Buchloer Kirchturmspolitik

Soll die Stadt eine neue Glocke spendieren?

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Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt soll ein neues Geläut bekommen. Im Hauptausschuss wurde darüber diskutiert, ob die Stadt neben dem üblichen Zuschuss eine der Glocken spendieren soll.

Buchloe – Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt soll in diesem Jahr neue Glocken bekommen. Außerdem soll der Kirchturm saniert werden. Die Kirchenverwaltung rechnet mit Gesamtkosten in Höhe von rund 353.000 Euro. Buchloes Hauptausschuss musste sich in der jüngsten Sitzung mit den Zuschüssen für das Projekt beschäftigen.

Im Normalfall gewährt die Stadt bei Investitionsmaßnahmen einen Zuschuss in Höhe von zehn Prozent der nachgewiesenen Kosten. Im konkreten Fall bat die Pfarrkirchenstiftung jedoch um einen höheren Zuschuss. Die Stadt wird gebeten, neben dem zehnprozentigen Zuschuss für die Gesamtinvestition die Kosten für eine der vier Glocken komplett zu übernehmen. Es handelt sich dabei um die Crescentiaglocke, die rund 23.000 Euro kosten soll. Der Gesamtzuschuss berechnet sich dann auf 56.000 Euro.

Berechnet werden die Kosten für eine Glocke nach deren Gewicht. Der durchschnittliche Kilogrammpreis liegt bei 22 Euro. Die Crescentiaglocke wiegt 1050 Kilogramm. Bei der Dreifaltigkeitsglocke sind es 3000 Kilogramm, die Franziskusglocke bringt 1700 Kilogramm auf die Waage und die Josefsglocke immerhin nach 600 Kilogramm.

Sparsam zeigte sich die Diözese, die sich nur an den Architektenleistungen in der Größenordnung von rund 50.000 Euro beteiligen will. Der Restbetrag soll über Spenden und eigene Mittel der Pfarrkirchenstiftung finanziert werden. Nach Auskunft der Pfarrkirchenstiftung sind bereits 131.000 Euro an Spenden gesammelt worden.

Stadträtin Monika Strohmayer (parteilos) kritisierte in der Aussprache, dass die Diözese nur die Architektenleistung übernehmen wolle. Das sei nicht angemessen. Ihr Stadtratskollege Helmut Jambor (SPD) ging noch einen Schritt weiter. Für ihn ist die weltliche Bedeutung der Glocken nicht mehr gegeben: „Jeder hat seine eigene Uhr“. Daher stelle sich für ihn die Frage, ob man eine unterschiedliche Behandlung wolle, denn bei der Buchloer Moschee habe der Stadtrat eine Beteiligung auch abgelehnt. „Es muss nicht sein, dass die Stadt Buchloe eine Glocke spendet“, sagte Jambor.

Mit einer Gegenstimme beschloss der Hauptausschuss, dem Stadtrat zu empfehlen, einen Zuschuss in Höhe von 56.130 Euro an die Pfarrkirchenstiftung zu gewähren. Der hat dann das letzte Wort.

Beraten wurde dann noch ein weiterer Zuschussantrag der katholischen Pfarrkirchenstiftung Mariä Himmelfahrt. In einem Schreiben hatte die Pfarrkirchenstiftung der Stadt mitgeteilt, dass die St. Stephanskirche Bauschäden im Außenbereich aufweise. Die Bischöfliche Finanzkammer habe deshalb eine Standsicherheitsprüfung angeordnet.

Zur Standsicherheitsprüfung gehören die Dachöffnung, die Entkotung und die Entschüttung des Speichers. Zusammen mit den Architektenleistungen und dem Gerüstbau werden sich die Kosten auf rund 35.000 Euro belaufen. Die Pfarrkirchenstiftung bat die Stadt um den zehnprozentigen Zuschuss. Der Hauptausschuss empfahl einstimmig und ohne weitere Diskussion dem Stadtrat, diesem Zuschuss zuzustimmen. Welche weiteren Maßnahmen und Kosten sich dann aus dieser Standsicherheitsüberprüfung ergeben, ist noch offen.

von Siegfried Spörer

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