„Ich würde es wieder so machen“

Buchloes Geschäftsstellenleiter Arthur Salger verabschiedet sich in den Ruhestand

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Arthur Salger, Geschäftsstellenleiter der Stadt Buchloe und der Verwaltungsgemeinschaft Buchloe geht in den Ruhestand.

Buchloe – Wenn Arthur Salger in der Vergangenheit den sprichwörtlichen Griffel hat fallen lassen und sein Büro im Buchloer Rathaus Hals über Kopf verließ, dann war Alarm angesagt. Nicht im Rathaus, sondern bei der Feuerwehr.

Salger ist einer der über einhundert ehrenamtlichen Feuerwehrleute, die über den Funkpiepser zum Einsatz gerufen werden.

Damit wird nun Schluss sein. Nicht bei der Feuerwehr, sondern an seinem Arbeitsplatz im Rathaus. Arthur Salger verabschiedet sich zum Jahresende in den wohlverdienten Ruhestand. Bei der Feuerwehr will der 63-Jährige zunächst aber noch aktiv bleiben.

Er wird eine „Riesenlücke“ hinterlassen, ist sich sein Chef, Bürgermeister Josef Schweinberger, sicher. Arthur Salger war nicht nur der Geschäftsstellenleiter der Stadt und der Verwaltungsgemeinschaft (VG Buchloe) sondern ein wandelndes Lexikon, juristischer Berater, Wahlleiter, Ansprechpartner für die Stadträte und gleichzeitig auch die linke und rechte Hand des Bürgermeisters und natürlich noch nebenbei ehrenamtlicher Hauptlöschmeister bei der freiwilligen Feuerwehr.

Für die 50 Rathausmitarbeiter ist der gebürtige Buchloer als Personalchef verantwortlich. Dazu kommen noch einmal rund 230 Mitarbeiter der Stadt Buchloe, aller Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft und des Mittelschulverbands, für die Arthur Salger ebenfalls Personalverantwortung trägt.

Weites Aufgabenspektrum

Es war ein riesiges Aufgaben­spektrum, das Salger abdecken musste. Eigentlich war er für alles verantwortlich, beispielsweise für die Vorbereitung der Stadtratssitzungen, das Personal der Kindertagesstätten, Digitalisierung im Rathaus, Sonderaufgaben wie die Kinderarztsuche oder das Abstimmen der Bus- und Bahnverbindungen sowie die Durchführung sämtlicher Wahlen. Darüber hinaus war Arthur Salger für das Feuerwehrwesen verantwortlich, nicht nur für die Buchloer, sondern für alle 16 Freiwilligen Feuerwehren innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft. Insbesondere müssen hier bei den Beschaffungen die nicht immer ganz einfachen Formalien eingehalten werden, um Zuschüsse vom Kreis oder dem Land zu erhalten.

„Ich wollte immer in die Verwaltung“, sagt Salger und so begann er seine Karriere als Anwärter für den gehobenen Dienst beim Landratsamt in Marktoberdorf, wo er insgesamt 25 Jahre blieb. Zunächst im Ausländeramt und später im Jugendamt. Dass er jüngster Jugendamtsleiter in Bayern wurde, darauf ist er heute noch stolz. 

Die letzten beiden Jahre beim Landratsamt vor seinem Wechsel nach Buchloe verbrachte Salger dann in der Haupt- und Personalverwaltung. Diese Erfahrungen sollten ihm sehr schnell zu Gute kommen. In Buchloe startete Salger als Verwaltungsleiter am 1. Januar 2004. Er übernahm die Aufgaben des Geschäftsstellenleiters Josef Schweinberger, der damals zum 1. Bürgermeister gewählt worden war.

Geschätzter Kollege

„Ich würde alles wieder so machen“, betonte der Verwaltungsfachmann gegenüber unserer Zeitung. „Es war immer ein angenehmes Arbeiten in Buchloe, weil auch die Chemie zwischen mir und dem Rathauschef stimmte“. Auch von seinen Kollegen und den Bürgermeistern der Verwaltungsgemeinschaft wurde Salger wegen seiner ruhigen, zuverlässigen und sachlichen Art geschätzt und immer loyal unterstützt.

Es sei toll gewesen, in seiner Heimatstadt zu arbeiten, sagte er, nicht zuletzt, „weil man mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren kann“. Salger wohnt in Lindenberg und man kann ihn wirklich bei fast allen Wetterlagen morgens und abends auf der Hin- und Rückfahrt auf dem Draht­esel sehen.

Radfahren, aber auch laufen und schwimmen will Arthur Salger nach seiner Pensionierung auf jeden Fall. Endlich mal keine Rücksicht mehr auf einen Terminkalender zu nehmen, wird für ihn ein Stück Freiheit sein, sagte er. Auch kurzfristige Tagesausflüge zum Skifahren bei schönem Wetter sollten dann möglich sein. „Ich kann dann machen, worauf ich Lust habe“. Allerdings gehören auch Gartenarbeit, Zaunstreichen, Reparaturen im Haus und natürlich das Einkaufen mit zu den neu gewonnenen Freiheiten.

Generationenwechsel

Im Buchloer Rathaus bahnt sich mit dem Abschied von Arthur Salger letztlich ein Generationenwechsel an. Stadtbaumeister Herbert Wagner hat das Rathaus im vergangenen Jahr verlassen, Kämmerer Dieter Streit hat auch nicht mehr lange bis zu seiner Pensionierung und sein Chef, Bürgermeister Josef Schweinberger wird sich nicht mehr zur Wahl stellen.

Salgers Nachfolger wird bereits seit dem 1. August 2019 eingearbeitet. Es ist sein Sohn Markus Salger, der im formalen Einstellungsverfahren auch von der Gemeinschaftsversammlung ausgewählt wurde. Der 28-Jährige war zuletzt Leiter der Hauptverwaltung und stellvertretender Personalleiter des Landratsamtes in Landsberg.

Siegfried Spörer

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