Querungshilfen und Verkehrszählungen

Buchloer Verkehrsausschuss beschäftigt sich vor allem mit Verkehrslage rund um die Münchener Straße

Verkehrszeichen Zone 30
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Im Falle von Geschwindigkeitsbegrenzungen gingen die Meinungen bei der ersten Verkehrsausschusssitzung der Stadt Buchloe auseinander.

Buchloe – Zum ersten Mal in dieser Legislaturperiode traf sich vergangene Woche der neu gegründete Verkehrsausschuss der Stadt Buchloe im Feuerwehrhaus. Bis jetzt war dieser Zuständigkeitsbereich dem Bauausschuss unterstellt. Die insgesamt 20 Tagesordnungspunkte und der Diskussionsbedarf des Gremiums mit Vorsitzendem Manfred Beck (SPD) zeigten aber, dass der Ausschuss durchaus seine Legitimation hat.

Dabei betrafen viele Punkte Maßnahmen, die die Münchener Straße im Süden der Stadt anbelangen. Bertram Mooser vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Kaufbeuren präsentierte seine Vorstellungen für zwei Querungshilfen, zum einen im Bereich der Angerstraße, zum anderen betrifft die Planung die Waaler Straße/ Ecke Münchener Straße. Der anwesende Bernhard Löcherer von der Polizeiinspektion Buchloe führte zwar an, dass in den vergangenen acht Jahren kein relevanter Unfall für derartige Bauvorhaben zu verzeichnen sei, im Gremium gab es allerdings dennoch einige Befürworter für dieses Projekt. Es bräuchte nicht erst jemanden, der überfahren wird, damit etwas getan wird, so Stadtrat Rudolf Grieb (UBI).

Im Gebiet der Angerstraße sorgte allerdings die Kostenschätzung für Unmut bei den Stadträten. So sind im Haushalt 2020 für beide Querungshilfen gerade einmal Planungskosten in Höhe von 30.000 Euro eingestellt, die aktuellen Schätzungen alleine für die Baukosten liegen allerdings schon bei 85.000 Euro. Hier machten Mitglieder des Verkehrsausschusses deutlich, dass ein derartiger Aufwand für die dortige Verkehrsfrequenz viel zu hoch sei. Am Ende sprachen sich die Anwesenden mit 6:3 Stimmen für die Herstellung einer Querungshilfe in der Angerstraße aus. Aufgrund der Höhe der Baukosten ist dies allerdings lediglich eine Empfehlung für den Stadtrat. Im Falle der anderen Querungshilfe an der Waaler Straße soll nun zuerst untersucht werden, ob eine Insel an dieser Stelle nicht ausreichend wäre.

Ein Antrag der UBI betraf ebenfalls die Münchener Straße. Die Fraktion beantragte bereits im April die Einrichtung einer Tempo-30-Zone in der Münchener Straße zwischen Landsberger Straße und Alpenstraße. Dieser Tagesordnungspunkt wurde erst einmal abgesetzt. Es soll zunächst eine aussagekräftige Verkehrsmessung durchgeführt und geprüft werden, ob aufgrund der Behinderteneinrichtung etwas zu machen sei. Zudem beschloss der Verkehrsausschuss mit 6:2 Stimmen, dass die Parkbuchten im Bereich des Alpenflair Hotels bis zur Einmündung „Am Ziegelstadel“ nur noch für Pkws ausgewiesen sein sollen.

Kopfzerbrechen bereiteten den Anwesenden auch die Fahrbahnschwellen im Bereich der Wiedergeltinger Straße. Hier lag der Antrag eines Anliegers vor, der die Verkehrsberuhigung auch durch parkende Fahrzeuge und einmündende Straßen gegeben sieht, die Fahrbahnschwellen seien gerade für Radfahrer eine Gefahr. Jetzt soll vom Bauamt geprüft werden, ob die Schwellen ohne Probleme abfräsbar sind. Sei dies der Fall, soll ein Rückbau veranlasst werden, nach und nach soll so im ganzen Stadtgebiet vorgegangen werden.

Auch die Parkplätze an der Stadtpfarrkirche waren Thema der Sitzung. Aufgrund steigender Mitarbeiterzahlen seien die Parkplätze im Bereich des Rathauses rar. Der Parkplatz an der Kirche werde oft von Pendlern und Dauerparkern genutzt. Der Vorschlag der Verwaltung, die Parkdauer deshalb auf zehn Stunden zu begrenzen, wurde einstimmig abgelehnt. Diese Vorgabe sei schwer zu überprüfen, außerdem wäre eine derartige Regelung eine Gängelung für alle Kirchenbesucher, die ihre Parkscheibe vergessen.

Dagegen einstimmig fiel das Ergebnis für einen Beschluss im Urbanweg in Lindenberg aus. Hier soll der Weg in Zukunft auch für Mofas freigegeben werden.

Dass die Beschlussmöglichkeiten des Verkehrsausschusses allerdings begrenzt sind, zeigte sich am Beispiel der Augsburger Straße. Hier hatte sich Stadtrat Grieb bereits in der Bauausschusssitzung dafür ausgesprochen, Schilder zur Entschärfung einer gefährlichen Grundstücksausfahrt anzubringen. Ohne eine Ortsbegehung mit Vertretern des staatlichen Bauamtes könnten im Bereich der Staatsstraßen keine Maßnahmen beschlossen werden. „Ohne Zustimmung der Straßenverkehrsbehörde dürfen wir gar nichts aufstellen, nicht mal einen Christbaum“, so Beck.

Agnes Reißner

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