Ausschuss in Spendierlaune

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Überaus großzügig behandelte der Hauptausschuss der Stadt Buchloe die Wünsche der örtlichen Vereine. Der VfL Buchloe (Foto) erhielt sogar Zuschüsse für die Sanierung seiner Buchloer Hütte im nahen Sonthofen.

Buchloe – Recht großzügig sogar über die normale Vereinsförderung hinaus zeigten sich die Mitglieder des Hauptausschusses gegenüber den Wünschen und Anträgen der örtlichen Vereine.

Eine Spielfeldsanierung ist beim FC Buchloe fällig, da der Rasen durch Engerlinge befallen ist. Der TC Buchloe beantragte den Erlass der Wasser- und Abwassergebühren und der VfL Buchloe wünschte sich einen Zuschuss für seine im Allgäu gelegene Dependance. In der „Buchloer Hütte“ muss das Bad saniert werden. Außerdem braucht der Verein ein neues Hüttenfahrzeug, um die Versorgung der auf 1300 Meter Höhe liegenden Hütte auch in Zukunft sicherzustellen.

Die vereinseigene Ski- und Wanderhütte des VfL liegt am Bolsterlanger Horn in der Nähe von Sont­hofen. Dort können Vereinsmitglieder sehr günstig übernachten. So kostet die Nacht für Erwachsene neun Euro, für Kinder bis 14 Jahre fünf und für Jugendliche nur 6,50 Euro. Darin ist auch die Kurtaxe der Gemeinde Bolsterlang enthalten. Aber auch Nichtmitglieder können dort Übernachtungen buchen. Die Preise sind aber entsprechend höher. Ein Familienzimmer und drei Matratzenlager bieten maximal 30 Personen Platz. Grundsätzlich ist in der Hütte Selbstversorgung angesagt. Allerdings können beim Hüttenwirt Markus Singer auch alkoholische und nichtalkoholische Getränke gekauft werden. Im Übernachtungspreis ist auch die Kurtaxe der Gemeinde Bolsterlang enthalten.

Für die Renovierung des Bades benötigt der VfL 17.400 Euro. Weitere 14.000 Euro fallen für die Anschaffung des Hüttenfahrzeuges an. Der Hauptausschuss beschloss eine Förderung in Höhe von zehn Prozent der anfallenden Kosten. Rund 3140 Euro muss der Kämmerer dafür bereitstellen, obwohl nicht allen Mitgliedern des Hauptausschusses die Existenz der VfL-Hütte in den Bergen bekannt war.

Probleme mit den Rasenspielplätzen vermeldete der FC Buchloe. 2016 waren die Plätze bereits für 2000 Euro saniert worden. Es waren die Engerlinge des Gartenlaubkäfers, die die Krähen angelockt hatten. Dadurch sind die Plätze in Teilen zerhackt und zerstört worden. Nunmehr muss für rund 1700 Euro der Schaden beseitigt werden. Weitere Folgekosten sind durch Spielverlegungen und weggefallene Einnahmen des Gaststättenbetriebes entstanden. Der Hauptausschuss zeigte sich auch in diesem Fall großzügig und sagte zu, einen Zuschuss von 1000 Euro bereitzustellen.

Der TC Buchloe hätte von der Stadt gerne die Wasser- und Abwassergebühren erlassen bekommen. Es ging um genau 424 Kubikmeter Wasser. Normalerweise bezieht der Verein das Wasser, das auch für die Heizung des Gebäudes notwendig ist, aus einem Grundwasserbrunnen. Der sei jedoch versiegt, schrieb die Vereinsleitung an die Stadt. Sogar die Notheizung sei ausgefallen.

Die Verwaltung sprach sich gegen einen Erlass der Wassergebühren aus. Dies sei laut Satzung auch nicht möglich, da die Wassermenge dem städtischen Netz tatsächlich entnommen wurde. In der Vorlage für den Hauptausschuss heißt es weiter, grundsätzlich solle man hier von einer Gewährung eines Zuschusses Abstand nehmen, da die Stadt Buchloe den Vereinen in der Vergangenheit keine Zuschüsse zu den Betriebskosten der vereinseigenen Gebäude gewährt habe.

Der Hauptausschuss entschied sich dann gegen die Argumentation der Verwaltung. Da die entnommene Wassermenge zur Speisung des Brunnens genutzt wurde, heißt es im Beschluss des Hauptausschusses, wird ein Zuschuss in Höhe der Wassergebühren von 426,46 Euro gewährt. Unstrittig war der Erlass der Abwassergebühren, denn das entnommene Wasser sei nicht in die Kanalisation gelangt. Der Verein kann sich nun auch über die Rückerstattung der Abwassergebühren in Höhe von 491,84 Euro freuen.

von Siegfried Spörer

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