Buchloer Krankenhaus hat gute Karten

Wird beim Krankenhausverbund Ostallgäu Kaufbeuren „weitergewurschtelt wie bisher“, kostet das den Landkreis vier Millionen Euro im Jahr. Eine Schließung oder Privatisierung von drei der fünf Kliniken brächte ein Plus von 4,6 Millionen Euro und allein die Schließung des Marktoberdorfer Krankenhauses noch rund 1,4 Millionen Euro. Diese Zahlen präsentierte Manuel Feldmann von der Beratungsgesellschaft Kienbaum im Auftrag des Landrates im Buchloer Stadtrat. Das Buchloer Krankenhaus würde laut Gutachten wie alle Kliniken von einer Schließung Marktoberdorfs profitieren. Bürgermeister Josef Schweinberger: ein „neues Spiel und neues Glück“.

Landrat Johann Fleschut hatte sich persönlich nach Buchloe bemüht, um die bisherigen Ergebnisse der Beraterfirma Kienbaum zu kommentieren. Zuvor hatte Bürgermeister Schweinberger schon mal die Zahlen aus seiner Sicht präsentiert, nämlich, dass der Klinikverbund in den vergangenen Jahren ein Minus von fast 23,5 Millionen Euro eingefahren habe. Das müsse man sich vor Augen halten, so Schweinberger, auch wenn jeder im Landkreis Anspruch auf eine optimale Versorgung habe. Aber eben nicht beliebig an allen Standorten, das sei nicht akzeptabel. Demgegenüber sprach Landrat Johan Fleschut, dass man, vor allem mit Blick auf das Buchloer Krankenhaus, sehr wohl spüre, „worüber wir reden“. Es gehe bei dem Gutachten in der Konsequenz nicht nur um Schließung oder Verlagerung, sondern auch um Mitarbeiter, Steuergelder, Investitionen und um Menschen und Familien. „Wir haben keine Erkenntnisprobleme“, so Fleschut, „sondern ein Umsetzungsproblem, um den Ergebnissen Taten folgen zu lassen“. Wie die aussehen müssten, verdeutlichte dann Feldmann. Er erläuterte die bisherigen Ergebnisse, die so unter Einbeziehung aller leitenden Mitarbeiter und Ärzte, aber auch aller Fakten der einzelnen Häuser in Füssen, Marktoberdorf, Kaufbeuren, Obergünzburg und Buchloe von Kienbaum erstellt worden seien. Demnach gibt es vier Szenarien, die von „alles geht so weiter, wie bisher“ über „einzelne Verlagerungen und Spezialisierungen“ bis zur „Schließung einer oder mehrerer Kliniken“ reichen. Und die entsprechend von vier Millionen Defizit per Annum bis zu einem ebenso großen Plus in den Berechnungen der Firma Kienbaum alles beinhalten. Wobei Buchloe einmal von der Schließung mit betroffen wäre, im besten Fall aber die Wundambulanz aus Marktoberdorf übernehmen könnte und sich das Darmzentrum mit Kaufbeuren teilen würde. Feldmann versuchte dabei die Kriterien zu verdeutlichen, nach denen man abgewogen habe. So etwa, dass die an der Peripherie liegenden Häuser deutlicher in Konkurrenz zu benachbarten Landkreisen liegen und etwa eine geringere Abwanderung der Patienten in Marktoberdorf zu befürchten sei. Dieser Standort sei nach der geostrategischen Relevanz optimal, die Patienten würden, so die Schlussfolgerung des Experten, schon mit umziehen nach Buchloe oder Obergünzburg. Dabei würden alle Standorte profitieren, man würde jeden auf höchstem Niveau ausbauen, erklärte Feldmann. Und die entstehende Kompetenz und vor allem Qualität in den jeweiligen Sparten könnte eine Magnetwirkung auf Patienten außerhalb haben. Man müsse sich aber immer vor Augen halten, dass dieses Gutachten noch nicht abgeschlossen sei. Frühestens am 26. Mai, spätestens in der ersten Hälfte des Jahres, will der Klinikverbund eine Entscheidung treffen. Auch das Gutachten müsse beispielsweise noch um die Meinungen der Ärzte erweitert werden. Denn diese, so die Auffassung des Buchloer Stadtrates, sei wichtig. So zum Beispiel die Frage, ob die Chefin der Wundambulanz, Dr. Michaela Knestele, mit umziehen werde? Insgesamt aber zeigten sich die Buchloer Räte zufrieden, dass man ein derart klares Konzept vorgelegt bekomme, das auch sehr zielführend sei. Immerhin, das hatte auch Landrat Fleschhut betont, habe man ein unabhängiges Gutachten eingefordert und wolle auch keine Bevorzugung einzelner Standorte. gau

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