mit der Größe der Fläche des Ettes mithalten. Viele werden den Forggensee oder weitere entfernte Gewässer aufsuchen. Die Fahrt nach Kempten ins Cambomare ist hinfällig. Das Freibad bleibt dieses Jahr geschlossen.

Strenge Regeln

Bereit ist auch das Freibad Buchloe, auch wenn bei den Wetteraussichten die Sonnenschirme derzeit noch zugeklappt sein werden. Waren in den Jahren zuvor in Spitzenzeiten bis zu 2000 Badende zu Gast, so darf heuer coronabedingt nur 650 Personen der Zutritt gewährt werden. Wenn die maximale Besucherzahl dann erreicht ist, wird der Zugang zum Bad geschlossen. Die Stadt Buchloe macht in einer Pressemitteilung deutlich, dass dann kein Anspruch auf Einlass besteht. Das gilt auch für Besitzer von Saisonkarten. Wer mit dem Fahrrad kommt, muss sich hier ebenfalls darauf einstellen, dass nur jeder dritte Stellplatz für den Drahtesel zur Verfügung stehen wird. Im Bad selbst ist auf dem Rutschenturm nur eine begrenzte Anzahl an Personen zulässig. Beim Schwimmen selbst gibt es ebenfalls Regeln: Jede Schwimmbahn darf nur durch eine Person, zwei zusammengehörige Personen oder Familiengruppen belegt werden. Weitere Schwimmer dürfen das Becken erst dann betreten, sobald eine Schwimmbahn frei ist. 

Zusätzliches Personal

„Es wird für uns alle kein normales Jahr geben. Wir sind trotzdem froh, das Bad öffnen zu dürfen“, so Markus Salger, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Buchloe. Bedingt durch die enorm hohen Auflagen im Hygiene- und Schutzkonzept wurde eine Person neu eingestellt. Zwei Bademeister und eine Fachkraft für den Bäderbetrieb bilden den Kern der Festangestellten. Auch die Reinigungskräfte werden in diesem Jahr mehr zu tun bekommen. Das Reinigen der Toiletten und das Desinfizieren von Türklinken sollen mehrfach am Tag erfolgen. Das Bad ist von den Bademeistern sehr gut einsehbar. „Sie sind auch auf mögliche Diskussionen vorbereitet“, appelliert Salger an den gesunden Menschenverstand. „Die Abstandsregelungen dienen zum Schutz eines jeden Einzelnen. Ich denke nicht, dass es in irgendeiner Form zu Eskalationen kommen wird.“ Besonders die Eltern werden bei ihrem gemeinsamen Badespaß ein besonderes Auge auf ihre Kinder werfen müssen. Kinder, die nicht zu einem gemeinsamen Haushalt gehören, dürfen im Wasser und außerhalb des Beckens nicht miteinander toben. Auch bei ihnen gilt konsequent die Abstandsregel.

Weitere Lockerungen: 

Neben den Schwimm- und Freibädern gibt es seit heute weitere neue Lockerungen:

• Künftig darf nun auch in Gruppen von bis zu 20 Personen trainiert werden. Des Weiteren muss gewährleistet werden, dass beim Teamsport weiterhin die Namen gewissenhaft notiert und vier Wochen zu Dokumentationszwecken aufgehoben werden.

• Endlich darf wieder getanzt werden, aber nur mit einem festen Partner. Sonst ist kontaktloses Tanzen unter den einzuhaltenden Hygiene- und Abstandsregeln erlaubt.

• Fitnessstudios haben wieder offen (wir berichteten bereits). Die Mund-Nasen-Bedeckung muss beim Betreten und Verlassen der Studios getragen werden. Duschen und Umkleidekabinen bleiben geschlossen. Studiobetreiber müssen ausreichend Desinfektionsmittel bereitstellen.

Stefan Günter

Auch interessant

Meistgelesen

Pkw in Bronnen rundum verkratzt und eingedellt, Scheibenwischer verbogen
Pkw in Bronnen rundum verkratzt und eingedellt, Scheibenwischer verbogen
Segnung von zwei Feldkreuzen zwischen Ingenried und Irsee
Segnung von zwei Feldkreuzen zwischen Ingenried und Irsee
Großbrand in einer Maschinenhalle bei Irsee: 1,5 Millionen Euro Schaden
Großbrand in einer Maschinenhalle bei Irsee: 1,5 Millionen Euro Schaden
Riesenkranich-Schädel entdeckt
Riesenkranich-Schädel entdeckt

Kommentare