Kostenexplosion bei Eisstadion

Buchloer Stadtrat: Mehrausgaben sollen genau geprüft werden

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Das Buchloer Eisstadion ist über 40 Jahre alt und hat dringenden Sanierungsbedarf.

Buchloe – Das war eine heftige Nachricht, die der Buchloer Stadtrat kurz vor Weihnachten serviert bekam. Die geplante Sanierung des Eisstadions wird erheblich teurer als gedacht. Statt der veranschlagten Kosten von 2,2 Millionen Euro werden es wohl nach heutigem Stand 3,7 Millionen Euro.

Das einzige Erfreuliche daran ist, dass eine Förderzusage aus einem Bundes-Sonderfonds für die Renovierung von Sportstätten in Höhe von 1,125 Millionen Euro bereits schriftlich vorliegt.

„Unser Eisstadion ist mehr als 40 Jahre alt und muss dringend saniert werden“, sagte Bürgermeister Josef Schweinberger. Das war auch bei den Mitgliedern des Stadtrates unbestritten. Der Rathauschef plädierte dafür, in den sauren Apfel zu beißen und die Sanierung und den Anbau auf jeden Fall zu machen. „Auch wenn es jetzt mehr kostet, es ist eine Entscheidung für die nächsten 30 bis 40 Jahre“, so Schweinberger.

Anforderungen an Sicherheit und Brandschutz

Als Begründung wurde von Architekt Ulrich Förg angegeben, dass vor allem gestiegene Anforderungen an das Sicherheits- und Bandschutzkonzept zu der Verteuerung geführt habe.

„Es wird nicht nur erstklassiges Eishockey geboten“, sagte CSU-Stadtrat und Bürgermeisterkandidat Robert Pöschl. Die Eislaufhalle werde auch für den Schulsport und von vielen Hobby-Eisläufern stark frequentiert. Die CSU stehe hinter dem Projekt, betonte Pöschl. „Manche Kommunen sind neidisch auf unser Eisstadion“, merkte Josef Rid, Fraktionssprecher der Freien Wähler (FW) an. Die Sanierung sei sehr wichtig.

Monika Strohmayer (Demokraten für Buchloe) sprach dagegen von einer Kostenexplosion und Rudolf Grieb (UBI) stellte die Frage, ob es wohl bei den 3,7 Millionen Euro bleibe. Deshalb sollten, so die UBI, eventuelle Mehrkosten vom Eissportverein getragen werden.

Für die Stadt

Da das Eisstadion der Stadt gehöre, ging das nicht, betonte Schweinberger. Er verwies darauf, dass die Mitglieder des Vereins sich ohnehin mit viel Engagement einbringen würden. „Wir machen das nicht für den Eissportverein sondern für die Stadt Buchloe“, stellte Herbert Barthelmes (CSU) fest. „Wir müssen aber bei den Kosten genau hinschauen“, sagte Maximilian Hartleitner (FDP). Das sagte der Bürgermeister auch zu.

Verärgert äußerte sich Stadtrat Hubert Zecherle (parteilos). Der Eislaufbetrieb funktioniere auch ohne Neubau. Er erinnerte den Stadtrat daran, dass man vor einigen Jahren eine 400-Meter-Laufbahn für rund 2000 Schüler auf dem Gelände des Gymnasiums abgelehnt habe. Mit der Sanierung erklärte er sich aber einverstanden. Auch Manfred Beck (SPD) sah die Thematik kritisch. Man müsse die Arbeiten an die Finanzplanung anpassen und nicht umgekehrt. Er sei deshalb nicht bereit, einen Blankoscheck auszustellen und werde deshalb nicht zustimmen.

Ob es bei den 3,7 Millionen Euro bleibt, konnte auch Bürgermeister Josef Schweinberger nicht sagen. Wegen der boomenden Baukonjunktur seien steigende Preise nicht kalkulierbar.

Vor zwei Jahren hatte der Stadtrat nach einer Ortsbesichtigung des Bauausschusses das Sanierungskonzept abgesegnet. Im Ergebnis legten sich die Stadträte damals auf die rund zwei Millionen Euro teure Variante fest. Die sah vor, den kompletten Kabinentrakt samt Toiletten und Umkleideräumen an der Südseite des Eisstadions neu zu bauen. Die Alternative wäre gewesen, den Kabinentrakt auf den heutigen Trakt aufzusetzen. Das hätte zwar rund eine halbe Millionen Euro weniger gekostet, wurde aber aus Sicherheitsgründen verworfen, denn dann hätten die Eissportler mit Schlittschuhen über Treppen rauf und runter laufen müssen.

Die Buchloer Stadträte stimmten bei drei Gegenstimmen mehrheitlich für das bestehende Konzept, auch wenn es teurer wird.

Siegfried Spörer

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