Kommunalwahl 2020

Matthias Fack aus Buchloe will Ostallgäuer Landrat werden

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Susen Knabner, Kreisvorsitzende der Freie Wähler Ostallgäu, mit Landratskandidat Matthias Fack.

Landkreis/Marktoberdorf – Die ersten Kandidatennamen für den Landratswahlkampf 2020 im Ostallgäu sind bereits gefallen. Die SPD schickt Ilona Deckwerth ins Rennen. Amtsinhaberin Maria Rita Zinnecker (CSU) tritt erneut an. Offen ist, wen die Grünen als Kandidaten stellen: Dr. Günter Räder oder Robert Herbst. Jetzt werfen auch die Freien Wähler ihren Hut in den Ring. Der Buchloer Matthias Fack, Präsident des Bayerischen Jugendrings, soll es richten.

Am Donnerstagnachmittag wurde er von der Kreisvorsitzenden der Freien Wähler Ostallgäu, Susen Knabner, offiziell vorgestellt. Fack war vom erweiterten Vorstand einstimmig als Kandidat für die Aufstellungsversammlung im Dezember vorgeschlagen worden. Der Kreisbote hat sich mit dem 47-Jährigen unterhalten.

Bevor Sie 2011 Ihren neuen Posten als Präsident des Bayerischen Jugendrings angetreten haben, haben Sie sich grünes Licht von Ihrer Familie geholt. Hatte Ihre Familie auch diesmal Mitspracherecht?

Fack: Selbstverständlich! Ich musste mich selbst einmal mit dem Gedanken anfreunden, weil es auch für mich überraschend kam. Die Familie ist hier immer eingebunden. Wenn die Familie ein Veto eingelegt hätte, dann würde ich diesen Weg auch nicht gehen.

In einem Interview sagten Sie, dass man Jugendarbeit nicht ewig machen könne. Ist das jetzt für Sie der beste Zeitpunkt politisch aktiv zu werden?

Fack: Ich weiß nicht, wann die beste Zeit ist. Ich mache schon sehr lange Jugendarbeit. Künftig wird das Amt des Präsidenten maximal begrenzt sein. Ich habe mich im März dieses Jahres zum letzten Mal zur Wahl gestellt und hatte auch vor, die vier Jahre noch vollzumachen. Dann kam das Angebot. Jetzt schauen wir, ob es der richtige Zeitpunkt ist. Die Wähler werden entscheiden.

Wie haben Sie spontan reagiert, als das Angebot hereinflatterte?

Fack: Ich war so sprachlos wie selten in meinem Leben. Ich hatte damit überhaupt nicht gerechnet. Für mich ist das eine enorme Wertschätzung. Ich persönlich habe großen Respekt vor diesem Amt. Ich komme vom Land, ich wohne auf dem Land. Ich freue mich auf das Angebot, weil ich es mir nicht nur vorstellen kann, sondern ich sogar richtig Lust habe, Themen aufzugreifen, zu gestalten und sie auch umzusetzen.

Als Präsident des Bayerischen Jugendrings machen Sie Lobbyarbeit für Kinder und Jugendliche – vertreten sie also gegenüber Politik und Gesellschaft. Welche Themen wollen Sie gemeinsam mit den Freien Wählern im Ostallgäu anschieben?

Fack: Was die Freien Wähler wirklich auszeichnet: Sie sind kommunal stark verankert. Sie haben das Ohr am Puls der Zeit und wollen mit den Menschen aktiv ins Gespräch kommen. Ein Thema ist die Jugendbeteiligung. Ich sehe das als Präsident landauf und landab. Viele junge Menschen wollen auf kommunale Listen, das finde ich sehr spannend. Denn die Demokratie ist momentan angeknackst. Konkret im Landkreis bedeutet das: Wo klappt Jugendbeteiligung in Städten und Gemeinden? Es gehört sich, dass wir gemeinsam an Zukunftsoptionen arbeiten. Richtig ist, es gibt einen Klimawandel, den dürfen wir nicht verleugnen. Richtig ist auch, was können wir vor Ort tun, also einen eigenen Beitrag leisten. Falsch ist, dass die Landwirte die Buhmänner und -frauen sind. Wir dürfen ihnen nicht dieses Gefühl geben. Der öffentlicher Personennahverkehr ist ein weiteres Thema sowie die Unterstützung des Ehrenamtes, das so wichtig ist für lebendige Dörfer, Gemeinden, Märkte und Städte. Ich glaube und bin fest überzeugt, dass das Landratsamt als Service- und Unterstützungsstelle hier noch profilierter sein kann.

Johann Fleschhut war der letzte Freie Wähler-Landrat, der bis 2014 Kreischef war. Werden Sie sich einige Tipps von ihm einholen?

Fack: Bisher habe ich es noch nicht gemacht. Ich kenne ihn in seiner Zeit als Landrat. Zur damaligen Zeit war ich Kreisjugend­rings-Vorsitzender für ein Jahr, ehe ich Präsident wurde. Ich hatte mit ihm damals den Grundlagenvertrag für den Kreisjugendring ausgehandelt. Wir hatten einige Gespräche. Insofern hatten wir schon ein vertrauensvolles Verhältnis. Johann Fleschhut hat ein unschätzbares Wissen. Das Gespräch steht noch bevor.

ah

Zur Person:

Matthias Fack, 47 Jahre, verheiratet, zwei Kinder, seit 2011 Präsident des Bayerischen Jugendrings, wohnt in Buchloe, ist Vorsitzender der Kolpingsfamilie Buchloe, Theologe und Sozialpädagoge.

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